Lübecks Haushaltsloch im kommenden Jahr bei 162 Millionen Euro

Lübeck: Die Verwaltung hat den städtischen Haushalt für das kommende Jahr veröffentlicht. Darin wird ein Defizit von 162 Millionen Euro geplant. An Investitionen für Schulen und Kitas werde aber nicht gespart, versichert Bürgermeister Jan Lindenau. Dafür werden Sonderzahlungen des Bundes verwendet.

„Leider bewegt sich die Hansestadt Lübeck wie nahezu alle Städte und Gemeinden in Deutschland in finanziell rauer See. Trotz vieler öffentlichkeitswirksamer Hinweise wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Kommunen nicht so weit erleichtert, dass ein ausgeglichener Haushalt zumindest am Horizont sichtbar wäre. Die Kommunen leisten einen zentralen Beitrag zum Funktionieren unserer Demokratie und für ein stabiles Gemeinwesen. Solange von allen öffentlichen Steuereinnahmen die Städte und Gemeinden in Deutschland einen Anteil von nur etwa 14 Prozent erhalten, aber 25 Prozent aller öffentlichen Ausgaben sicherstellen sollen, ist die Misere der Kommunen aus eigener Kraft nicht zu lösen“, erläutert Bürgermeister Jan Lindenau.

„Wir schaffen es, das Defizit auf das Niveau des Vorjahres zu begrenzen – trotz steigender Ausgaben. Mit der digitalen Veröffentlichung der Haushaltsplanung stellen wir den Gremien und der interessierten Öffentlichkeit nun frühzeitig und transparent die finanzielle Lage dar, und bilden damit die Grundlage für den weiteren Diskurs“, so Lindenau weiter.

Der Haushalt 2027 sieht Aufwendungen von 1,38 Milliarden Euro sowie Erträge von 1,22 Milliarden Euro vor. Die Planung führt damit wie die Verwaltungsvorlage des letzten Jahres zu einem Defizit von 162 Millionen Euro.

In Abstimmung mit der Kommunalaufsicht werden die Sparbemühungen fortgesetzt. Über die Maßnahmen des Haushalts 2026 wird der jeweilige Stand in den Quartalsberichten dargestellt, für 2027 fortgeführt und erweitert. Für die Finanzierung von Investitionen kann erstmalig auf das Sondervermögen des Bundes zugegriffen werden. Dieses erleichtert die notwendigen Investitionen insbesondere in Schulen und Kitas, die auch im kommenden Jahr weiterhin einen Schwerpunkt bei den Investitionen darstellen.

„Das Sondervermögen ermöglicht es uns, weiterhin notwendige Investitionen in die öffentliche Infrastruktur auf hohem Niveau der Vorjahre zu halten, schafft aber leider keinen Spielraum für neue Projekte und Vorhaben aufgrund der allgemein schwierigen Haushaltslage, die uns weiterhin zu sparsamen Handeln zwingt. Dennoch tätigen wir weiterhin wichtige Investitionen für die zukunftsorientierte Stadtentwicklung“, verspricht der Bürgermeister.

Die finale Entscheidung über den Haushalt trifft die Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 24. September 2026. Zuvor beraten alle Fachausschüsse ab 20. August 2026 den Haushaltsentwurf.

Mittlerweile liegt der Jahresabschluss des Haushalts für das Jahr 2025 vor. Der genehmigte Haushaltsplan 2025 wies in der Planung einen Fehlbetrag in Höhe von 86,4 Millionen Euro aus. Nach nun vorliegender Endabrechnung konnte ein leicht besseres Ergebnis mit einem Fehlbetrag von rund 83,8 Millionen Euro erreicht werden.

Im Interaktiven Haushalt der Hansestadt Lübeck stehen die Planzahlen online unter www.luebeck.de/haushalt zur Verfügung.

Die Stadtverwaltung hat den Haushaltsplan für 2027 veröffentlicht.

Die Stadtverwaltung hat den Haushaltsplan für 2027 veröffentlicht.


Text-Nummer: 180931   Autor: Presseamt/red.   vom 29.07.2026 um 14.45 Uhr

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