Nahverkehr: Gewerkschaft lehnt auch das zweite Angebot der Arbeitgeber ab
Schleswig-Holstein: Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Nahverkehr in Schleswig-Holstein sind am Donnerstag (03.09.2026) ohne Einigung zu Ende gegangen. Nach mehreren Stunden Verhandlungen wurden die Gespräche auf den 22. September 2026 vertagt. Zuvor hatte die Gewerkschaft ver.di auch ein zweites Angebot der Arbeitgeberseite abgelehnt.
Dazu schreibt die Gewerkschaft: („) ver.di hatte die geltenden Tarifregelungen zum 30. Juni 2026 gekündigt und für die Beschäftigten eine Erhöhung der Gehälter um 6,5 Prozent gefordert. Die Laufzeit der neuen Vereinbarung soll zwölf Monate betragen. Darüber hinaus fordert ver.di eine jährliche Sonderzahlung ausschließlich für Gewerkschaftsmitglieder in Höhe von 650,00 Euro.
Die Arbeitgeberseite wird in den Verhandlungen von den vier großen Nahverkehrsunternehmen aus Flensburg, Kiel, Neumünster und Lübeck vertreten. Ein ausführlicher Punkt der heutigen Verhandlungen war erneut die Forderung nach einer Sonderzahlung, die nur ver.di-Mitgliedern zugutekommen soll. Die Arbeitgeber lehnen eine Sonderzahlung nur für Gewerkschaftsmitglieder ab.
„Eine solche Regelung können wir nicht vereinbaren. Sie wäre mit unseren Satzungsregelungen nicht vereinbar und damit rechtlich unzulässig. Wir werden keine Vereinbarung schließen, die rechtlich keinen Bestand haben kann“, erklärt Jan Jacobsen, Verbandsgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein.
Hinzu komme, dass diese Forderung nach Auffassung der Arbeitgeberseite nicht Gegenstand der aktuellen Tarifverhandlungen sei. Der entsprechende Tarifvertrag sei von ver.di nicht gekündigt worden. Für diesen Bereich bestehe deshalb weiterhin Friedenspflicht. Ein Streik zu dieser Forderung wäre daher nicht zulässig.
Jacobsen betont zudem: „Wir machen als Arbeitgeber keinen Unterschied zwischen Gewerkschaftsmitgliedern und Beschäftigten, die keiner Gewerkschaft angehören. Gleiches Geld für gleiche Arbeit ist aus unserer Sicht der faire und richtige Weg.“
Die Arbeitgeberseite hat in den Verhandlungen zwei Angebote vorgelegt. Das zuletzt vorgelegte Angebot sah eine Erhöhung der Gehälter um 2,3 Prozent zum 1. Juli 2026 vor. Zum 1. Juli 2027 soll eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent folgen.
„Mit unserem Angebot berücksichtigen wir insbesondere das Argument von ver.di, dass die Beschäftigten einen Ausgleich für die gestiegenen Lebenshaltungskosten benötigen“, erklärt Andreas Ortz, Vorsitzender des Fachausschusses für die Nahverkehrsbetriebe des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein (KAV SH) und Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Mobil GmbH.
Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex, der die allgemeine Preisentwicklung misst, ist während der Laufzeit der vergangenen Gehaltsvereinbarung um rund 4 Prozent gestiegen.
„Vor diesem Hintergrund haben wir uns mit unserem Angebot, das in Summe eine Erhöhung um 4,4 Prozent vorsieht, bereits in einen Bereich bewegt, der aus unserer Sicht weit über das wirtschaftlich vertretbare Maß hinausgeht. Für die Nahverkehrsunternehmen ist die aktuelle wirtschaftliche Situation herausfordernd. Neben den gestiegenen Kosten belasteten insbesondere die Umstellung der Busflotten auf Elektroantriebe und die hohen Kraftstoffpreise die Unternehmen erheblich“, so Ortz.
Jacobsen verweist außerdem darauf, dass erst zu Beginn dieses Jahres im Rahmen der Manteltarifverhandlungen bereits finanzielle Verbesserungen vereinbart worden seien. „Vor diesem Hintergrund ist unser Angebot ein sehr großzügiger Kompromiss. Dass ver.di dieses Angebot ablehnt, ist für uns nicht nachvollziehbar. Damit wird den Beschäftigten eine schnelle und konkrete Gehaltserhöhung vorenthalten“, sagt Jacobsen.
