Grüne laden zur Diskussion über Lübecks Finanznot ein
Lübeck - Innenstadt: Die finanzielle Lage der Hansestadt Lübeck spitzt sich weiter zu. Für das Jahr 2027 wird nach aktuellen Vorschlägen erneut ein Rekorddefizit von 162 Millionen Euro erwartet, und bereits Ende 2026 droht der Stadt einer Mitteilung der Grünen zufolge die bilanzielle Überschuldung. Um über die Ursachen und mögliche Auswege aus dieser angespannten Situation zu sprechen, lädt die Grüne Bürgerschaftsfraktion am Donnerstag, den 3. September 2026, zu einer öffentlichen Fraktionssitzung ein.
Die Ursachen für die finanzielle Schieflage sind vielfältig. Neben bundespolitischen Faktoren wie steigenden Sozialkosten und zu geringen Steuereinnahmen sieht die Grüne Fraktion auch klare lokale Verantwortlichkeiten. Dazu zählen aus Sicht der Fraktion mangelnde Konsolidierungsbemühungen, der Aufbau von über 1.100 zusätzlichen Personalstellen in den vergangenen Jahren, überdimensionierte Prestigeprojekte sowie ein erheblicher Investitionsstau.
Angesichts des bevorstehenden Haushaltsbeschlusses der Lübecker Bürgerschaft am 24. September 2026 drängt die Zeit. In der Veranstaltung soll diskutiert werden, ob weitere Einsparmaßnahmen beschlossen werden müssen, wo es ungenutzte Effizienzpotentiale im städtischen Haushalt gibt und welche Härten den Bürgerinnen und Bürgern zugemutet werden können.
Um diese Themen zu erörtern, haben die Grünen fachkundige Gäste geladen: Es diskutieren Dr. Silke Schneider, Finanzministerin des Landes Schleswig-Holstein, Lübecks Kämmerer Manfred Uhlig sowie Sascha Thümmler, Kämmerer der Landeshauptstadt Kiel. Der Blick nach Kiel soll dabei helfen, zu beleuchten, wie andere Städte mit der aktuellen Krise umgehen und welche Lehren Lübeck daraus ziehen kann.
Durch den Abend führen Mandy Siegenbrink und Dr. Axel Flasbarth für die Grüne Fraktion. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich auszutauschen und mitzudiskutieren.
Fragen und Beiträge aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.