Frist abgelaufen: Widerstand gegen Stromtrasse durch den Stadtwald hält an

Lübeck: Mit Ablauf des 15. Juli ist die Einwendungsfrist zum zweiten Planänderungsverfahren der Elbe-Lübeck-Leitung beendet. Das berichtet das „Bündnis Lübecker Stadtwald“ und fordert weiterhin „eine ernsthafte Prüfung der Nordumgehung“. Eine neue Petition zum Schutz der Stadtwälder werde gestartet, heißt es.

Dazu erklärt das Bündnis:

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Der Netzbetreiber TenneT beantragt damit eine Überspannung des Bartelsholzes bei Lübeck-Moorgarten. Doch auch diese Variante hätte massive Eingriffe in den Lübecker Stadtwald zur Folge. Das Bündnis „Lübecker Stadtwald retten!“ hält die Überspannung daher nach wie vor für den falschen Weg.

„Wer behauptet, eine Überspannung schone den Wald, verschweigt die Realität. Auch diese Planung bedeutet Kahlschlag auf einer Fläche von mehr als sechs Hektar. Ein Wald, der über Jahrzehnte gewachsen ist, lässt sich nicht einfach ersetzen“, erklärt das Bündnis.

Das Bündnis verweist darauf, dass die von ihm vorgeschlagene nördliche Umgehung des Bartelsholzes über Ackerflächen weiterhin eine realisierbare Alternative darstellt. Die Variante ist nach den vorliegenden Berechnungen hinsichtlich Trassenlänge, Anzahl der Masten und der Kosten für die Mastgründung mit der Waldtrasse vergleichbar. Gleichzeitig würde sie den großflächigen Eingriff in den Lübecker Stadtwald vollständig vermeiden.

Auch die Naturschutzverbände haben sich in ihren Stellungnahmen klar gegen eine Überspannung
des Bartelsholzes und für die Nordumgehung ausgesprochen. Aus Sicht des Bündnisses zeigt dies deutlich, dass es gute und fachlich begründete Argumente für eine waldschonende Lösung gibt. Der Lübecker Stadtwald ist Kohlenstoffspeicher, Wasserspeicher, Rückzugsraum für zahlreiche Arten und ein unverzichtbarer Baustein der kommunalen Klimaschutzstrategie. Gerade in Zeiten zunehmender Hitze- und Dürreperioden sei jeder Hektar Wald von unschätzbarem Wert.

„Es geht nicht darum, die Energiewende zu verhindern. Im Gegenteil, wir haben bereits seit März 2025 eine konstruktive Alternative vorgeschlagen. Der Ausbau der Stromnetze und der Schutz unserer wertvollen Stadtwälder dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, so das Bündnis
weiter.

Unabhängig vom laufenden Planfeststellungsverfahren ruft das Bündnis die Bevölkerung dazu auf, sich weiterhin für den Erhalt des Stadtwaldes einzusetzen. Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe wurde die bundesweite Petition „Finger weg von unseren Stadtwäldern!“ gestartet. Die Initiative setzt sich für einen besseren Schutz von Stadtwäldern in ganz Deutschland ein. Für das Ziel von 20.000 Unterschriften, fehlen aktuell noch 7.000 Stück. Die Petition kann online unterzeichnet werden (mitmachen.duh.de).

Auch nach Ende der Einwendungsfrist ist klar: Für den Lübecker Stadtwald ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Jetzt liegt es an der Planfeststellungsbehörde, die vorgebrachten Argumente unabhängig zu bewerten und eine Lösung zu wählen, die Energiewende und Waldschutz gleichermaßen berücksichtigt.
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Protest im Bartelsholz: Das Bündnis ‚Lübecker Stadtwald retten!‘ fordert eine waldschonende Nordumgehung für die geplante Elbe-Lübeck-Leitung. Foto: Bündnis

Protest im Bartelsholz: Das Bündnis ‚Lübecker Stadtwald retten!‘ fordert eine waldschonende Nordumgehung für die geplante Elbe-Lübeck-Leitung. Foto: Bündnis


Text-Nummer: 180698   Autor: Bündnis/red.   vom 16.07.2026 um 11.57 Uhr

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