Die Tarifverhandlungen werden am 22. September 2026 fortgesetzt. („)
Die Arbeitgeberseite wird in den Verhandlungen von den vier großen Nahverkehrsunternehmen aus Flensburg, Kiel, Neumünster und Lübeck vertreten. Ein ausführlicher Punkt der heutigen Verhandlungen war erneut die Forderung nach einer Sonderzahlung, die nur ver.di-Mitgliedern zugutekommen soll. Die Arbeitgeber lehnen eine Sonderzahlung nur für Gewerkschaftsmitglieder ab.
„Eine solche Regelung können wir nicht vereinbaren. Sie wäre mit unseren Satzungsregelungen nicht vereinbar und damit rechtlich unzulässig. Wir werden keine Vereinbarung schließen, die rechtlich keinen Bestand haben kann“, erklärt Jan Jacobsen, Verbandsgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein.
Hinzu komme, dass diese Forderung nach Auffassung der Arbeitgeberseite nicht Gegenstand der aktuellen Tarifverhandlungen sei. Der entsprechende Tarifvertrag sei von ver.di nicht gekündigt worden. Für diesen Bereich bestehe deshalb weiterhin Friedenspflicht. Ein Streik zu dieser Forderung wäre daher nicht zulässig.
Jacobsen betont zudem: „Wir machen als Arbeitgeber keinen Unterschied zwischen Gewerkschaftsmitgliedern und Beschäftigten, die keiner Gewerkschaft angehören. Gleiches Geld für gleiche Arbeit ist aus unserer Sicht der faire und richtige Weg.“
Die Arbeitgeberseite hat in den Verhandlungen zwei Angebote vorgelegt. Das zuletzt vorgelegte Angebot sah eine Erhöhung der Gehälter um 2,3 Prozent zum 1. Juli 2026 vor. Zum 1. Juli 2027 soll eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent folgen.
„Mit unserem Angebot berücksichtigen wir insbesondere das Argument von ver.di, dass die Beschäftigten einen Ausgleich für die gestiegenen Lebenshaltungskosten benötigen“, erklärt Andreas Ortz, Vorsitzender des Fachausschusses für die Nahverkehrsbetriebe des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein (KAV SH) und Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Mobil GmbH.
Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex, der die allgemeine Preisentwicklung misst, ist während der Laufzeit der vergangenen Gehaltsvereinbarung um rund 4 Prozent gestiegen.
„Vor diesem Hintergrund haben wir uns mit unserem Angebot, das in Summe eine Erhöhung um 4,4 Prozent vorsieht, bereits in einen Bereich bewegt, der aus unserer Sicht weit über das wirtschaftlich vertretbare Maß hinausgeht. Für die Nahverkehrsunternehmen ist die aktuelle wirtschaftliche Situation herausfordernd. Neben den gestiegenen Kosten belasteten insbesondere die Umstellung der Busflotten auf Elektroantriebe und die hohen Kraftstoffpreise die Unternehmen erheblich“, so Ortz.
Jacobsen verweist außerdem darauf, dass erst zu Beginn dieses Jahres im Rahmen der Manteltarifverhandlungen bereits finanzielle Verbesserungen vereinbart worden seien. „Vor diesem Hintergrund ist unser Angebot ein sehr großzügiger Kompromiss. Dass ver.di dieses Angebot ablehnt, ist für uns nicht nachvollziehbar. Damit wird den Beschäftigten eine schnelle und konkrete Gehaltserhöhung vorenthalten“, sagt Jacobsen.
