Frau beim Gassi-Gehen angegriffen

Lübeck - Travemünde: Friederike K. war am Samstagnachmittag (11.07.2026) gegen 14:45 Uhr mit dem Hund ihres Partners auf dem Weg zum Travemünder Hundestrand. Dabei wurde sie aus einer Gruppe von Männern und Frauen heraus angegriffen und verletzt. Die Polizei bestätigt auf Nachfrage von HL-live.de, dass wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt wird. Fotos und eine ärztliche Bescheinigung bestätigen die Verletzungen.

Friederike K. lebt seit mehr als 30 Jahren in Travemünde, und kennt das Seebad schon seit ihrer Kindheit. „Wir waren schon als Kinder immer in Travemünde, da die Familie meiner Mutter auch aus Travemünde stammte und auch hier gelebt hat“, erzählt die 58-Jährige. Doch so etwas wie beim Spaziergang am Samstag hat sie noch nicht erlebt.

Opfer schildert den Angriff
Friederike K. schildert den Vorfall so: Auf dem kleinen Waldstück zwischen dem Golfplatz und dem Hundestrand sei ihr eine Gruppe entgegengekommen. „Ich nahm den Hund, der an der Leine war, an die Außenseite an den Büschen. Kurz vor mir blieben die Frauen der Gruppe stehen und sagten aufgeregt etwas zu den Männern“. Einer der Männer sei dann auf sie zugekommen, gefolgt von zwei weiteren. „Nimm deine Scheißtöle weg!“, habe der Mann sie angebrüllt. „Ich nahm den Hund noch weiter zur Seite und sagte, dass sie nichts tue und ich warten würde, damit die Gruppe vorbeigehen kann“, so Friederike K. Daraufhin hätte der Mann sie erneut angebrüllt und gefordert, dass sie mit ihrem „Drecksköter“ verschwinden solle. „Um aus der Situation zu kommen, ging ich mit dem Hund ganz am Rand und mit extrem kurzer Leine weiter“, erzählt die Travemünderin. Dann passierte es: "Plötzlich riss mich jemand am Oberarm rum und schlug mir mit der Faust in die Rippen. Anschließend schubste mich der Mann noch einige Male und trat dem Hund an die Schulter. Auch dabei pöbelte mich der Mann an. Erst als der Hund anfing zu bellen (ohne anzugreifen), ging die Gruppe endlich rasch weiter.“

Notarzt und Polizei gerufen
Da sie zum Baden kein Handy dabeihatte, ging die Travemünderin wieder nach Hause. Eine Freundin habe dann die Polizei angerufen. Die sei mit Notarzt und Rettungswagen auch schnell dagewesen. „Es wurde eine Anzeige aufgenommen und ich wurde medizinisch untersucht und versorgt“, erzählt Friederike K. Die Polizei habe eine Anzeige gegen Unbekannt aufgenommen. Aus Angst will Friederike K. jetzt die Gegend um den Hundestrand meiden.

Ärztlicher Befund bestätigt Blutergüsse an Arm und Rippen
Die medizinische Untersuchung am Montag (13.07.2026) dokumentiert das Ausmaß der Konfrontation: Nach Informationen unserer Redaktion erlitt die Lübeckerin erhebliche, jeweils rund 14 Zentimeter große Hämatome am linken Oberarm sowie im Bereich des Rippenbogens. Eine radiologische Untersuchung der Rippen wurde veranlasst.

Polizei bestätigt Anzeige und ermittelt
Die Polizei bestätigt auf Nachfrage von HL-live.de, dass es sich um eine Gruppe von etwa acht Personen gehandelt haben soll. Friederike K. sei gestoßen und geschlagen worden. Die Beamten verorten den Vorfall am Übergang zur Straße Helldahl (Brodtener Steilufer). Die Mitglieder der Gruppe – etwa vier Männer und vier Frauen – werden im Rahmen der Fahndung als südosteuropäisch beschrieben. Es wird wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt.

Senatorin und Stadtpräsident sprechen mit der Polizei
Erst vor wenigen Tagen hatte es Berichte über einen Angriff während eines Rettungseinsatzes am Kurstrand gegeben (Wir berichteten). Am Montag (13.07.2026) soll es nach Informationen aus dem Kurbetrieb auf Veranlassung der Hansestadt Lübeck, vertreten durch Stadtpräsident Henning Schumann und Senatorin Pia Steinrücke, ein Gespräch mit dem Leiter der Polizeidirektion Lübeck geben. Ziel des Austauschs sei es, „die präventive Polizeipräsenz im öffentlichen Raum weiter zu stärken“. Dies solle „zugleich dazu beitragen, dem derzeit beeinträchtigten Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger entgegenzuwirken“, heißt es von Seiten der Kurdirektion. Der Kurbetrieb selbst setzt nach eigenen Angaben bereits bis zu sechs Sicherheitskräfte ein. Die könnten aufgrund der geltenden Rechtslage allerdings nur begrenzt eingreifen. „Deshalb stehen wir in engem Austausch mit dem Kommunalen Ordnungsdienst und der Polizei, um die Präsenz der Sicherheitskräfte vor Ort weiter zu erhöhen und die Sicherheit für alle Besucherinnen und Besucher weiter zu verbessern.“ Man tue alles, was man könne, um allen Menschen einen unbeschwerten Aufenthalt in Travemünde zu ermöglichen, versichert die Kurdirektion.

Zeugenaufruf
Es seien keine anderen Leute zu sehen gewesen, meint Friederike K. zu dem Vorfall. „Aber ich bin sicher, dass man das Gebrüll von dem Mann auf dem Hauptweg am Brotener Ufer hören konnte“, sagt sie. Aber vielleicht ist ja doch jemandem etwas aufgefallen. Die Polizei in Travemünde nimmt unter der Rufnummer 04502/863430 oder per E-Mail unter travemuende.pst@polizei.landsh.de gern Zeugenhinweise auf.

Großer Bluterguss im Bereich des Rippenbogens: Friederike K. aus Travemünde wurde auf einem Hundespaziergang am Steilufer angegriffen. Die Polizei ermittelt. Fotos: Privat

Großer Bluterguss im Bereich des Rippenbogens: Friederike K. aus Travemünde wurde auf einem Hundespaziergang am Steilufer angegriffen. Die Polizei ermittelt. Fotos: Privat


Text-Nummer: 180620   Autor: Helge Normann   vom 13.07.2026 um 13.27 Uhr

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