Vom Parkplatz zum attraktiven Schulgelände

Lübeck - Innenstadt: Eigentlich ist es nur eine Zwischenlösung. Die Schüler standen auf der Matte und brauchten geeignete Räumlichkeiten. Das neue Bildungshaus im Herzen der Stadt ist aber noch im Bau und kann noch nicht bezogen werden. Container mussten daher her und ein Platz musste gefunden werden. Am Mittwoch wurde die neue Schule in der Kanalstraße offiziell eröffnet.



Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Schülerinnen und Schüler vom Katharineum schätzen den Neubau in attraktiver Lage. Im Makler-Deutsch würde so etwas 'Studio Räumlichkeiten mit Blick auf alten Baumbestand und Kanaltrave' bezeichnet werden. Von daher verriet Schulleiter Stefan Philippi, dass seine Schüler nicht bummeln, wenn sie das neue Gebäude ansteuern, sondern sogar etwas früher kommen, um die entspannte Atmosphäre dort zu genießen.


Grit Sabelus von der Ernestinenschule begrüßte die Gäste in dem neuen Gebäude.

Zum Auftakt gab es daher auch einen Schuss Kultur. 'Dream a Little Dream of Me' wurde von Schülern des Katharineums a cappella dargeboten und von der Klasse mit viel Beifall bedacht. Die Klasse bestand heute aus den etwa 50 Gästen der Schuleröffnung, und die Redner Grit Sabelus von der Ernestinenschule, Senatorin Monika Frank und Stefan Philippi vom Katharineum durften heute ausnahmsweise noch einmal Frontalunterricht machen. Die Schule selbst ist natürlich so ausgestattet, dass auch moderne Unterrichtsformen möglich sind. Und sogar eine Campusklasse der Schule Wilhelmshöhe ist in dem Gebäude zu finden. Lehrer Jan Ehrich betont den großen Wert der zentralen Lage in Lübeck für seine Schüler in der Berufsorientierung.

Bevor die ersten Gebäudemodule angeliefert werden konnten, musste zunächst der Untergrund vorbereitet werden. Für die Gründung wurden insgesamt 120 Betonsäulen mit einem Durchmesser von jeweils 32 Zentimetern bis zu 18 Meter tief in den Boden eingebracht. Die ersten Module erreichten die Kanalstraße in der Nacht vom 23. auf den 24. März 2026 und wurden anschließend vor Ort montiert. Insgesamt besteht die Tragkonstruktion aus 36 jeweils 16,50 Meter langen Modulen, die nach der Montage vor Ort weiter ausgebaut und verkleidet wurden.

Die zweigeschossige Modulschule verfügt über 14 Klassenräume und vier Differenzierungsräume. Hinzu kommen zwei Kommunikationszonen, ein Raum für die Lehrkräfte, ein Besprechungsraum, ein Erste-Hilfe-Zimmer sowie Sanitär- und Technikräume. Auch die gemeinsame Campusklasse der Förderzentren mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung (GE), die im Schuljahr 2025/2026 noch die Modulschule an der Hüxwiese nutzte, ist an den neuen Standort umgezogen. Ihr stehen dort ein Klassenraum sowie ein Differenzierungsraum zur Verfügung.

Seit dem 17. August 2026 besuchen bis zu 420 Schüler der Mittel- und Oberstufe den neuen Schulstandort an der Kanalstraße.

Die gemeinsam von der Ernestinenschule, dem Katharineum und der Campusklasse der Förderzentren GE genutzten Außenanlagen bieten insgesamt 264 Fahrradstellplätze sowie verschiedene Sitzpodeste und teilweise verschattete Aufenthaltsbereiche. Da das Schulgebäude aufgrund seiner Gründung oberhalb der bestehenden Parkplatzfläche liegt und das Gelände ein Gefälle aufweist, wurde für den Zugang eine Treppenanlage mit seitlichen Pflanzinseln angelegt. Die Sitzpodeste und weiteren Sitzbereiche werden voraussichtlich bis Mitte September 2026 vollständig fertiggestellt. Ergänzend hat die Hansestadt Lübeck im angrenzenden öffentlichen Raum zusätzliche Bänke und Abfallbehälter aufgestellt.

Die Interimsschule ist dabei nicht nur eine Übergangslösung bis zur Fertigstellung des Bildungshauses: Anschließend soll der Standort auch weiterhin als Interimsfläche für weitere Sanierungsaufgaben im Schulbau genutzt werden. Damit steht das Gebäude auch langfristig als wichtiger Baustein für die anstehenden Investitionen in die Lübecker Schullandschaft zur Verfügung.

Im Original-Ton hören Sie Interviews von Harald Denckmann mit Grit Sabelus von der Ernestinenschule, Jan Ehrich von der Schule Wilhelmshoehe, Kultursenatorin Monika Frank und Bausenatorin Joanna Hagen.
Aus dem ehemaligen Parkplatz 1 in der Kanalstraße ist ein Schulstandort geworden. Fotos, O-Ton: Harald Denckmann
Aus dem ehemaligen Parkplatz 1 in der Kanalstraße ist ein Schulstandort geworden. Fotos, O-Ton: Harald Denckmann

Text-Nummer: 181498    Autor: H. Denckmann/Presseamt    vom 26.8.2026 19.29 Uhr

Kommentare zu diesem Text (3):

Klauser

schrieb am 27.8.2026 7.38 Uhr:
Das sind doch mal schöne Nachrichten, vielen Dank dafür!

Harry

schrieb am 27.8.2026 12.16 Uhr:
So kann man sich verfehlte Prioritäten und den jahrelangen Sanierungsstau an unseren Schulen natürlich auch schönreden. Warum räumt Herr Lindenau eigentlich nicht seinen eigenen Schreibtisch, setzt sich in den Container und überlässt den Schülern das Rathaus? Wahrscheinlich würden die Jugendlichen die Aufgaben dort sogar deutlich besser erledigen.

Normalbürger

schrieb am 27.8.2026 12.33 Uhr:
Das sogenannte Provisorium, steht den meisten massiven Schulgebäuden absolut nichts nach, weder optisch noch in der Nutzung, im Gegenteil die einzelnen Module sind in kürzester Zeit austauschbar. (ohne Millionen-Kosten u. Jahrelanger Planung)
Aber Container-Gebäude, auf Dauer geht gar nicht, zumindest aus Sicht unserer verantwortlichen Planer.