Greenpeace lädt zur Aktionswoche in Travemünde

Lübeck - Travemünde: Unter dem Motto „Gemeinsam stark für den Schutz der Ostsee“ lädt Greenpeace am Sonntag, 16.08.2026, in der Zeit von 11:00 bis 16:00 Uhr zum Aktionstag in Travemünde. Die Veranstaltung findet an der Strandpromenade Höhe Lotsenturm/Strandterrassen statt.

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Keine Fische, keine Pflanzen, kein Sauerstoff: Gemeinsam mit der Crew von Boris Herrmanns Forschungssegler „Malizia Explorer" dokumentierte Greenpeace Ende Juli den aktuellen Sauerstoffgehalt im Wasser und sogenannte tote Zonen am Grund der Ostsee. Die Messergebnisse – unter anderem aus der Kieler Förde – sind besorgniserregend! Die Ostsee leidet massiv unter Überdüngung. In der Folge entstehen tote Zonen am Grund des Meeres, in denen kein oder nur wenig Leben möglich ist. Was ist die Ursache? Über 90 % der Ostsee sind überdüngt!

Auf diese Bedrohung durch Überhitzung und Überdüngung macht Greenpeace Lübeck am Sonntag, 16.08.2026, von 11:00 bis 16:00 Uhr an der Strandpromenade in Travemünde, Höhe Lotsenturm/Strandterrassen, aufmerksam. Am Infostand zeigen die Ehrenamtler aus Lübeck Videos mit Unterwasseraufnahmen, die Wissenschaftler mit Tauchrobotern und Tauchern von Greenpeace Ende Juli vor der Küste Schleswig-Holsteins gemacht hatten.

Die Aufnahmen zeigen die Unterschiede zwischen intaktem Meeresgrund und sogenannten toten Zonen, in denen weder Pflanzen noch Tiere überleben. „Die Ostsee ist ein einzigartiges Naturparadies – für Touristen genauso wertvoll wie für uns Einheimische“, sagt Stefan Parpart von Greenpeace Lübeck. „Gerade in der Urlaubszeit möchten wir mit den Menschen ins Gespräch kommen und zeigen, wie jeder von uns zum Schutz des Meeres beitragen kann.“

Von Bord des Forschungsseglers „Malizia Explorer“ von Boris Herrmann hat Greenpeace zudem mit Sonden den Sauerstoffgehalt des Meeres gemessen, der für die Entstehung von toten Zonen entscheidend ist. Demnach hat sich die Situation seit den letzten Untersuchungen von Greenpeace 2018 nicht verbessert. Die Greenpeace-Aktionstage finden außer in Lübeck auch in Kiel, Eckernförde und Flensburg statt.

Tote Zonen entstehen vor allem durch Überdüngung in der industriellen Landwirtschaft. Denn Betriebe mit Tierhaltung produzieren große Mengen Gülle. Überschüssige Nährstoffe gelangen über Bäche und Flüsse ins Meer und lassen Algen und Cyanobakterien (Blaualgen) massenhaft wachsen. Die klimabedingte Meereserwärmung verstärkt diese Prozesse der Algenblüte. Sterben die Wasserpflanzen ab und sinken auf den Meeresboden, verbrauchen Bakterien bei der Zersetzung den Sauerstoff. Werte unter vier Milligramm pro Liter setzen viele Meeresbewohner unter Stress. Sinkt die Menge gelösten Sauerstoffs im Wasser auf unter zwei Milligramm pro Liter, können tote Zonen entstehen. Dort ersticken Fische und Bodenlebewesen, Seegraswiesen sterben ab, da sie bei Algenblüten nicht mehr genügend Licht bekommen.

Bundespolitik in der Verantwortung
Mehr als 30 Prozent der nationalen Meeresfläche hat Deutschland auf dem Papier bereits unter Schutz gestellt. Für einen echten Schutz müsste Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) jedoch wirksame Maßnahmen ergreifen, die Fischerei und andere industrielle Nutzung dort untersagen. Um die gefährliche Überdüngung zu stoppen und die Ostsee vor hohen Nährstoffeinträgen zu schützen, ist vor allem das Düngerecht von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) zu korrigieren. Die Stoffstrombilanz, durch die Stickstoffüberschüsse auf Betriebsebene erfasst wurden, schaffte der Minister kurz nach seinem Amtsantritt ab. Doch der Staat muss wissen, welcher landwirtschaftliche Betrieb wie viele Nährstoffe ausbringt. Landwirte, die zu viel düngen, sollten konsequent nach dem Verursacherprinzip zur Verringerung verpflichtet werden.

Unter dem Motto „Gemeinsam stark für den Schutz der Ostsee“ lädt Greenpeace am Sonntag, 16.08.2026, in der Zeit von 11:00 bis 16:00 Uhr zum Aktionstag in Travemünde. Foto: Greenpeace

Unter dem Motto „Gemeinsam stark für den Schutz der Ostsee“ lädt Greenpeace am Sonntag, 16.08.2026, in der Zeit von 11:00 bis 16:00 Uhr zum Aktionstag in Travemünde. Foto: Greenpeace


Text-Nummer: 181154   Autor: Veranstalter/red.   vom 14.08.2026 um 09.03 Uhr

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