Frauen im Fokus: Besondere Führungen durch die Ausstellung

Lübeck - Innenstadt: Die Ausstellung „Frauen in der Lübecker Geschichte“ rückt bekannte und vergessene Lübeckerinnen ins Rampenlicht (wir berichteten). Neben spannenden Biografien und dunklen Kapiteln der Stadtgeschichte stehen aktuell vor allem die begleitenden Themenführungen im Mittelpunkt, die Besucher noch tiefer in die Materie eintauchen lassen. Die erste Führung ist am Samstag, 05.09.2026.



Ein facettenreicher Blick auf die Stadtgeschichte
Bereits seit dem 25. August und noch für insgesamt vier Wochen ist die sehenswerte Schau im Heiligen-Geist-Hospital zu Gast. Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen von den religiösen Beginnen im Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Auf über 30 anschaulichen Tafeln werden 32 weibliche Biografien präsentiert, die Lübeck geprägt haben – darunter die Schriftstellerin Ida Boy-Ed, die Schulgründerin Ida Hinckeldeyn, die Politikerin Dr. Elly Linden oder die Widerstandskämpferin Minna Klann.



Themen-Führungen durch die Frauengeschichte
Um die Fülle an historischen Informationen lebendig zu vermitteln, liegt ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung auf dem aktuellen Führungsangebot. Die Stadtführerinnen nehmen Interessierte mit auf eine Reise durch verschiedene Epochen und gesellschaftliche Schichten.

– Am Samstag, den 5. September 2026, um 11:00 Uhr, widmet sich Stadtführerin Renate Somrau dem Thema „Frauen und Politik“. Anmeldung unter frauenbuero@luebeck.de.

– Am Freitag, den 11. September, um 16 Uhr, beleuchtet Angela Haußer die „Frauenbewegung als Bildungsbewegung“. Anmeldung unter frauenbuero@luebeck.de.

– Eine unkomplizierte Alternative bietet Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse: Am Dienstag, den 15. September, lädt sie von 12 bis 13 Uhr zu einem lockeren Rundgang in der gemeinsamen Mittagspause ein. Hierfür ist keine Voranmeldung nötig.



Dunkle Kapitel: Die Hexenverfolgung in Lübeck
Ein eigener, eindringlicher Bereich der Ausstellung widmet sich einem besonders düsteren Kapitel der städtischen Vergangenheit: der Hexenverfolgung. Eine detaillierte Tafel dokumentiert, dass im Lübecker Herrschaftsgebiet zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert insgesamt 47 Hexenprozesse stattfanden, bei denen 13 Menschen hingerichtet wurden. Die Ausstellung gibt den Opfern ein Gesicht und schildert beispielhaft die grausamen Schicksale von Frauen wie Margarete Havekes (1544 verurteilt) oder der Dienstmagd Grethge Langenhinricke, die 1598 unschuldig der Zauberei bezichtigt wurde.



Mitmachen gefragt: Die Ideen-Wand
Die Schau soll nicht nur zurückblicken, sondern auch die Zukunft der städtischen Erinnerungskultur prägen. „Im Stadtbild ist Lübecker Frauen- und Geschlechtergeschichte bisher wenig sichtbar“, erklärt Elke Sasse. Um dies zu ändern, wurde in der Ausstellung eigens eine große Mitmach-Stellwand aufgebaut. Unter dem Motto „Frauen-/Geschlechtergeschichte sichtbar machen“ sind alle Gäste eingeladen, selbst zum Stift zu greifen. Sie können notieren, welche weiteren historischen Persönlichkeiten gewürdigt werden sollten, und Ideen sammeln, an welchen Orten und in welchen Formaten Frauengeschichte nachhaltig im Lübecker Stadtbild verankert werden kann.
Blick in die Ausstellung: Zahlreiche Tafeln erzählen von Lübecks historischen Frauen, während eine interaktive Stellwand die Gäste einlädt, eigene Ideen zur Sichtbarmachung der Geschlechtergeschichte beizusteuern. Fotos: Helge Normann
Blick in die Ausstellung: Zahlreiche Tafeln erzählen von Lübecks historischen Frauen, während eine interaktive Stellwand die Gäste einlädt, eigene Ideen zur Sichtbarmachung der Geschlechtergeschichte beizusteuern. Fotos: Helge Normann

Text-Nummer: 181687    Autor: Frauenbüro/red.    vom 3.9.2026 14.41 Uhr

Kommentare zu diesem Text (6):

gernotM

schrieb am 3.9.2026 19.06 Uhr:
Ja, Frauen sind schon etwas ganz Besonderes....Ich ahnte das immer !
Die wahren Säulen der Gesellschaft...
Was sind schon Männer...natürlich toxisch !
Ach ja, unsere "Vergangenheit" muß natürlich auch hierfür herhalten...
Damit die feministische Bewegung ihre Berechtigung behält !
(...)

Frau

schrieb am 4.9.2026 1.33 Uhr:
#gernotM
(...)
Was hat man Ihnen denn weggenommen?
Gleichberechtigung und Gerechtigkeit so schlimm? Welcher Wert liegt Ihnen denn am Herzen? Neid und Mißgunst?

gernotM

schrieb am 4.9.2026 10.14 Uhr:
@ Frau :
Nein, man hat mir gar nichts weggenommen.
Und ja, ich bin selbstverständlich für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit, die in unserer Gesellschaft ja auch schon lange angekommen sind...
Bei aller Berechtigung kultureller Vielfalt wie auch hier, nervt die tägliche überproportionierte Darstellung und Überhöhung dessen, was Frauen in Vergangenheit und Gegenwart geleistet haben.
Die Männer dagegen werden gerne übersehen oder schlimmstenfalls als "toxisch" dargestellt.
Gleichberechtigung heißt für mich:
Beide Geschlechter haben großes geleistet...oder eben auch nicht !
Und schließlich:
Alle NGO'S, die sich mit dem Feminismus in unserer Gesellschaft befassen, werden aus Steuermitteln der Bürger finanziert, also auch aus meinen !
DAS war die Botschaft !

LittleMy

schrieb am 4.9.2026 11.12 Uhr:
@Gernot: Danke! (...)

Albert

schrieb am 4.9.2026 20.52 Uhr:
gernotM

"Bei aller Berechtigung kultureller Vielfalt wie auch hier, nervt die tägliche überproportionierte Darstellung und Überhöhung dessen, was Frauen in Vergangenheit und Gegenwart geleistet haben."

Es kann gar nicht laut genug dargestellt werden, was Frauen geleistet haben und generell leisten. Vor allem in der Vergangenheit, was NICHT selbstverständlich war - im Gegenteil. Sie hatten mit schlimmsten Ressentiments zu rechnen: Verachtung, Verurteilung ... durch Männer und es gäbe diese Vorteile sowie Fortschritte für Frauen heute nicht - ich muß es nicht aufzählen.

Jan

schrieb am 30.9.2026 20.53 Uhr:
Ach Gernot du bist auch schon etwas ganz Besonderes.

Ich finde es klasse nach so vielen Jahren in Lübeck nochmal was neues zu lernen - über die gezeigten Frauen weiß ich tatsächlich fast nichts.