SPD lehnt Schließung der Praxisklinik ab
Lübeck - Travemünde: Die SPD Kücknitz-Travemünde setzt sich einer Mitteilung zufolge für den Erhalt der Praxisklinik Travemünde ein. „Der SPD-Ortsverein Kücknitz-Travemünde lehnt Pläne der Landesregierung zur Schließung der Praxisklinik in Travemünde entschieden ab“, heißt es darin. Das Thema war durch eine Pressemitteilung von Gesundheitsministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken zur Krankenhausreform aufgekommen (wir berichteten am 09.07.2026).Wir veröffentlichen die Mitteilung der SPD im Wortlaut:
(„)
„Eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in Travemünde, wie es die Landesregierung offensichtlich plant, ist für uns nicht akzeptabel“, sagt Henning Grosskreutz aus Travemünde, SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Lübeck-Ost, zu dem das Seebad gehört. Gerade ältere Menschen seien im Falle eines Unfalls oder einer Erkrankung auf eine wohnortnahe Versorgung angewiesen. Dazu gehöre auch ein Bettenangebot für kürzerfristige stationäre Behandlungen, zum Beispiel nach einer Operation in der Praxisklinik, die mit einem hochmodernen OP-Saal ausgerüstet ist.
Nach den Plänen von Landes-Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) sollen Kranke und Verletzte in Travemünde künftig nur noch ambulant in Facharztpraxen behandelt werden. Wer in einer Klinik stationär behandelt werden muss, soll in die Sana-Kliniken und das UKSH aufgenommen werden. Die Praxisklinik werde die Anforderungen der Gesundheitsreform voraussichtlich nicht erfüllen.
Grosskreutz erwartet vom Land, dass auch die Zukunft mitbedacht wird: „Travemündes Bevölkerung wächst, mit den neuen Wohngebieten am Dreilingsberg und bald auch am Howingsbrook wird der Bedarf einer wohnortnahen medizinischen Versorgung steigen. Deshalb sollte die Praxisklinik eher ausgebaut als abgewickelt werden.“
Renate Prüß, Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins Kücknitz-Travemünde, betont das innovative und in langjähriger Erfahrung bewährte Konzept aus stationärer und ambulanter Versorgung. „Das greift im Sinne des Wohls der Patienten auch bei akuten Erkrankungen ineinander. Die Praxisklinik ist kein Krankenhaus im herkömmlichen Sinn, das muss bei der Landesplanung Berücksichtigung finden“, so Prüß.
Sandra Odendahl, Co-Kreisvorsitzende der SPD, unterstützt die Pläne des Ortsvereins. „Es ist richtig, mit allen betroffenen Ärzten und Bürgern ins Gespräch zu gehen und mit den für die Entscheidung Verantwortlichen Wege zu finden, wie die besonders für die Travemünder und Kücknitzer Patienten unverzichtbare Praxisklinik erhalten bleiben kann.
Um eine hochwertige und wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung jenseits der Trave auch künftig zu gewährleisten, ist nach Überzeugung des SPD-Ortsvereins Kücknitz-Travemünde der Erhalt der Praxisklinik mit den beiden Fachärzte-Praxen die beste Lösung. Wer einmal mit einer frischen Verletzung akut in der Praxisklinik versorgt werden konnte, statt stundenlang in der oft hoch belasteten Notaufnahme der Sana-Klinik in der Innenstadt oder des UKSH warten zu müssen, weiß die Leistungsfähigkeit dieses Modells zu schätzen.
(„)

„Eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in Travemünde, wie es die Landesregierung offensichtlich plant, ist für uns nicht akzeptabel“, sagt Henning Grosskreutz (SPD) aus Travemünde. Foto: Archiv/HN
Text-Nummer: 180695 Autor: SPD/red. vom 16.07.2026 um 09.57 Uhr
