Aktionsbündnis Psychotherapie: Mahnwache am Samstag
Lübeck - Innenstadt: Am 11. Juli 2026 ruft das Aktionsbündnis Psychotherapie in Lübeck um 14 Uhr zu einer Mahnwache auf der Holstenbrücke auf, um auf ein Tabu aufmerksam zu machen: Suizid. Das Bündnis verweist auf die lange Wartezeit für ambulante Psychotherapien.Wir veröffentlichen den Aufruf des Aktionsbündnisses im Wortlaut:
(")Im Jahr 2024 haben sich nach Angaben des statistischen Bundesamtes 10.372 Menschen in Deutschland das Leben genommen, das sind 28 Menschen pro Tag. 71,5 Prozent von ihnen waren Männer. Suizid ist noch immer ein Tabu, aber diese Zahlen stehen für Menschen, die Töchter und Söhne waren, Geschwister, Eltern, Freunde und Kollegen, Ehe- und Lebenspartner.
Mit den Mahnwachen will das Aktionsbündnis das Schweigen brechen. In den siebzehn teilnehmenden Städten werden zusammen 10.372 Luftballons befestigt, einer für jeden Menschen, der 2024 durch Suizid gestorben ist.
„Lange Wartezeiten auf ambulante Psychotherapie bedeuten für manche Menschen, dass es zu spät sein kann“, erklärt die Psychotherapeutin Myoung-Ha Seo, eine der Organisatorinnen der Mahnwache in Bremen. „Wir wollen der Menschen gedenken, die keinen anderen Ausweg gesehen haben. Und wir wollen der Bundesregierung klarmachen: Psychotherapeutische Versorgung rettet Leben. Daran zu sparen, ist unverantwortlich.“
Während die Suizidzahlen seit Jahren steigen und psychische Erkrankte auf einen Therapieplatz durchschnittlich 142 Tage warten, plant das Bundesgesundheitsministerium unter Ministerin Nina Warken (CDU) mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG) genau dort zu kürzen, wo Menschen in ihren dunkelsten Momenten Hilfe finden: in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung.(")

Das Aktionsbündnis demonstriert gegen Kürzungen. Foto: Aktionsbündnis/Archiv
Text-Nummer: 180575 Autor: Aktionsbündnis/red. vom 09.07.2026 um 15.15 Uhr
