Logistik-Drehscheibe Lübeck: Schienenverkehr im Hansebelt
Lübeck: Die Verkehrswende, steigende Güterverkehre und die Fehmarnbelt-Querung stellen den Schienenverkehr in der Region Lübeck vor neue Herausforderungen. Gefragt sind leistungsfähige Strecken, zusätzliche Kapazitäten im Bahnknoten Lübeck und eine starke Anbindung des Hafens an die europäischen Verkehrsachsen. Wie diese Zukunft gestaltet werden kann, steht im Mittelpunkt des Jubiläumsforums „175 Jahre Eisenbahnanschluss Lübeck“, das am 18. September 2026 in der Lübeck Port Authority stattfindet.
Mit der Eröffnung der Lübeck-Büchener Eisenbahn im Oktober 1851 begann für die Hansestadt eine neue Ära. Die Bahn legte den Grundstein für den Aufstieg Lübecks zu einem der wichtigsten Verkehrs-, Handels- und Hafenstandorte im Ostseeraum. Besonders der Hafen profitierte von der Anbindung an das Schienennetz. Das Zusammenspiel von Schiene und Hafen prägt den Standort bis heute und bleibt ein entscheidender Erfolgsfaktor für nachhaltiges Wachstum und den kombinierten Verkehr.
„Die positive Entwicklung im Intermodalverkehr bestätigt die wachsende Bedeutung Lübecks als Intermodal-Hub im Ostseeraum. Während der kombinierte Verkehr deutschlandweit unter Druck steht, konnte die Lübecker Hafen-Gesellschaft im vergangenen Jahr den Umschlag am Baltic Rail Gate um 4,4 Prozent auf 129.200 Einheiten steigern. Lübeck etabliert sich damit zunehmend als zentrale Logistikdrehscheibe zwischen Schweden, Finnland, dem Baltikum und Mitteleuropa. Diese Entwicklung zeigt das große Potenzial des Standorts für den nachhaltigen Güterverkehr“, sagt Prof. Dr. Sebastian Jürgens.
Nach Grußworten von Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, der Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium Susanne Henckel, Landrat Dr. Christoph Mager sowie Büchens Bürgermeister Dennis Gabriel stehen Fachvorträge zur Geschichte der Lübeck-Büchener Eisenbahn sowie zu aktuellen und künftigen Anforderungen an die Schieneninfrastruktur auf dem Programm.
Zu den Höhepunkten zählt die Podiumsdiskussion „Potenziale erkennen und nutzen – Herausforderungen und Chancen des Schienenverkehrs in Lübeck und im Hansebelt“. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bahn, Hafenwirtschaft, Logistik und Wirtschaft diskutieren dabei über Infrastrukturentwicklung, Fehmarnbelt-Anbindung, Verkehrswende und die Wettbewerbsfähigkeit des Hansebelts.
Im Anschluss sind die Gäste zu einem Get-together auf dem Gelände der Nordic Rail Service GmbH (NRS) eingeladen. Dort besteht die Möglichkeit zum persönlichen Austausch und zu Einblicken in moderne Eisenbahntechnik.
Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH ist Deutschlands größte RoRo-Hafenbetreiberin an der Ostsee. An ihren vier Hafenterminals werden hochfrequente Seeverkehre in den Ostseeraum angeboten. Die Ladeeinheiten werden gebündelt und durch leistungsfähige Systeme mit dem Hinterland verbunden. Die LHG ist eine zuverlässige Partnerin der Papier-, Stahl- und Automobilindustrie sowie „A Member of Port of Lübeck“.