BfL: Verkehrschaos mit Ansage

Lübeck: Die Wählergemeinschaft Bürger für Lübeck (BfL) übt scharfe Kritik am Baustellenmanagement der Hansestadt Lübeck. Die aktuelle Verkehrslage rund um die Vollsperrung der Eric-Warburg-Brücke zeigt nach Auffassung der BfL schonungslos, wie mangelnde Koordination und fehlende Entscheidungsstärke die gesamte Stadt lahmlegen.

Wir veröffentlichen die Mitteilung von Lothar Möller, Mitglied der Bürgerschaft und Vorsitzender der BfL, im Wortlaut:

(")Die Erneuerung der Eric-Warburg-Brücke ist notwendig und längst überfällig. Jahrzehntelang wurden Straßen und Brücken kaputtgespart. Dass jetzt saniert werden muss, versteht jeder vernünftig denkende Mensch. Was die Bürger jedoch nicht verstehen, ist das organisatorische Chaos, das die Stadt ihnen zumutet.

Mit der Sperrung der Eric-Warburg-Brücke fallen gleichzeitig weitere wichtige Verkehrsverbindungen wie die Beckergrube und die Mühlentorbrücke aus. Der Verkehr wird ausgerechnet über Straßen umgeleitet, die bereits selbst durch Baustellen, Fahrstreifenreduzierungen oder veränderte Ampelschaltungen erheblich belastet sind. Besonders an der Marienbrücke bilden sich täglich kilometerlange Rückstaus.

Wer Umleitungsverkehr durch Straßen schickt, die längst an ihrer Belastungsgrenze angekommen sind, beweist vor allem eines: mangelnde Ortskenntnis und fehlende Abstimmung zwischen den verantwortlichen Stellen. So darf Verkehrsplanung in einer Großstadt nicht aussehen.

Die Leidtragenden sind täglich tausende Berufspendler, Handwerksbetriebe, Lieferdienste, Rettungsdienste und Unternehmen. Sie verlieren wertvolle Arbeitszeit, verbrennen Kraftstoff im Stop-and-go-Verkehr und verursachen zusätzliche Umweltbelastungen – alles Folgen einer mangelhaften Baustellenkoordination.

Besonders ärgerlich sind für viele Bürger die zahlreichen sogenannten Geisterbaustellen. Immer wieder bleiben Straßen über Wochen gesperrt, obwohl dort zeitweise weder Bauarbeiter noch Baumaschinen zu sehen sind.

Die Menschen haben nicht den Eindruck, dass zügig gearbeitet wird. Sie sehen Absperrungen, stehen täglich im Stau und fragen sich zu Recht, warum auf vielen Baustellen über Stunden oder sogar Tage niemand arbeitet. Dieses Bild schadet massiv dem Vertrauen in Verwaltung und Politik.

Die BfL fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel im Baustellenmanagement.

Unsere Forderungen:

Einrichtung eines zentralen Baustellenkoordinators mit echter Entscheidungs- und Weisungsbefugnis.

Verbindliche Abstimmung aller größeren Baumaßnahmen, damit wichtige Verkehrsachsen nicht gleichzeitig blockiert werden.

Arbeiten im Drei-Schicht-System.

Verpflichtung der beauftragten Unternehmen zu einem maximalen Personal- und Maschineneinsatz.

Konsequente Vertragsstrafen bei vermeidbaren Verzögerungen oder Fristüberschreitungen.

In der freien Wirtschaft kostet jede Verzögerung Geld. Warum sollte das bei öffentlichen Baustellen anders sein? Wer Fristen nicht einhält oder Baustellen über längere Zeit praktisch ruhen lässt, darf dafür nicht auch noch belohnt werden. Die Stadt muss ihre Auftragnehmer deutlich stärker in die Pflicht nehmen.

Für die BfL zeigt die aktuelle Situation deutlich, dass Lübeck kein Bauproblem, sondern vor allem ein Organisationsproblem hat.

Lübeck entwickelt sich immer mehr zur Königin der Geisterbaustellen. Überall Absperrungen, überall Staus – aber vielfach kaum sichtbare Baufortschritte. Das kostet Zeit, Geld und Nerven. Die Bürger haben Anspruch auf eine funktionierende Infrastruktur und auf eine Verwaltung, die Baustellen professionell plant, koordiniert und überwacht.

Abschließend appelliert die BfL an Bürgermeister und Verwaltung, die aktuelle Verkehrslage zum Anlass für einen Neustart im Baustellenmanagement zu nehmen.

Die Bürger erwarten keine Ausreden, sondern Lösungen. Lübeck braucht weniger Baustellenstillstand und mehr Baustellenfortschritt. Wer eine Straße sperrt, muss alles daransetzen, sie so schnell wie möglich wieder freizugeben. Das sind wir den Menschen und der Wirtschaft unserer Stadt schuldig.(")
Die BfL kritisieren das Baustellenmanagement in Lübeck.
Die BfL kritisieren das Baustellenmanagement in Lübeck.

Text-Nummer: 181045    Autor: BfL/red.    vom 9.8.2026 16.16 Uhr