David Nethen wird neuer Kultursenator
Lübeck: Am Donnerstag wählte die Lübecker Bürgerschaft einen neuen Kultursenator. Gegen 17.35 Uhr stand das Wahlergebnis fest. David Nethen, der von Grünen und der Fraktion "Linke und GAL" unterstützt wurde. Er erhielt mit 16 Stimmen eine Stimme mehr als Christopher Lötsch.

Die Wahl erfolgte geheim. Gewählt wurde der Kandidat mit den meisten Stimmen. David Nethen konnte 16 Mitglieder der Bürgerschaft überzeugen, Christopher Lötsch 15, Amtsinhaberin Monika Frank 11 und Dr. Kathrin Ellwart 4.
David Neil Nethen wurde 1973 in North Baton Rouge, Louisiana, USA, geboren. Er ist Kultur- und Bildungsmanager, ehemaliger Opernsänger und Lehrer sowie Verwaltungsbeamter. Seit August 2024 leitet er das neu zusammengeführte Amt für Kultur und Weiterbildung der Stadt Unna. Er ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und trat 2025 auf Listenplatz 26 der NRW-Landesliste für den Bundestag an. Er lebt mit seinem Mann und drei Kindern aktuell in Grefrath (Kreis Viersen) und ist seit 2008 deutscher Staatsbürger. In seiner Bewerbungsrede verwies er auf die Erfahrungen im Kulturbereich und der Verwaltung. Er wolle vor allem zusammenführen.
Nethen wird das Amt am 1. Januar 2027 übernehmen. Er wird sich aber bereits vorher mit der Lübecker Kultur beschäftigen. Am Samstag ist er bei der Museumsnacht dabei. Den Spielplan des Theaters hat er bereits studiert und sich einige Vorstellungen ausgesucht. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.
Im Original-Ton hören Sie ein Interview von Harald Denckmann mit David Nethen.
Kommentare zu diesem Text (8):
Alex
schrieb am 27.8.2026 17.52 Uhr:
Glückwunsch! Endlich mal wieder "frischer Wind" in Lübeck, es wird Zeit, dass mal wieder jemand mit "Blick von außen" auf die festgefahrenen Wege schaut.
Jetzt auch gerne noch in anderen Bereichen!
Albert
schrieb am 27.8.2026 19.04 Uhr:
Abwarten ... 6 Jahre können lang werden - im wahrsten Sinne und vor allem in Lübeck ..
Tobias Möller
schrieb am 27.8.2026 20.02 Uhr:
Vielleicht schafft der Herr es ja, dass man endlich die größte Geldvernichtungsmaschine, für deren Betrieb es auch keine rechtliche Verpflichtung gibt, zu schließen.
Das Theater.
Gerne kann man den Betrieb ja in einen Verein umwandeln, dessen Mitglieder sich die Kosten und Gewinne teilen, sowie mit ihrem gesamten Privatvermögen einstehen.
Dieser Verein kann dann zu ortsüblichen Preisen die Räumlichkeiten des Theatergebäudes anmieten.
So spart die Stadt auf einen Schlag jährlich 50 Millionen Euro ein.
Hein Stockel
schrieb am 27.8.2026 23.06 Uhr:
Endlich kommt einmal jemand von außen – und dazu jemand, der Kultur in ihren vielen Facetten versteht. Herzlichen Glückwunsch an Herrn David Nethen zu seiner neuen Aufgabe!
Dass er sich bereits mit dem Programm des Stadttheaters Lübeck beschäftigt, ist sicherlich ein gutes Zeichen. Aber Kultur in Lübeck besteht zum Glück aus mehr als dem Stadttheater.
Da gibt es beispielsweise mit der Comödie Lübeck eines der größten Privattheater der Region, das Theaterschiff und weitere engagierte Kulturstätten, die weitgehend ohne Unterstützung des Landes und der Hansestadt Lübeck auskommen müssen. Auch die Lübecker Sommeroperette hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung seitens der Hansestadt verdient.
Vielleicht findet der neue Senator ja den Weg auch einmal dorthin. Die bisherige Kultursenatorin hat diesen Weg zu den privaten Theatern leider nur selten beziehungsweise gar nicht gefunden. Ein bisschen mehr Offenheit für die gesamte Lübecker Kulturlandschaft könnte also nicht schaden.
