Stadtwald retten: DUH im Bartelsholz
Lübeck - Moisling: Rund zweieinhalb Stunden waren am Mittwoch das Bündnis „Lübecker Stadtwald retten!“, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Schauspieler Florian Frowein, Bereichsleiter Stadtwald Lübeck Eckhard Kropla, die Revierleiterin Annalena Puklowski, Altförster Dr. Lutz Fähser und zahlreiche Unterstützer gemeinsam im Lübecker Stadtwald im Bereich Bartelsholz unterwegs.
Wir veröffentlichen die Mitteilung des Bündnisses "Lübecker Stadtwald retten" im Wortlaut:
(")Bei einem Waldspaziergang wurde vor Ort über die geplante Stromtrasse, die damit verbundene Gefährdung von bis zu zehn Hektar Wald und die möglichen Folgen für den Lübecker Stadtwald informiert und diskutiert.
Der Zuspruch war groß. In offenen Austauschrunden ging es nicht nur um die aktuelle Situation und den ausstehenden Planfeststellungsbeschluss, sondern auch darum, wie der gemeinsame Widerstand künftig weitergeführt und sichtbar gemacht werden kann.
„Gerade in Zeiten von Hitze, Trockenheit und brennenden Wäldern ist es für uns unvorstellbar, gesunden, gewachsenen Wald zu roden und das trotz möglicher Alternativroute am Wald vorbei“, sagt Sarah Kolbe vom Bündnis "Lübecker Stadtwald retten". „Wälder kühlen unsere Städte, speichern Wasser, reinigen die Luft, binden CO₂ und sind Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen und wichtiger Erholungsraum für uns Menschen. Was heute gefällt wird, lässt sich nicht in wenigen Jahren ersetzen.“ Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst (tibetisches Sprichwort).
Dass die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit dem Bündnis vor Ort aktiv ist, setzt dabei ein wichtiges Zeichen: Der Schutz des Lübecker Stadtwaldes ist längst nicht mehr nur ein lokales Thema. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie wir mit unseren wertvollen Wäldern angesichts der Klimakrise umgehen.
Noch steht die endgültige Entscheidung aus. Das Bündnis wartet den Planfeststellungsbeschluss zum Jahresende ab und wird die Öffentlichkeit bis dahin und darüber hinaus weiter auf die drohenden Eingriffe aufmerksam machen. Gleichzeitig bereitet das Bündnis bereits mögliche rechtliche Schritte einer Klage gegen den Eingriff in den Lübecker Stadtwald vor. Die Forderung bleibt klar: Die Alternativroute nördlich vom Bartelsholz und damit am Lübecker Stadtwald vorbei muss endlich ernsthaft geprüft und umgesetzt werden.
Wir bringen den Wald in die Stadt
Am 19. September 2026 von 14 bis 15.30 Uhr vom Koberg bis zum Markt wird das Bündnis Lübecker Stadtwald gemeinsam mit der Bürgerinitiative Kaltenhofen aus Bad Schwartau deshalb den Wald in die Innenstadt bringen. Bei einer Demonstration wird gemeinsam für den Erhalt der Wälder und für eine naturverträgliche Alternativroute demonstriert.
Wichtig ist die Petition der Deutschen Umwelthilfe zur Rettung der Stadtwälder, die immer noch unterschrieben werden kann: mitmachen.duh.de.(")
(")Bei einem Waldspaziergang wurde vor Ort über die geplante Stromtrasse, die damit verbundene Gefährdung von bis zu zehn Hektar Wald und die möglichen Folgen für den Lübecker Stadtwald informiert und diskutiert.
Der Zuspruch war groß. In offenen Austauschrunden ging es nicht nur um die aktuelle Situation und den ausstehenden Planfeststellungsbeschluss, sondern auch darum, wie der gemeinsame Widerstand künftig weitergeführt und sichtbar gemacht werden kann.
„Gerade in Zeiten von Hitze, Trockenheit und brennenden Wäldern ist es für uns unvorstellbar, gesunden, gewachsenen Wald zu roden und das trotz möglicher Alternativroute am Wald vorbei“, sagt Sarah Kolbe vom Bündnis "Lübecker Stadtwald retten". „Wälder kühlen unsere Städte, speichern Wasser, reinigen die Luft, binden CO₂ und sind Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen und wichtiger Erholungsraum für uns Menschen. Was heute gefällt wird, lässt sich nicht in wenigen Jahren ersetzen.“ Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst (tibetisches Sprichwort).
Dass die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit dem Bündnis vor Ort aktiv ist, setzt dabei ein wichtiges Zeichen: Der Schutz des Lübecker Stadtwaldes ist längst nicht mehr nur ein lokales Thema. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie wir mit unseren wertvollen Wäldern angesichts der Klimakrise umgehen.
Noch steht die endgültige Entscheidung aus. Das Bündnis wartet den Planfeststellungsbeschluss zum Jahresende ab und wird die Öffentlichkeit bis dahin und darüber hinaus weiter auf die drohenden Eingriffe aufmerksam machen. Gleichzeitig bereitet das Bündnis bereits mögliche rechtliche Schritte einer Klage gegen den Eingriff in den Lübecker Stadtwald vor. Die Forderung bleibt klar: Die Alternativroute nördlich vom Bartelsholz und damit am Lübecker Stadtwald vorbei muss endlich ernsthaft geprüft und umgesetzt werden.
Wir bringen den Wald in die Stadt
Am 19. September 2026 von 14 bis 15.30 Uhr vom Koberg bis zum Markt wird das Bündnis Lübecker Stadtwald gemeinsam mit der Bürgerinitiative Kaltenhofen aus Bad Schwartau deshalb den Wald in die Innenstadt bringen. Bei einer Demonstration wird gemeinsam für den Erhalt der Wälder und für eine naturverträgliche Alternativroute demonstriert.
