Greenpeace: Aktion für mehr Hitzeschutz
Lübeck - Innenstadt: "Die Hitzewelle ist auch im Norden angekommen", so Greenpeace Lübeck. Die Gruppe möchte aus diesem Anlass die Folgen zunehmender Hitze in und für Lübeck am voraussichtlich heißen Nachmittag kommenden Donnerstag, den 16. Juli, um 16 Uhr mit Bürgern auf dem Klingenberg diskutieren.Caroline Weck von Greenpeace Lübeck:
(")Wir haben uns für den Aktionsstand bewusst einen der heißesten Orte der Innenstadt ausgewählt: den Klingenberg. Hier gibt es zwar Versuche wie den Springbrunnen, wirksamer Hitzeschutz mit dichten Bäumen und Sitzbänken im Schatten findet sich aber nicht.
Während der Hitzewelle Ende Juni sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als gewöhnlich. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes gab es zwischen dem 22. und dem 28. Juni 2026 rund 5655 Todesfälle mehr als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Insgesamt wurden in der letzten Juniwoche 23.655 Todesfälle registriert. (Quelle: Spiegel / Statistisches Bundesamt)
Hitze ist das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko in Europa. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen und alle, die in dicht bebauten Stadtteilen leben.
Auch Lübeck muss sich an die zunehmende Hitze anpassen – und zwar so, dass alle Menschen geschützt werden. Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Lösungen. Prof. Dr. Cecil Konijnendijk entwickelte ein Modell, das das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen auf seiner Website teilt. Die 3-30-300-Regel zeigt, wie Städte klimaresilienter werden können:
– 3 Bäume sehen: Von jeder Wohnung aus sollten mindestens drei große Bäume sichtbar sein.
– 30 % Baumkronen: Mindestens 30 Prozent jedes Stadtviertels sollten von Baumkronen beschattet werden.
– 300 Meter bis ins Grüne: Niemand sollte weiter als 300 Meter von einem öffentlichen Park oder einer größeren Grünfläche entfernt wohnen.
Link: gruen-in-der-stadt.de/aktuelles/mit-der-3-30-300-regel-zu-mehr-stadtgruen-fuer-alle.
Mehr Stadtgrün bedeutet kühlere Straßen, bessere Luft, mehr Artenvielfalt und also für alle Menschen eine höhere Lebensqualität – gerade in Zeiten zunehmender Hitzewellen. Klimaanpassung ist kein Luxus, sondern Daseinsvorsorge. Lübeck muss jetzt handeln und unsere Stadt fit für die Zukunft machen.
Wer mehr darüber erfahren möchte, ist eingeladen, am kommenden Donnerstag um 16 Uhr zum Klingenberg in die Lübecker Innenstadt zu kommen. Sonnenhut, Getränk oder Kühlpad nicht vergessen – es handelt sich um einen der heißesten Plätze Lübecks. Die Ehrenamtlichen von Greenpeace Lübeck informieren über die Auswirkungen der Hitze und laden ein zum Gespräch über Lösungen für eine hitzeresiliente Stadt. Gemeinsam wollen wir zeigen, wie wir Lübeck auch bei Hitze sicherer und lebenswerter machen können.(")
Nachtrag (16.07.2026): "Die für heute geplante Aktion von Greenpeace Lübeck wird aufgrund des erhöhten Gewitterrisikos abgesagt", teilt Greenpeace mit. Die Sicherheit aller Teilnehmer und Helfer habe oberste Priorität.
Caroline Weck bei der Vorbereitung des Banners. Foto: Greenpeace Lübeck
Text-Nummer: 180660 Autor: Greenpeace/red. vom 14.07.2026 um 16.42 Uhr
