White Dinner auf dem Priwall

Lübeck - Travemünde: Das erste „White Dinner“ soll es im Jahre 1988 in Paris gegeben haben, als der Gastgeber wegen Überfüllung seine Gartenparty spontan in den öffentlichen Park verlegte. Dresscode für die Gäste: Weiße Kleidung. Daraus wurde ein weltweiter Trend, den es seit sieben Jahren auch auf der Travemünder Halbinsel Priwall gibt. Mit wachsendem Erfolg.



Am vergangenen Wochenende blieben dann viele zufällige Spaziergänger neugierig stehen, als ihnen die weiße Deko mit den weiß gekleideten Menschen im Seeweg auffiel.

Einladung per Aushang
Die Nachbarschaftsveranstaltung für die Wochenendhaussiedlung auf dem Priwall wurde per Aushang und sogar mit einem großen Transparent auf einer Hecke bekannt gegeben: Das „7. White Dinner“ würde am Samstag, 08. August 2026, um 18:00 Uhr beginnen, war da zu lesen. „Bitte kommt in weißer (heller) Kleidung und bringt neben der guten Laune Tische, Stühle, weiße Tischdecken, Lichter für die Tische, Getränke und Picknickkorb mit“. Alle Leckereien sollten möglichst beschriftet und zu einem gemeinsamen Buffet zusammengestellt werden. Eingeladen waren „Alle Priwall-Freunde, von jung bis alt“. Für einen tollen Sommerabend und eine volle Tanzfläche sollte „DJ Ralf“ garantieren.



Musik bis Mitternacht
Das „White Dinner“ auf dem Priwall ist während der Corona-Zeit entstanden, als es gesünder war, sich im Freien zu treffen. Die Straßen der Wochenendhaus-Siedlung sind Privatgelände. „Das machen wir seit sieben Jahren, und das ist eine Privatveranstaltung. Das sind alles Anwohner, die hier sitzen“, erzählen die beiden Organisatorinnen, zwei Schwestern. Jeder kann ohne Anmeldung mitmachen und einfach einen Tisch (mit Namensschild), Stühle und Tischdecken in Weiß mitbringen. Weiße Lämpchen auf den Tischen und über den Seeweg gespannte Lampions komplettieren das Bild. Es ist inzwischen auch ein Kennenlernfest, denn mit dem Generationswechsel steigt die Fluktuation in den Häuschen. Der DJ sorgt dann mit Musik bis Mitternacht für Stimmung. Das kommt offenbar an: Die Veranstaltung werde jedes Jahr größer, weil sie sich herumspreche, erzählten Teilnehmer. So wird es sicher auch ein achtes „White Dinner“ im Jahre 2027 geben.

Nachbar erstattet Anzeige im Vorfeld der Party
Dass sie angezeigt wurden, davon haben die Teilnehmer erst kurz vor Beginn der Veranstaltung durch eine Nachfrage von HL-live.de erfahren. „Es wird befürchtet, dass es sich hier wieder nicht um ein gesittetes, gemütliches Picknick handelt, was suggeriert wird, sondern wiederum um eine Party mit reichlich Alkoholgenuss und lautstarker Beschallung“, heißt es in der Anzeige. Darauf weise ja bereits der Hinweis „DJ Ralf“ im Aushang hin. Bereits in den vergangenen Jahren sei die Lautstärke „mit zunehmendem Alkoholgenuss ständig erhöht“ worden. Schließlich verweist der Beschwerdeführer noch auf die geplante Strandparty in Scharbeutz (wir berichteten), die von der dortigen Gemeinde verboten worden war. Die Anzeige sorgte für reichlich Gesprächsstoff im Seeweg, tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Man hätte noch nie Ärger gehabt, hieß es. Und auch am nächsten Tag erklärten die Veranstalter auf Nachfrage, dass keine Ordnungsbehörden dagewesen seien.
Das „White Dinner“ auf dem Priwall gibt es seit sieben Jahren. Fotos: Helge Normann
Das „White Dinner“ auf dem Priwall gibt es seit sieben Jahren. Fotos: Helge Normann

Text-Nummer: 181125    Autor: Helge Normann    vom 10.8.2026 18.47 Uhr