Wichtig ist die Petition der Deutschen Umwelthilfe zur Rettung der Stadtwälder, die immer noch unterschrieben werden kann: mitmachen.duh.de.(")
Kommentare zu diesem Text (7):
St. Jimmy
schrieb am 2.9.2026 18.46 Uhr:
Ich verstehe es echt nicht, die Energiewende ist ein Anliegen dass uns alle betrifft, aber die negativen Auswirkungen sollen nur die Landwirte deren Grund ruiniert wird tragen, wenn die Trasse nicht durch den Wald geht der allen gehört.
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
Und dann die Aussage "bis zu" als ob die nicht sagen können oder wollen um welche Fläche es wirklich geht.
Klaus Hinrich Rohlf
schrieb am 2.9.2026 18.51 Uhr:
Natürlich ist unser Stadtwald wertvoll und schützenswert. Aber auch eine erfolgreiche Energiewende ist unverzichtbar für den Klima- und Umweltschutz. Wer seit Jahren den Ausbau erneuerbarer Energien fordert, kann beim dafür notwendigen Ausbau der Stromnetze nicht plötzlich jeden Eingriff in die Natur ablehnen.
Dabei sollte man allerdings auch bei den Fakten bleiben: Die immer wieder genannten „bis zu zehn Hektar“ entsprechen nicht dem tatsächlichen Eingriff der jetzt vorgesehenen Waldüberspannung. Hier werden unterschiedliche Dinge miteinander vermischt. Es geht eben nicht um eine zehn Hektar große Waldschneise, die vollständig gerodet wird. Hinzu kommen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, durch die ein Teil der Eingriffe wieder kompensiert wird.
Es geht doch nicht um „Wald oder Energiewende“, sondern darum, beides miteinander zu verbinden. Genau deshalb wurde die Überspannung als Kompromiss gewählt, um den Eingriff möglichst gering zu halten.
Wer die Energiewende wirklich will, muss deshalb auch bereit sein, einen vertretbaren und ausgeglichenen Eingriff zu akzeptieren. Sonst bleibt die Energiewende am Ende nur ein schönes Ziel auf dem Papier.
MatthiasG.
schrieb am 3.9.2026 7.35 Uhr:
Bei einem Anteil von 15% der gesamten Stadtfläche, ist jeder Quadratmeter Wald schützenswert. Dem Bericht entnehme ich, dass es eine Alternativroute um den Waldbestand herum gibt.Das ist natürlich mit Mehrkosten verbunden,die kein Investor gerne trägt. Gerne werden ja auch die Interessen gegenseitig ausgespielt "Energiewende vs. Naturschutz". Die Stromtrasse wird nicht von einem gemeinnützigen Verein dort hin gebaut sondern von Investoren, die wenig Geld ausgeben wollen,um anschließend Millionen von Euro zu verdienen.
Man muss auch einmal hinterfragen, ob es sinnvoll ist, Strom durch Windkraft oder Solar im Norden zu produzieren und ihn dann kilometerweit über Landtrassen in den Süden zu transportieren?! Wäre eine Stromproduktion in Ortsnähe nicht schlauer?
Eric
schrieb am 3.9.2026 8.43 Uhr:
Ich und meine Freundin wollen die Energiewende nicht und haben sie mit einem Stromverbrauch von unter 1.000 Kilowatt pro Jahr auch nicht nötig. Wenn alle Haushalte so wenig Strom verbrauchen würden, gäbe es wahrscheinlich überhaupt keine Probleme.
Dazu noch Minimalismus was den Konsum betrifft und schon ist das Thema obsolet.
Vitus
schrieb am 3.9.2026 15.17 Uhr:
Lieber Herr Rohlf,
Natürlich braucht es für die Energiewende neue Infrastruktur und die dafür benötigten Flächen. Aber die Transformation ist eben auch ein kostspieliges Unterfangen, welches die Verbraucher mit einem teuren Strompreis erkaufen müssen.
Ist es da nicht recht und demokratisch, dass die Verbraucher vorort dann ein Mitspracherecht bei der lokalen Ausgestaltung der Infrastruktur genießen sollten?
Wer wirklich will, dass die Energiewende vom Verbraucher bezahlt und akzeptiert wird, muss deshalb auch bereit sein, einen vertretbaren und ausgeglichenen Eingriff in die Planung zu akzeptieren, wenn die Verbraucher es wünschen.
(...)
Willi Wacker
schrieb am 4.9.2026 0.30 Uhr:
Wie kann man in Zeiten von Hitze, Trockenheit und brennenden Wäldern mit vielen tausenden Hitzetoten, oder in Zeiten mit verheerenden Unwettern (man denke an Ahrweiler mit vielen hunderten toten Mitbürgern) 10 ha Natur -um Geld zu sparen- einfach so vernichten, obwohl es eine mögliche Alternative gibt, eine Rodung dieses gesunden, über Jahrzehnte gewachsenen Wald zu verhindern. Irgendwann, wenn die Umwelt unwiederbringlich zerstört worden ist, werden spätestens unsere Enkelkinder fragen, wer diese rücksichtslose und naturverachtende Maßnahme zu verantworten hat. Aber dann werden diese Entscheidungsträger leider nicht mehr belangt werden können, weil sie diese kaputte Umwelt bereits "verlassen" haben.
Dirk Schulz
schrieb am 4.9.2026 7.45 Uhr:
Es ist schon eine Farce, dass die Genehmigungsbehörden einen Investor, der Milliarden verdienen will, nicht zumuten will, einen kleinen Umweg bei der Trasse zu bezahlen und ihm da eine Auflage macht... Schon das alleine ist mehr als fragwürdig... da kann man die Natur schützen, macht man aber nicht...