Von der Idee zur Pop-up-Bühne: Deutsch-dänisches Netzwerk zieht Bilanz

Lübeck: Das deutsch-dänische Interreg-Projekt „Fehmarnbelt Bildungsregion“ hat eine Reihe von Kooperationen mit Lübecker Beteiligung initiiert, die in enger Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Kulturorganisationen und öffentlichen Verwaltungen stattfanden.



In diesem Kontext haben beispielsweise Schüler und Schülerinnen der Emil-Possehl-Schule und der Friedrich-List-Schule im Austausch mit dänischen Partnern aus einem gebrauchten Seecontainer durch Umbauten, Anbauten und technische Ausstattung eine mobile Bühne für die Fehmarnbelt Days in Lübeck entwickelt. Das Bildungsnetzwerk hat für die Projektlaufzeit von drei Jahren 16 Millionen DKK (rund 2,1 Millionen Euro) aus einem EU-Fond erhalten.

Seit September 2023 arbeiteten die Zealand Business Academy, der Knowledge Hub Zealand und das Technikzentrum Lübeck (TZL) im Teilziel „Sustainable Together“ zusammen. Ziel des Projekts „Bildungsregion“ war es, junge Menschen auf das Leben und Arbeiten in einer Region vorzubereiten, die durch die feste Fehmarnbelt-Querung enger zusammenwächst. Das Teilvorhaben Sustainable Together verband dafür technische, kreative und kulturelle Kompetenzen und brachte Perspektiven aus öffentlichen Organisationen sowie Unternehmen in die Bildungsarbeit ein, die im Bereich Nachhaltigkeit und Kreativwirtschaft tätig sind. Die Ergebnisse des dreijährigen Projekts liegen ab sofort als Veröffentlichung zum Download vor unter: tzl.de.



Das New European Bauhaus als Kompass
Als methodischer Rahmen für „Sustainable Together“ diente das New European Bauhaus (NEB), eine Initiative der Europäischen Kommission, die die Ziele des European Green Deal mit Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technologie verbindet. Im Mittelpunkt stehen drei Leitgedanken: Beautiful, Sustainable und Together – also die Verbindung von Gestaltung und Lebensqualität, Nachhaltigkeit und gemeinschaftlicher Teilhabe.

Junge Erwachsene waren dabei unter anderem als sogenannte „Urban Weavers“ unterwegs: Sie identifizierten über 20 Initiativen, Projekte und Unternehmen in der Grenzregion – etwa von der Kulturfabrikken Skatehal in Næstved über das Restaurant Fangfrisch in Lübeck und das Zentrum für nachhaltige Entwicklung artefact in Glücksburg bis hin zum Fußballverein Nykøbing FC in Nykøbing – und untersuchten diese mithilfe des New European Bauhaus Kompasses.

Fünf Living Labs bringen Ideen in die Praxis
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der praktischen Umsetzung. In insgesamt fünf sogenannten Living Labs wurden Ansätze aus Workshops und lokalen Initiativen aufgegriffen und gemeinsam mit jungen Menschen weiterentwickelt. Ziel war es, die Leitgedanken des New European Bauhaus vor Ort sichtbar und erlebbar zu machen.

Neben der mobilen Container-Bühne „PopUp Stage #1“, die für die Fehmarnbelt Days entstand, wurde mit der „Biogenic Pop-Up-Stage“ eine weitere flexible Bühnenlösung entwickelt. Drei modulare Elemente aus recyceltem Holz kamen erstmals beim Næverland Festival in Næstved zum Einsatz und sollen künftig in Lübeck, Kalundborg und Næstved von Jugendlichen genutzt und weitergestaltet werden. Die sogenannten „Letters of Life“ entstanden aus einer Workshop-Idee von Schülern des Køge Gymnasiums. Die Insektenhotels aus recyceltem Holz greifen die Logos verschiedener Projektpartner auf und verbinden so urbane Gestaltung mit Biodiversität und neuen Lebensräumen für Insekten. Sie sollen die Natur näher an städtische Gebiete bringen und ungenutztes Land aufwerten. Weitere Living Labs widmeten sich der nachhaltigen Gestaltung des Musik- und Musikveranstaltungsorts Gimle in der Stadt Roskilde sowie traditionellen Fachwerktechniken am Hafen von Næstved. Dabei erprobten Studierende neue Ansätze für nachhaltige Stadträume und ressourcenschonendes Bauen.



Vom Seecontainer zur deutsch-dänischen Pop-up-Bühne auf den Fehmarnbelt Days
Ein weiterer Höhepunkt entstand anlässlich der Fehmarnbelt Days in Lübeck. Schüler und Schülerinnen der Emil-Possehl-Schule und der Friedrich-List-Schule entwickelten im Austausch mit dänischen Partnern die „PopUp Stage“: Aus einem gebrauchten Überseecontainer entstand durch Umbauten, Anbauten und technische Ausstattung eine mobile Bühne.

Ihr erster Einsatz erfolgte bei den Fehmarnbelt Days. Doch damit endet das Projekt nicht: Der Container wird von den Schulen weiterhin genutzt und soll künftig auch Raum für kulturelle und kreative Veranstaltungen schaffen, die Begegnung und Austausch fördern. Auch ein Einsatz bei den nächsten Fehmarnbelt Days 2027 in Helsingborg ist geplant. Damit steht die Pop-up-Bühne beispielhaft für einen zentralen Gedanken des Projekts: bestehende Ressourcen neu zu denken, gemeinsam etwas Dauerhaftes zu schaffen und jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Umgebung selbst mitzugestalten.
Das deutsch-dänische Interreg-Projekt „Fehmarnbelt Bildungsregion“ hat eine Reihe von Kooperationen mit Lübecker Beteiligung initiiert. Fotos: TZL
Das deutsch-dänische Interreg-Projekt „Fehmarnbelt Bildungsregion“ hat eine Reihe von Kooperationen mit Lübecker Beteiligung initiiert. Fotos: TZL

Text-Nummer: 181642    Autor: TZL/red.    vom 5.9.2026 10.57 Uhr