Mühlenstraße soll wieder abends per Bus erreichbar werden

Lübeck - Innenstadt: Wer nach 21 Uhr in der Lübecker Mühlenstraße auf den Bus wartet, steht derzeit oft vor einem Problem. Die Linie 7 endet in der Regel gegen 21 Uhr. Nur montags bis freitags gibt es danach zwei Einzelfahrten Richtung ZOB – und die dienen vor allem den Schichtwechseln im Gewerbegebiet Genin. Für Kneipen, Kino, Stadthalle und die Geschäfte entlang der Straße ist das ein Ärgernis. Der Bauausschuss und das Lübeck Management haben das wiederholt thematisiert.



Ab dem Fahrplanwechsel am 3. Januar 2027 ändert sich das. Die Linie 7 bekommt zusätzliche Abendfahrten im 30-Minuten-Takt. Sie decken die sogenannten Sternfahrten am ZOB bis 0.30 Uhr ab. Der Clou: Die Busse fahren nicht mehr den ganzen Weg bis Bahnhof Moisling, sondern als kurze Ringlinie. Die Strecke lautet ZOB/Hauptbahnhof – Stadthalle – Fegefeuer – Königstraße – Kohlmarkt – Holstentorplatz – zurück zum ZOB. Dort kann man in andere Nachtlinien umsteigen.

Entscheidend für die Stadt: Die Erweiterung kostet nichts extra. In der Detailplanung der übrigen Fahrplanänderungen zum Jahreswechsel seien Reserven entstanden, schreibt die Verwaltung. Deshalb könne die Ringlinie ohne Mehrkosten starten.

Eine direkte Anbindung aus St. Jürgen oder vom Gustav-Radbruch-Platz durch weitere Linien würde nach Einschätzung von Stadt und SWL Mobil teuer. Längere Fahrwege, wegfallende Haltestellen, Verspätungsrisiken am Berliner Platz und ein höherer Bedarf an Fahrzeugen und Personal sprächen dagegen. Eine als Ringlinie umgebaute Linie 15 würde laut Bericht mindestens 500.000 Euro im Jahr extra kosten – und in der Hauptverkehrszeit ohnehin kaum darstellbar sein.

Neben der neuen Ringlinie der Linie 7 gibt es weiterhin das Rufbus-Angebot Lümo: bis Ende 2026 täglich ab 20 Uhr, im ersten Halbjahr 2027 zumindest in den Wochenendnächten. Zusammen mit der wieder in beide Richtungen bedienten Haltestelle Stadthalle und der Haltestelle Stresemannstraße sieht die Verwaltung die konkreten Lücken im Nachtangebot damit geschlossen.

Die grundsätzliche Verschlechterung durch die gesperrte Mühlentorbrücke bleibt. Die Stadt sagt aber klar: Eine Rückkehr zum früheren Direktnetz während der Sanierung wäre nur mit spürbaren Kosten oder Nachteilen für viele andere Fahrgäste möglich. Den Nachtverkehr in der Mühlenstraße hält sie dagegen für machbar – und für finanzierbar.

Die vollständige Vorlage ist unter www.luebeck.de veröffentlicht.
Es soll ab Januar wieder mehr Busse in der Mühlenstraße geben. Fotos: STE
Es soll ab Januar wieder mehr Busse in der Mühlenstraße geben. Fotos: STE

Text-Nummer: 181559    Autor: VG    vom 30.8.2026 18.02 Uhr