Benzinpreis vormittags zwischen 2,15 und 2,20 Euro

Lübeck: Seit Beginn des Iran-Krieges beobachtet und kommentiert Harald Denckmann die Entwicklung der Benzinpreise in Lübeck. Die daraus entstehende Inflation trifft nicht nur die Autofahrer.

Mittags darf man wirklich nicht tanken. Heute waren einige Zapfsäulen um 12 Uhr tatsächlich mit 2,40 Euro pro Liter Super E5 dabei, haben sich aber bis 15 Uhr bereits wieder auf 2,22 Euro heruntergearbeitet. Das Ganze ist wirklich ein albernes Jo-Jo Spiel, das sich seit Einführung des 12-Uhr Deckels täglich an den Tankstellen abspielt.

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Wie man an der Grafik erkennt, hat sich das Preisniveau etwa bei einem Wert von 2,20 Euro eingependelt. Das gilt momentan auch in etwa für die Dieselpreise, und E10 ist eh an den Wert von E5 gekoppelt und bewegt sich synchron etwa 6 Cent unter dem jeweiligen Preis von Super E5.

Zu verstehen ist das Preisniveau von 2,20 Euro pro Liter Super E5 einmal wieder nicht, denn der Rohölpreis bewegt sich derzeit auf einem Niveau zwischen 85 und 90 US-Dollar. Wir notieren in diesem Zusammenhang immer den Handel an der Wall Street. Das war früher im Jahr schon einmal erheblich höher. Da ging es um Preise von etwa 110 US-Dollar und der Tankstellenpreis lag ebenfalls etwa bei 2,20 Euro pro Liter.

Da gibt es momentan erhebliche Schwankungen. Sobald die Spannungen zwischen USA und Iran sich verschärfen, zieht der Rohölpreis an. Jede Entspannung an der Straße von Hormus führt aber sofort zu deutlichen Ausschlägen des Rohölpreises nach unten, es müsste demnach auch für uns billiger werden, wird es aber nicht. Dadurch entstehen natürlich im Handel Gewinne, von denen der Verbraucher aber nichts hat.

Alle Diskussionen, da zu besteuern oder beispielsweise einen Tankpreis-Deckel einzuführen, sind mittlerweile auch verstummt. Da können wir einmal gespannt sein auf die Inflationsrate für den Monat Juli 2026, die demnächst bekannt gegeben werden dürfte, denn das ist letzten Endes die entscheidende Auswirkung für den Verbraucher. Alle merken, dass die allgemeine Zurückhaltung spürbar wird. Die Gastronomie merkt es an den Bestellungen, die Märkte an deutlicher Zurückhaltung der Käufer.

Da kann man nur hoffen, dass die große Auswechslung des politischen Personals in Berlin für den Wirtschaftsstandort Deutschland etwas bringt, und aus Amerika nicht weiteres Zolltheater ansteht. Ein wenig konjunkturellen Treibstoff könnten wir schon gut gebrauchen.

Trotz aktuell sinkender Rohölpreise bleibt das Tanken teuer. Foto, Grafik: Harald Denckmann

Trotz aktuell sinkender Rohölpreise bleibt das Tanken teuer. Foto, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 180935   Autor: Harald Denckmann   vom 29.07.2026 um 17.17 Uhr

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