Schwalbe vor Müll-Laster gerettet
Lübeck - Travemünde: Günter Wosnitza stand am Freitag, 24. Juli 2026, auf dem Heimweg zum Priwall in vorderster Reihe auf der Priwallfähre. Was ein großes Glück für eine junge Schwalbe war, die hilflos auf dem Platz vor dem Anleger lag. Der Travemünder hielt beherzt einen Müllwagen auf, der neben ihm stand. Sonst hätte das Tier wohl keine Chance gehabt.Die junge Schwalbe sei etwa vier Meter vor dem Fähranleger vermutlich notgelandet, erzählt Günter Wosnitza. Die Klappe ging runter und der Müllwagen wollte anfahren. Geistesgegenwärtig sprang Wosnitza aus seinem Auto und schlug mit der flachen Hand zweimal beherzt gegen die Tür des Müllfahrzeugs. „Der Fahrer hat wohl einen Schreck gekriegt und gebremst“, erzählt der Tierfreund.
Günter Wosnitza ging sofort vor das Müllfahrzeug, damit es nicht wieder anfahren kann, so erzählt er es. Er nahm die kleine Schwalbe mit beiden Händen und bedeckte sie im Auto mit einer leichten Jacke, damit sie nicht wegkonnte. Zu Hause zog die Schwalbe dann in einen komfortableren Pappkarton um, in den extra Luftlöcher gebohrt wurden.
Im Anschluss wurde die Schwalbe ins Tierheim Kücknitz gebracht. Dort wird das Schwalbchen jetzt auf der „Päppel-Station“ versorgt, wo sich eine Mitarbeiterin um eine ganze Reihe solcher Fälle kümmert, darunter sicher auch mehrere Jungschwalben.
Brutzeit von Mai bis August
Schwalben sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Die putzigen Tiere sind standorttreu, ihre Nester steuern sie jedes Jahr aufs Neue an. Die Brutzeit heimischer Schwalben (hauptsächlich Rauch- und Mehlschwalben) erstreckt sich von Mai bis August, teilweise sogar bis in den September hinein. Junge Schwalben am Boden brauchen fast immer Hilfe. Zurzeit sieht man die Tiere unter vielen Hausdächern brüten. Der NABU berichtet auf seiner Internetseite, dass die Insektenfresser bei uns immer seltener werden. Wen die Hinterlassenschaften stören, der kann sogenannte „Kotbretter“ anbringen, um Fassaden, Fenster oder Terrassen zu schützen. Eine Schicht Sand (etwa Spielsand oder Vogelsand) schützt den Boden und erleichtert die spätere Reinigung.

Mit einer beherzten Aktion an der Priwallfähre rettete Günter Wosnitza eine junge Schwalbe. Foto: Symbolbild
Text-Nummer: 180888 Autor: Helge Normann vom 27.07.2026 um 15.18 Uhr
