8.000 Euro Schaden: Foto-Fahndung nach Serien-Betrügerin
Lübeck - Innenstadt: Seit dem Frühjahr 2025 kam es wiederholt zu Diebstählen von EC-Karten mit einer anschließenden Bargeldabhebung. Die Taten ereigneten sich jeweils in Lübecks Innenstadt. Jetzt fahnden die Ermittler mit Bildern aus den Bankfilialen nach der Tatverdächtigen und suchen Zeugen, die Angaben zu der abgebildeten Person machen können. Hinweise nimmt das Kommissariat für Betrugstaten unter 0451 1310 entgegen.
Nach dem aktuellen Ermittlungsstand soll am 08.04.2026 (Mittwoch) eine 69-jährige Frau in der Lübecker Innenstadt Geld in einer Bankfiliale abgehoben haben. Anschließend habe sie einige Geschäfte besucht. In einem Bekleidungsgeschäft sei ihr gegen 13:00 Uhr aufgefallen, dass ihr Portemonnaie sich nicht mehr in ihrer Umhängetasche befand.
Die Lübeckerin zeigte den Sachverhalt beim 1. Polizeirevier in Lübeck an und bemerkte dort, dass es bereits zu einer Abhebung in Höhe von etwa 200 Euro gekommen war.

Die Polizei sicherte die Bildaufnahmen aus der Bankfiliale und stellte fest, dass es sich bei der Tatverdächtigen um eine unbekannte Frau handelte, die im Jahr 2025 bereits durch mehrere Taten mit der gleichen Begehungsweise aufgefallen war.
Eine weitere Tat hat am 21.05.2025 mit einem Vermögensschaden von etwa 1000 Euro stattgefunden. Die übrigen Betrugstaten, die die Frau mutmaßlich begangen hat, haben sich vom 27.09.2025 bis zum 13.12.2025 zugetragen. Bei den insgesamt sieben Fällen ist es zu einer Schadenssumme von etwa 8000 Euro gekommen.

Die Frau trug während der Taten eine große Sonnenbrille sowie einen Mundschutz im Gesicht und deckte ihre Haare mit einem Tuch ab. Auf den Aufnahmen ist sie von normaler Statur und könnte von mittlerem Alter sein.
Umfangreiche Ermittlungen der Lübecker Kriminalpolizei haben bisher nicht zur Identifizierung der Tatverdächtigen geführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lübeck und mit einem richterlichen Beschluss fahnden die Ermittler jetzt öffentlich mit den Bildern der Überwachungskameras.
Hinweise zur tatverdächtigen Person nimmt die Polizei unter 0451 1310 oder per E-Mail unter k14.luebeck.bki@polizei.landsh.de entgegen.

Wer kennt diese Frau? Fotos: Polizei
Text-Nummer: 180562 Autor: Polizei/red. vom 09.07.2026 um 11.18 Uhr

