Lübecker Arbeitsmarkt stabil: Fehlende Ausbildung bleibt größtes Jobrisiko

Lübeck: Die Arbeitslosigkeit in Lübeck verharrt im Spätsommer auf konstantem Niveau. Während Betriebe händeringend nach Fachkräften suchen, offenbart die aktuelle Arbeitsmarktstatistik eine massive Kluft: Ungelernte tragen das mit Abstand höchste Risiko, erwerbslos zu werden.

In der Hansestadt Lübeck waren im August 10.134 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – vier weniger als im Vormonat und 14 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote blieb mit 8,4 Prozent unverändert auf dem Vormonatsniveau und ging im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,1 Prozentpunkte zurück. Während die Betreuung über die Arbeitsagentur (SGB III) mit 3.167 Personen einen Rückgang um 2,4 Prozent im Vergleich zum Juli verzeichnete, stieg die Zahl der beim Jobcenter gemeldeten Personen (SGB II) um 1,1 Prozent auf 6.967 an.

Hinter den stabilen Gesamtzahlen verbirgt sich ein deutliches strukturelles Problem: Der Mangel an beruflicher Qualifikation erweist sich in Lübeck als Haupttreiber für Erwerbslosigkeit. 59,1 Prozent aller arbeitslos Gemeldeten in der Hansestadt verfügen über keinen Berufsabschluss. Die Arbeitslosenquote unter Personen ohne Ausbildung lag zuletzt bei 26,0 Prozent – im Vergleich dazu betrug sie bei qualifizierten Fachkräften lediglich 4,6 Prozent. Das Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren oder keine neue Anstellung zu finden, ist für Ungelernte somit fast sechsmal so hoch. Dieser Unterschied spiegelt sich auch im Einkommen wider: Das mittlere Monatseinkommen von Beschäftigten ohne Abschluss liegt in Lübeck um 916 Euro unter dem von Fachkräften.

Gleichzeitig bleibt der Bedarf der Wirtschaft an Personal hoch, konzentriert sich jedoch stark auf ausgebildetes Personal. Rund drei Viertel der insgesamt 3.536 im gesamten Agenturbezirk gemeldeten offenen Stellen richten sich an Fachkräfte und Experten, unter anderem im Handwerk, im Gesundheitswesen, im Handel sowie im Baugewerbe.

Blick in den Nachbarkreis
Im benachbarten Kreis Ostholstein stellte sich die Situation im August ähnlich dar, wenngleich auf einem niedrigeren Quotenniveau. Dort sank die Zahl der Arbeitslosen um 58 Personen auf 4.962, was einer Quote von 4,5 Prozent entspricht. Auch hier zeigt sich die Diskrepanz der Qualifikationen deutlich: Die Erwerbslosenquote ohne Ausbildung lag bei 18,1 Prozent, während sie bei Personen mit Berufsabschluss lediglich 2,9 Prozent betrug.
Die Arbeitsagentur meldet für den August stabile Zahlen, weist jedoch auf das hohe Erwerbslosigkeitsrisiko für Ungelernte hin. Foto: Archiv
Die Arbeitsagentur meldet für den August stabile Zahlen, weist jedoch auf das hohe Erwerbslosigkeitsrisiko für Ungelernte hin. Foto: Archiv

Text-Nummer: 181531    Autor: Arbeitsagentur/red.    vom 28.8.2026 10.07 Uhr

Kommentare zu diesem Text (2):

Voller

schrieb am 28.8.2026 10.54 Uhr:
Leider völlig zu Unrecht.
Es gibt Ungelernte, die einfach geniale Arbeit leisten. Trotz fehlender Ausbildung.
Es sollte ein "offeneres" System geben, dass es diesen Menschen ermöglicht, ihr Können unter Beweis zu stellen.
Aber leider sind die meisten Firmen so engstirnig und Zertifikatbesessen, dass es oft nicht möglich ist.

Netter Chef

schrieb am 28.8.2026 22.32 Uhr:
@ Voller:

Voller, du irrst dich:
Wer nachweisbar geniale Arbeit leistet, (wo, wie?) wird auch beschäftigt!
Was der Hauptgrund für Nichtbeschäftigung ist?
Mangelnde Schul-Bildung aller Art!!
Und dazu nicht angemessenes Auftreten!
Aber darüber wird lieber nicht vom Arbeitsverweigerungsamt gesprochen...