Die Tarifverhandlungen werden am 22. September 2026 fortgesetzt. („)
Kommentare zu diesem Text (7):
Ferdi
schrieb am 3.9.2026 15.17 Uhr:
Wie in den letzten Jahren: Maximalforderungen aufstellen, sich von diesen Forderungen kein Stück bewegen und der Gegenseite die Schuld für eine festgefahrene Situation geben. In den letzten Jahren haben die Gewerkschaften oft genug in genau dieser Situation ihre Machtposition ausgespielt und mit gezielten Streiks an Schlüsselpositionen das ganze Land lahmgelegt. Das Streikrecht ist ein hohes Gut, das zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Ausbeutung und unwürdigen Arbeitsbedingungen eingeführt wurde. Wenn dieses Recht zunehmend instrumentalisiert wird um die Machtposition von raffgierigen Gewerkschaftsfunktionären zu stärken, dann haben wir ein Problem.
kustenkind
schrieb am 3.9.2026 17.45 Uhr:
Dann kann ich meine Teamkollegen schon mal darauf vorbereiten, dass ich demnächst Urlaub nehmen muss, weil die Busse nicht fahren.
Der Streik nützt doch auch den Arbeitgebern. Beine Betriebskosten wie Treibstoff und Strom, keine Löhne. Das lohnt sich auch.....
Nd die Einnahmen für Monatskarten und Deutschlandticket sind auch schon gesichert.
Irgendwann kosten die Fahrkarten das Doppelte.....
Leute kauft Kämme, es kommen lausige Zeiten......
VolleUnterstützung
schrieb am 3.9.2026 19.11 Uhr:
Jede und jeder hat das Recht bei einem Arbeitgeber zu arbeiten mit Tarifverträgen. 🙂
falscher Hase
schrieb am 3.9.2026 20.25 Uhr:
Same procedure as last year, same procedure as every year..
verdi will unbedingt streiken und wird es in jedem Fall auch wieder ausgiebig tun, daher immer die unbezahlbaren Forderungen und die gespielte Empörung. Also freuen wir uns auf Warnstreiks , normale Streiks, und, die bei verdi besonders beliebten, völlig unangekündigten Streiks, um ihre verhasste ÖPNV-Kundschaft möglichst stark zu schädigen.
Dirk Schulz
schrieb am 4.9.2026 7.38 Uhr:
Der Lohn muss sich an den Preissteigerungen ausrichten, bei Miete, Versicherungen, Sozialabgaben, Benzin, Lebensmittel steigen die Preise weiter... Ein Angebot für zwei Jahre ist okay, aber auch im zweiten Jahr steigen die Preise... nur weil es hier eben um kommunale Sachen handelt, sind manche schnell dabei, den Arbeitnehmern ihren Anteil zu missgönnen... aber das eigene Aktiendepot soll schön Rendite abwerfen... elende Doppelmoral.. Das Angebot reicht wahrscheinlich nicht einmal, damit die Steigerungen bei den elementaren Lebenshaltungskosten (wirklich reich wird man als Busfahrer ja nicht) aufzufangen... und solange die Bosse sich dicke Autos gönnen, ist genug Geld da...
Attila
schrieb am 4.9.2026 10.18 Uhr:
Ich bin auch betroffen vom Streik.
Und ich bin unbedingt dafür, dass die Arbeitnehmer derer Interessen wahrnehmen und streiken. Gott sei Dank ist das Streikrecht verfassungsrechtlich garantiert.
Allen, die sich jetzt beschweren ob der Forderungen und des Streiks, möchte ich in Erinnerung rufen, dass wir heutzutage als Arbeitnehmer nicht so dastehen würden, hätten die Gewerkschaften in der Vergangenheit nicht für Arbeitnehmerechte gekämpft! Dafür muss man den Damen und Herren einfach nur dankbar sein.
Ach ja, jeder kann in ein Unternehmen wechseln, das tarifgebunden ist! Nur kein Neid!
Hans Hansen
schrieb am 4.9.2026 10.33 Uhr:
Täter-Opfer Umkehr. Nicht die Streikenden sind das Problem...
Das Lohnniveau sinkt seit Jahren. Die Gewinne schießen durch die Decken. VW schüttet Rekorddividenden aus und entlässt direkt im Anschluss 50.000 Beschäftigte.
Friedrich Merz macht den Reichsten Milliardengeschenke und streicht uns die Krankenversorgung und Renten.
Das einzige Mittel dagegen sind Gewerkschaften.
Und alles was den Leuten einfällt, wenn sich Gewerkschaften wehren, ist die Arbeiter anzugreifen, statt der Betriebsführungen die eigentlich dafür verantwortlich sind. Die Arbeiter haben keine andere Wahl. Die Betriebsführungen schon.