Kommentare zu diesem Text:
Andreas
schrieb am 09.07.2026 um 12.38 Uhr:
Wie kann denn mit einer entwendeten Karte Geld abgehoben werden? Dazu braucht man auch die PIN.
Oder war die griffbereit in der Geldbörse notiert?
REALIST
schrieb am 09.07.2026 um 14.28 Uhr:
@ Andreas und an alle Kartenzahler, die Ihre Karte immer schön nur auflegen...
Gar kein Problem die Daten von der Karte zu scannen, das kann sogar ein altes Samsung s10 mit entsprechender App oder ein Kartenscanner vom Mediamarkt für 47.- Euro...
Also Leute zahlt bar und euch passiert nichts
Martin Walter
schrieb am 09.07.2026 um 14.54 Uhr:
Wenn man ein NFC-fähiges Handy (wie das erwähnte Samsung S10) und eine entsprechende App (z. B. einen EMV-Card-Reader) nah an eine Bankkarte hält, kann man Folgendes auslesen:
Die Kreditkartennummer bzw. die IBAN (je nach Kartentyp).
Das Ablaufdatum der Karte.
Manchmal die letzten getätigten Transaktionen (ohne Händlernamen, oft nur Betrag und Datum).
Absolut unzugänglich sind:
Der dreistellige Sicherheitscode (CVV/CVC) von der Rückseite.
Die PIN.
Die PIN ist auf dem Chip der Karte in einem extrem geschützten, verschlüsselten Bereich hinterlegt. Sie wird niemals per Funk übertragen oder im Klartext auf der Karte gespeichert, sodass eine App gar keinen Zugriff darauf bekommen kann.
Wenn mit einer entwendeten Karte Geld abgehoben wurde, liegt das fast nie an einem "High-Tech-Hack" aus der Ferne, sondern an klassischen, kriminellen Methoden:
Schulterblick (Shoulder Surfing): Die Diebe spähen die PIN im Supermarkt oder am Geldautomaten direkt bei der Eingabe aus und stehlen die Karte unmittelbar danach.
Skimming: Am Geldautomaten wird ein manipulierter Kartenleser und eine winzige versteckte Kamera installiert, die die PIN-Eingabe filmt.
Notierte PIN: Leider schreiben manche Menschen die PIN immer noch auf einen Zettel im Geldbeutel oder tarnen sie als „Telefonnummer“ im Handy.
Per NFC kann man ohne PIN-Eingabe meist nur Kleinbeträge (oft bis 50 Euro) bezahlen. Aber selbst das ist für Betrüger im Vorbeigehen extrem unattraktiv:
Um Geld abzubuchen, bräuchte der Angreifer ein echtes, registriertes Händlerkonto. Das Geld würde also direkt auf ein rückverfolgbares Bankkonto fließen – der Betrüger wäre sofort entlarvt.
Zudem schützt eine RFID-Schutzhülle im Portemonnaie die Karten komplett vor unbemerktem Funk-Auslesen.
Fazit: Andreas hat mit seiner Vermutung völlig recht. Ohne dass die PIN vorher altmodisch ausgespäht oder unvorsichtig notiert wurde, lässt sich mit einer gestohlenen Karte kein Geld am Automaten abheben. Das Smartphone-Szenario von „REALIST“ ist technisch ins Reich der Mythen zu verweisen.
Martin S.
schrieb am 09.07.2026 um 15.27 Uhr:
@REALIST
Dann muss man der Karte aber auch sehr nahe kommen, quasi 2-3 Sekunden das Gerät an die Hosentasche des Opfers halten und selbst das geht nur wenn nicht andere Karten dazwischenfunken.
Damit kann man übrigens auch nicht in der Bank abheben, also lässt es nur den Schluss zu dass die Pin im Portmonnaie auf einem Zetteln notiert war, so wie es viele ältere Leute machen.
Kurt C. Hose
schrieb am 09.07.2026 um 20.17 Uhr:
Erster Schutz gegen Kleindiebstähle :
Kontaktlosfunktion deaktivieren - geht an jedem Hausbankautomaten.
Da schaut der Kartendieb im Supermarkt recht sparsam aus der Wäsche...
Jan H
schrieb am 10.07.2026 um 06.32 Uhr:
Wenn ich bei einer Bank bin muss ich immer pin eingeben da sie in einer Bank war hat sie von der Banl Geld abgehoben mit der PIN Problem ältere Menschen notieren sich die pin auf der Karte und das ist halt das Problem
Dann muss die Frau ja die Person verfolgt haben
Bevor sie diese gestohlen hat
Lg Jan H
Oliver
schrieb am 10.07.2026 um 06.56 Uhr:
@REALIST:
Selbst wenn du es schaffst der Karte so nahe zu kommen, dass du sie kopieren könntest, kannst du damit aber dennoch nichts anfangen, du brauchst immernoch die PIN. Diese wird in der Regel immer durch das Ausspähen durch Leute, die hinter dir oder neben dir stehen könnten, passieren. Einfache Lösung: Durch das Verdecken mit einer Hand die PIN bedeckt eingeben. Die Tasten sind immer ertastbar, die muss man nicht unbedingt sehen und selbst wenn man nochmal einen Blick auf die Tasten braucht, kannst ja kurz die Hand heben und dabei die Eingabe der PIN pausieren.
Die andere Methode erfolgt durch Skimming, also dem Manipulieren von Bezahlgeräten oder Bankautomaten. Deshalb zum einen immer schauen, ob vielleicht ein zweites Tastenfeld über dem originalen Tastenfeld gelegt oder geklebt wurde, oder ob am Geldautomat einem etwas komisch vorkommt.
Gerade im Ausland ist beim Bezahlen Vorsicht zu genießen. Einfach bei YouTube nach Skimming suchen, gibt genug Clips von manipulierten Geräten, dann wisst ihr wonach ihr Ausschau halten müsst.
Lübecker anwohner
schrieb am 10.07.2026 um 09.24 Uhr:
Es tut mir leid für die Geschädigten.
Wie ist es möglich- das eine Person vom fremden Konto Geld abheben kann.
Es gibt doch eine Pin....oder war die Pin " greifbar"?
Jan H
schrieb am 10.07.2026 um 12.08 Uhr:
Bin mir unsicher ob das wirklich eine Frau ist
Lg Jan H