Musik-Bibliothek feiert 150-jähriges Jubiläum

Lübeck - Innenstadt: Zum 150. Jubiläum der Musik-Bibliothek lädt die Stadtbibliothek Lübeck am 28. August 2026 zu einem ganz besonderen Abend ein: Unter dem Titel „Deep Blue Notes“ verschmelzen im Scharbausaal Jahrhunderte der Kunstgeschichte mit zeitgenössischer Musik. Die Kunsthistorikerin Dagmar Täube und der Komponist Bernd Thiele entführen ihr Publikum in ein faszinierendes, interdisziplinäres Dialogprojekt aus Bildbetrachtung und neuen Klangwelten.

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Musikbibliothek der Stadtbibliothek Lübeck sind Dagmar Täube und Bernd Thiele mit ihrem Programm „Deep Blue Notes – Alte Bilder und neue Musik“ im Scharbausaal zu Gast. Am Freitag, 28. August 2026, um 19 Uhr rücken große Werke der Kunstgeschichte auf neue Weise in den Fokus. Was können uns die ausgewählten Bilder über die Menschen erzählen, die sie gemacht haben, und über diejenigen, die zu dieser Zeit gelebt haben? Was ist geblieben, was hat sich verändert? Und wie können wir uns den Werken auf sinnliche und zugleich informative Art und Weise nähern?

Der Musiker und Komponist Bernd Thiele und die Kunsthistorikerin und ehemalige St.-Annen-Direktorin Dagmar Täube begeben sich auf die gemeinsame Suche nach Antworten zu diesen Fragen. Daraus ist ein interdisziplinäres Projekt entstanden, welches gleichermaßen anregend wie informativ und unterhaltsam ist.

Sie haben vier Gemälde durch die Jahrhunderte ausgewählt. Von ihnen hat sich Bernd Thiele zu neuen individuellen Kompositionen anregen lassen. Wichtig war für ihn, diese Bilder nicht als bloße Inspiration zu verstehen, sondern sich wirklich intensiv mit den Werken und ihrer Wirkung auseinanderzusetzen und dies in Musik zu transferieren. Dabei hat er sich in der Kenntnis der jeweils zeitgenössischen Musik auch neue Sichtweisen zugestanden. So adaptiert er etwa angesichts des „Weltgerichts“ von Stefan Lochner das „kosmische Raunen“ aus „Unanswered Question“ von Charles Ives. Es sind zwei Klavier- und zwei elektronisch generierte ‚Orchesterkompositionen‘ entstanden, die durch drei Intermezzi für Klavier motivisch und klanglich verbunden werden.

Die Texte zu diesen Bildern setzen sich auf performative Weise mit ihren Hintergründen und ihren Schöpfern und Schöpferinnen auf der Höhe der neuesten Erkenntnisse auseinander. Dagmar Täube hat zugunsten einer spielerischen und freieren Art des Zugangs bewusst auf den kunsthistorischen Vortrag verzichtet. So schreibt sie etwa einen Brief über ihre Zeit in Kanada zu dem Werk „By Air“ (2010) von Alice Teichert, zu dem es 2017 eine große Ausstellung im Museumsquartier St. Annen zu sehen gab. Aus der Sicht der Magd wird über Rembrandts „Selbstbildnis“ von 1669 erzählt und die „große Welle vor Kanagawa“ von Hokusai von 1831 verknüpft Täube mit Gedanken der WWF-Direktorin Heike Vesper. Schließlich erlebt um 1430 eine Figur des Bildes selbst das „Weltgericht“ von Stefan Lochner. Auch wenn nur vier Werke ausgewählt wurden, wird doch die große Spannweite der Entwicklung der Kunst und der unterschiedlichen Weltbilder deutlich.

Bei dem gut einstündigen Programm treten inspirierende Texte in den Dialog mit neuen Kompositionen, in denen mit dem Wissen der Musik aus der jeweiligen Zeit neue Klangwelten erschaffen werden. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Musikbibliothek der Stadtbibliothek Lübeck sind Dagmar Täube und Bernd Thiele mit ihrem Programm „Deep Blue Notes – Alte Bilder und neue Musik“ im Scharbausaal zu Gast. Foto: HL
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Musikbibliothek der Stadtbibliothek Lübeck sind Dagmar Täube und Bernd Thiele mit ihrem Programm „Deep Blue Notes – Alte Bilder und neue Musik“ im Scharbausaal zu Gast. Foto: HL

Text-Nummer: 181479    Autor: Presseamt/red.    vom 26.8.2026 16.24 Uhr