Die Nichtwahl von Christopher Lötsch mag für ihn persönlich schmerzlich sein. Aber wenn man ehrlich ist, hat er in verantwortlicher Position auch an so mancher Entscheidung der Hansestadt mitgewirkt, die heute durchaus kritisch betrachtet werden darf.
Deshalb kann ein frischer, unvoreingenommener Blick von außen Lübeck und seiner Kultur nur guttun.
Herr Nethen, ich wünsche Ihnen für Ihre neue Aufgabe viel Erfolg, ein gutes Händchen – und vor allem offene Augen und Ohren für die gesamte Kulturszene dieser Stadt.
Andreas
schrieb am 28.8.2026 0.08 Uhr:
@ Tobias Müller
Danke für ihren unsozialen Kommentar.Menschen wie Sie sind die Stützen unserer Gesellschaft
Albert
schrieb am 28.8.2026 14.10 Uhr:
Aktuell die "Passat" nicht vergessen ..
Sanierung verzögert sich und wird immer kostspieliger. Ist zwar gering im Verhältnis zu den Aufzählungen des vorherigen Kommentators aber die "Gorch Fock" ist ja auch von ursprünglich ca. 10 Mio. € auf 140 Mio. € hochgeschnellt. Kommt auf ein paar Millionen € mehr ja nicht drauf an und ist auch offiziell kein Thema mehr. Wer verfolgt das schon ..
(...)
Papa pher
schrieb am 28.8.2026 14.45 Uhr:
Ich ärgere mich regelmäßig über die sachfremden Diskussionen, wenn es um Kultur-Subventionen geht und will mal für etwas Klarheit sorgen.
Vorab gesagt: Meine Zahlen sind schon ein paar Jahre alt, aber die Größenordnungen stimmen immer noch.
Der Jahresetat der Lübecker Theater beläuft sich auf ca. 35 Mio EUR pro Jahr (Personal- und Sachkosten). Davon trägt die Landesregierung ca. 55 % (dieser Zuschuss wäre ersatzlos weg, wenn das Theater abgewickelt würde), etwa 20 % werden selbst erwirtschaftet (Eintrittsgelder, Spenden, Sponsoring) und nur ca. 25 % zahlt die Hansestadt Lübeck. Das sind etwa 9 Mio EUR pro Jahr für die Stadt; zum Vergleich: Der gesamte Jahresetat der Hansestadt beträgt über 1 Milliarde EUR! 9 Millionen davon sind 9 Promille (Promille, nicht Prozent!).
Seit einigen Jahren weiß man, dass sich auch Kultureinrichtungen über die „Umwegrendite“ finanzieren. Das bedeutet: Lübeck ist ein regionales Kulturzentrum (die nächsten sind erst in Hamburg, Kiel, Schwerin). Es zieht Besucher auch aus den umliegenden Gemeinden an, die hier Restaurant, Cafe, Friseur etc. besuchen, den Kulturbesuch mit einer Shopping-Tour verknüpfen, und damit eine Menge Geld in die Stadt bringen, was ohne das Theater nicht passiert wäre. Noch mehr Geld bringen die Touristen, die für ein Kulturereignis gerne einen Tag Urlaub dranhängen. Es gibt bereits mehrere Studien zu diesem Thema (z.B. Regensburg, Dresden) und alle kommen zu dem Ergebnis, dass die Städte wegen ihrer Kulturangebote mehr Geld einnehmen, als sie dafür ausgeben.
Wer also noch mehr Arbeitslose haben will, noch mehr Leerstand in der City, noch ein übleres Stadtbild, noch mehr kulturelle Verödung – der kann auch das Theater und die MUK dicht machen!
PS: Der neue Kultursenator ist vom Fach; auch ich verspreche mir neuen Wind und Expertise für die Hansestadt!
Frank Walter
schrieb am 28.8.2026 14.53 Uhr:
Heute Artikel zur Grundsteinlegung des neuen Volkstheaters Rostock gelesen:
Kosten ca 200 Mio Euro, könnte sogar noch billiger werden(was ich aber nicht glaube)
Sanierung!! des Theaters Lübeck soll 217 Mio kosten(was ich nun überhaupt nicht glaube),wenn es dann irgendwann losgehen sollte,ob dann auch die Beckergrube wieder aufgerissen wird?