Schwarze Ballons für den Erhalt der Psychotherapie
Lübeck - Innenstadt: Rund 80 Menschen haben sich am Samstagnachmittag an der Mahnwache des Aktionsbündnisses Psychotherapie auf der Holstenbrücke in Lübeck beteiligt. Gemeinsam befestigten sie über 600 schwarze Luftballons – jeder Ballon stand symbolisch für ein Menschenleben, das im Jahr 2024 durch Suizid verloren ging.Gleichzeitig machten die Teilnehmer auf die Bedeutung einer guten psychotherapeutischen Versorgung und den Zusammenhang zwischen frühzeitiger Hilfe und Suizidprävention aufmerksam.
Die Organisatoren zeigten mit der Mahnwache auch ihre Kritik an den Plänen der aktuellen Bundesregierung, "die trotz steigender Suizidzahlen und langer Wartezeiten auf ambulante Psychotherapie in der psychotherapeutischen Versorgung Kürzungen vorsehen."
Das Aktionsbündnis Psychotherapie fordert die Bundesregierung auf, die ambulante psychotherapeutische Versorgung nicht zu schwächen, sondern auszubauen: "Psychotherapie rettet Leben – gerade für Menschen in psychischen Krisen muss Hilfe schnell und verlässlich erreichbar sein."
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen sich im Jahr 2024 in Deutschland 10.372 Menschen das Leben. Die Aktion war Teil eines bundesweiten Aktionstages, bei dem in insgesamt 17 Städten Mahnwachen stattfanden. Bundesweit wurden 10.372 Luftballons angebracht.
"Bereits heute warten Menschen mit psychischen Erkrankungen durchschnittlich rund 142 Tage auf einen Therapieplatz", so das Bündnis. Das Aktionsbündnis warnt davor, dass längere Wartezeiten im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Folgen haben können.
Während der Mahnwache kamen zahlreiche Passantinnen und Passanten mit den Teilnehmenden ins Gespräch. Viele zeigten Interesse an den verteilten Informationsmaterialien und informierten sich über die Bedeutung einer rechtzeitigen psychotherapeutischen Behandlung sowie über die geplanten Veränderungen in der Versorgung.

Mit Ballons wurde auf die geplanten Verschlechterungen bei der Psychotherapie aufmerksam gemacht. Foto: Aktionsbündnis
Text-Nummer: 180608 Autor: Aktionsbündnis/red. vom 12.07.2026 um 16.28 Uhr
