Forum empfiehlt Ausstellung Zachor in Lübeck

Lübeck - Innenstadt: Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck empfiehlt den Besuch der Ausstellung „Zachor: Erinnere Dich!“ in der Marienkirche. Sie thematisiert die Deportation Lübecker Juden nach Riga 1941 und ist bis zum 31. August 2026 zu sehen.

Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck empfiehlt allen Bürgern den Besuch der Ausstellung „Zachor: Erinnere Dich!“ in der Lübecker Marienkirche. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. August 2026 geöffnet und behandelt die Deportation Lübecker Juden nach Riga im Dezember 1941 sowie die Verbrechen des Holocaust in Lettland.

Im Mittelpunkt der Ausstellung der Künstlerin Dagmar Calais und des Kunsthistorikers Chris Steinbrecher stehen die Lebensgeschichten der aus Lübeck deportierten Menschen. Eine besondere Installation erinnert an jede einzelne von ihnen. Aydin Candan, Vorstandsvorsitzender des Forums für Migranten, erklärt: „Wir teilen das Anliegen dieser Ausstellung und würdigen ihren wichtigen Beitrag zur Erinnerungs- und Bildungsarbeit. Die Geschichte der Lübecker Juden ist Teil unserer gemeinsamen Stadtgeschichte. Erinnern bedeutet Verantwortung.“

Für das Forum ist die Ausstellung nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch ein Anlass, über aktuelle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung zu sprechen. Spyridon Aslanidis, Beauftragter für interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben sowie für den Kampf gegen Antisemitismus, sagt: „Viele Menschen wurden allein aufgrund ihrer Herkunft, Überzeugungen, Kritik oder Zugehörigkeit zu einer Minderheit stigmatisiert. Das NSDAP-Regime und andere faschistische, totalitäre Herrschaftssysteme haben Menschen verfolgt, entrechtet und ermordet. Wir dürfen dieses Leid nicht vergessen. Erinnern bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und die Würde der Opfer zu achten.“

Das Forum versteht Erinnerungsarbeit als Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft. Candan betont: „Erinnerungsarbeit ist Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft. Gerade in einer vielfältigen Stadt wie Lübeck müssen wir uns bewusst machen, wohin Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung führen können. Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlicher Zusammenhalt müssen stets geschützt und gestärkt werden.“

Die Ausstellung lädt dazu ein, über die Folgen von Verfolgung und die Bedeutung eines respektvollen Miteinanders nachzudenken. Aslanidis erklärt: „Das Gedenken an die Opfer des Holocaust ist Ausdruck unseres Respekts und unserer Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.“

Das Forum für Migranten ruft dazu auf, die Ausstellung zu besuchen und sich mit den Lebensgeschichten der deportierten Menschen auseinanderzusetzen. Candan und Aslanidis erklären: „Erinnern schafft Verständnis. Und Verständnis stärkt den Zusammenhalt. Deshalb sind Ausstellungen wie ‚Zachor: Erinnere Dich!‘ für unsere freiheitlich-demokratische Kultur von großer Bedeutung.“

Damit verbindet das Forum zugleich einen Appell: Erinnerung darf nicht bei der Vergangenheit stehen bleiben. Sie soll dazu bewegen, heute und morgen für Menschenwürde, Demokratie, Vielfalt und friedliches Zusammenleben einzutreten. Abschließend danken Candan und Aslanidis der Kirchengemeinde St. Marien für die Ausstellung und gratulieren Pastor Robert Pfeifer und seinem Team.

Das Forum für Migranten setzt sich für Teilhabe, Integration, interkulturellen und interreligiösen Dialog, Gleichberechtigung sowie ein respektvolles Zusammenleben in Lübeck ein. Besondere Schwerpunkte sind der Einsatz gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus sowie die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck empfiehlt den Besuch der Ausstellung „Zachor: Erinnere Dich!“

Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck empfiehlt den Besuch der Ausstellung „Zachor: Erinnere Dich!“


Text-Nummer: 181212   Autor: Forum/red.   vom 15.08.2026 um 11.27 Uhr

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