Stau am Gneversdorfer Weg: Ali Alam fordert erneut Pop-up-Parkplatz

Lübeck - Travemünde: Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und – stehender Verkehr auf dem Gneversdorfer Weg in Richtung Travemünde. Wer am Wochenende in das Seebad wollte, brauchte viel Geduld – eine Situation, die den Travemünder Ali Alam in einer alten Forderung bestätigt. Doch dieses Mal lag das Verkehrschaos nicht allein am Besucheransturm, sondern hatte auch technische Gründe.



Bereits seit 2019 fordert Alam gemeinsam mit der Partei "Die Partei" eine vernünftige Lösung für die verkehrsstarken Tage im Ort: einen temporären Parkplatz, "Pop-up-Parkplatz" oder Park and Ride. Denn erfahrungsgemäß reichen schon vier bis fünf Tage im Jahr mit hohem Tagestouristen-Aufkommen, um Travemünde im Verkehrschaos versinken zu lassen. "Aus eigener Erfahrung war selbst eine Fahrradtour teilweise ein Abenteuer", so der aufmerksame Beobachter des örtlichen Geschehens.

Politik, Verwaltung und die "Sitzen-6-Attitüde"
Eigentlich sah es für die Parkplatz-Befürworter zuletzt gut aus: Im Jahr 2024 wurde das Konzept laut Ali Alam durch „Die Faktion“ erfolgreich beantragt und beschlossen. Doch die Freude währte nur kurz. Nach einer Prüfung durch die Verwaltung kassierte man laut Alam eine Absage von Bausenatorin Hagen: "Geht nicht. Gibt's nicht. Fertig". Er wirft der Verwaltung in dieser Hinsicht eine klassische "Sitzen-6-Attitüde" vor. Dabei gäbe es durchaus auch andere Ansatzpunkte, wie etwa eine deutlich bessere Ausschilderung des Parkhauses, damit ortsfremde Besucher dieses überhaupt erst finden.

Zwei Züge pro Stunde verschärfen die Lage
Dass das Problem nicht verschwindet, wenn man es aussitzt, zeigt sich am Nadelöhr Bahnschranke. Alam verweist auf die Pläne der Deutschen Bahn, künftig zweimal pro Stunde statt nur einmal nach Travemünde zu fahren. Das bedeutet, dass die Schranken bis zu 15 Minuten oder länger geschlossen bleiben könnten. Die unvermeidliche Folge: Die Autos stauen sich vor den Schranken und erhöhen die ohnehin bestehende Staugefahr am Gneversdorfer Weg. In der Vergangenheit gab es laut Alam bereits heikle Situationen, in denen sogar ein Krankenwagen wegen des dichten Verkehrs kaum zum Strand durchkam, um Hilfe zu leisten.

Diesmal war es die Technik
Die aktuellen Bilder des langen Rückstaus am Gneversdorfer Weg, der sich bis zum Supermarkt und der Kreuzung zog, scheinen die Dringlichkeit der Forderungen nach Entlastung perfekt zu unterstreichen. Doch wie sich im Laufe des Tages herausstellte, lag der massive Stillstand dieses Mal gar nicht primär an der schieren Masse der angereisten Strandbesucher. Der wahre Übeltäter war viel profaner: Eine Bahnschranke war schlichtweg defekt und löste das Chaos aus.

Dennoch bleibt Alams Appell bestehen, das Thema Parkraum noch einmal zu überdenken. Denn auch wenn dieses Mal die Technik streikte – der nächste planmäßige Ansturm der Tagestouristen kommt bestimmt. Und dann hilft auch eine reparierte Schranke nicht gegen fehlende Parkplätze.
Der Gneversdorfer Weg ist Travemündes einzige große Zufahrtsstraße, seit die Verbindung am Skandinavienkai zugunsten der Hafenerweiterung geopfert wurde. Jedes Hindernis kann da schnell zu einem ordentlichen Stau werden. Fotos: Ali Alam
Der Gneversdorfer Weg ist Travemündes einzige große Zufahrtsstraße, seit die Verbindung am Skandinavienkai zugunsten der Hafenerweiterung geopfert wurde. Jedes Hindernis kann da schnell zu einem ordentlichen Stau werden. Fotos: Ali Alam

Text-Nummer: 181119    Autor: Ali Alam/red.    vom 11.8.2026 8.03 Uhr