Größter Truck der CSD-Geschichte rollt durch Lübeck

Lübeck - Innenstadt: Am Samstag, 15. August 2026, feiert der Christopher Street Day in der Hansestadt einen Rekord: Die Initiative „Welcoming Out“ ist erstmals mit einem eigenen Doppelstock-Truck dabei. Gemeinsam mit drei norddeutschen Unternehmen setzen die Initiatoren ein starkes Zeichen für queere Akzeptanz.



Er bietet Platz für über 100 Menschen und überragt damit alles, was der Lübecker CSD bisher auf seinen Demonstrationszügen gesehen hat. Der Truck der gemeinnützigen Organisation Welcoming Out fährt als politisches Statement unter dem diesjährigen Motto „Akzeptanz ist #unverhandelbar“ mit. Für die musikalische Begleitung an Bord sorgt Co-Geschäftsführer Markus Hoppe als DJ, zudem ist die Drag Queen Sister Sinistra dabei, die später auch auf dem Straßenfest auftritt.

Das Konzept von Welcoming Out dreht das klassische Coming-out um. Nicht queere Menschen sollen den ersten Schritt machen müssen, sondern ihr Umfeld zeigt sich solidarisch. Wer das Symbol der Initiative – zwei sich umarmende Personen – sichtbar trägt, signalisiert: Bei mir kannst du dich angstfrei outen.

Dass der Truck gerade jetzt so prominent durch Lübeck rollt, hat einen ernsten Hintergrund. Ein tödlicher Anschlag auf den Berliner CSD vor drei Wochen habe gezeigt, wie angreifbar die Community ist. Für Welcoming Out sei das ein Grund, lauter statt leiser zu werden. „Es ist wichtig, nicht nur bei den großen CSDs in den Metropolen sichtbar zu sein, sondern gerade auch die kleineren Städte zu unterstützen“, erklärt Co-Geschäftsführerin Vanessa Lamm. Abseits der Großstädte sei es oft noch stärker mit Stigma und Anfeindungen verbunden, queer zu sein.

Möglich gemacht wurde der Rekord-Truck durch einen branchenübergreifenden Zusammenschluss: Die Schwartauer Werke, die edding Group und die Volksbank Lübeck finanzieren den Auftritt gemeinsam. Markus Hoppe nennt dies „mehr als Sponsoring“. Wenn Unternehmen Haltung gemeinsam sichtbar machten, entstehe ein Signal, das gerade jetzt gebraucht werde. Patricia Siebel von edding betont, es sei wichtig, füreinander einzustehen und sich gemeinsam mit starken Partnern für eine Gesellschaft einzusetzen, in der Vielfalt selbstverständlich ist. Dem schließt sich auch Florian Brombach, Personalleiter der Schwartauer Werke, an: Gerade wenn queere Sichtbarkeit angegriffen werde, müsse man laut bleiben und ein Zeichen für Respekt setzen.

Die Initiative ist in der Region keine Unbekannte mehr. Bereits 2025 wurden die Schwartauer Werke der erste Unterstützer in Schleswig-Holstein, und auch der Veranstalter Lübeck Pride schloss sich dem Bündnis an. In der Stadt gibt es mittlerweile zahlreiche Ausgabestellen, an denen die Buttons und Sticker der Kampagne kostenlos erhältlich sind.

Zusätzlich zum Truck ist Welcoming Out am Freitag, 14. August, und Samstag, 15. August, jeweils von 15 bis 21 Uhr mit einem Informationsstand auf dem CSD-Straßenfest vertreten.
Ein unübersehbares Statement auf dem Lübecker CSD: Der Doppelstock-Truck der Initiative Welcoming Out bietet Platz für über 100 Menschen und rückt das Thema Akzeptanz in den Mittelpunkt. Fotos: Azouz-Fotografie
Ein unübersehbares Statement auf dem Lübecker CSD: Der Doppelstock-Truck der Initiative Welcoming Out bietet Platz für über 100 Menschen und rückt das Thema Akzeptanz in den Mittelpunkt. Fotos: Azouz-Fotografie

Text-Nummer: 181135    Autor: Veranstalter/red.    vom 12.8.2026 7.28 Uhr