Prozess: Gegen die Einbahnstraße - Fahrer wird aggressiv

Lübeck: Am Dienstag muss sich ein 32‑jähriger Autofahrer vor dem Amtsgericht Lübeck verantworten. Er soll auf einen Mann zugerast sein, der ihn darauf aufmerksam gemacht hat, dass er entgegen einer Einbahnstraße unterwegs ist. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor.

Der 32-jährige Angeklagte aus Lübeck soll am 1. November 2025 im Bereich des Lübecker Kobergs mit einem Auto in verkehrter Richtung in eine Einbahnstraße eingebogen sein. Als ein Zeuge auf die Fahrbahn getreten sein soll, um den Angeklagten durch Gestiken auf sein verkehrswidriges Verhalten aufmerksam zu machen, soll der Angeklagte zunächst unter starker Beschleunigung auf den Zeugen zugefahren sein, um sodann in geringem Abstand vor ihm anzuhalten. Anschließend soll der Angeklagte aus seinem Fahrzeug ausgestiegen und in aggressiver Weise auf den Zeugen zugegangen sein.

Ein weiterer Zeuge soll sich jedoch schützend zwischen die beiden gestellt haben. Im weiteren Verlauf soll der Angeklagte wieder in sein Fahrzeug eingestiegen und mit überhöhter Geschwindigkeit in verbotener Fahrtrichtung weitergefahren sein.
Der Autofahrer soll in aggressiver Weise auf einen Zeugen zugegangen sein. Symbolbild
Der Autofahrer soll in aggressiver Weise auf einen Zeugen zugegangen sein. Symbolbild

Text-Nummer: 181691    Autor: StA./red.    vom 6.9.2026 13.26 Uhr

Kommentare zu diesem Text (7):

PCQ

schrieb am 7.9.2026 8.57 Uhr:
Ich habe vor einigen Jahren selbst mal am Koberg gewohnt. Die Verkehrsführung ist wirklich ein Graus (besonders für die Bewohner). Was nicht heißt, dass das aggressives Verhalten im Straßenverkehr in Ordnung ist. Die Zeugen waren aber anscheinend auch auf Krawall aus, ansonsten hätten sie nicht die Straße blockiert. Schade, dass erwachsene Menschen sich gegenseitig so begegnen (gilt für beide Seiten, wobei der Autofahren höchst wahrscheinlich der Einzige ist, der aus seiner Tat Konsequenzen bekommt).

Christian

schrieb am 7.9.2026 9.35 Uhr:
Solche Leute sollten niemals wieder ein Auto fahren dürfen. Wer sein Fahrzeug als Waffe einsetzt, beweist, dass er nicht die geistige Reife besitzt um so ein Gefährt zu bedienen.

Salzi

schrieb am 7.9.2026 9.55 Uhr:
Ein Stau in der Königsstraße veranlaßte vorletzte Woche mehrere Autofahrer einfach entgegen der Fahrtrichtung in die Sandstraße zu fahren. Gefährdung von Radfahrern war denen zusätzlich egal. Meine gut gemeinten Hinweise auf ihr Fehlverhalten wurden ignoriert "ist mir egal, ich will zum Parkhaus".

Barny

schrieb am 7.9.2026 10.54 Uhr:
Leider ist es so, daß sich immer ein Oberlehrer findet, der andere auf irgendwelches Fehlverhalten hinweisen muss, oft im aggressiven Ton.
Wenn ihm dann gleiches widerfährt, dann wird lautstark gepöbelt.

Mann Leute, das ist kein Verbrechen, solange keine konkrete Gefährdung vorliegt ist es eine Sache für die Polizei und das Ordnungsamt, wir Bürger sollten eher zusammen halten und unseren Egoismus mal beiseite schieben.

Das gilt für alle!

schwarzweiss

schrieb am 7.9.2026 12.37 Uhr:
Ich sehe jeden Tag u besonders am Wochenende wie Personen verkehrswidrig in die Fischer u Engelsgrube runterfahren, ich hoffe sehr das die Stadt so "klug" ist und in beiden Straßen Kameras installiert hat, wäre ne schöne Geldeinnahme

Vitus

schrieb am 7.9.2026 12.45 Uhr:
@PCQ
Warum sollte das Verhalten der beiden Zeugen denn bitte (juristische) Konsequenzen haben?
Der erste wollte den Autofahrer auf die gültige Verkehrsregelung hinweisen, der zweite nur einen Streit schlichten, was ihm offenbar gelungen ist. Und zwar gewaltfrei. Was hat das also bitte mit Krawall zu tun?
Ich möchte in keinem Land leben, in dem sowas juristisch verfolgt wird. Sie etwa?
Was Sie hier unternehmen ist ein verzweifelter Versuch, Regelbrüche und Aggression im Straßenverkehr zu relativieren.
Sei Sie doch lieber froh, nicht mehr in diesem Viertel zu wohnen, denn die Anwohner hätten mittlerweile allen Grund aus der Haut zu fahren. Massenhaft bahnt sich hier der Umleitungverkehr seinen Weg durch die "verkehrsberuhigten" Nebenstraßen. Die Bausubstanz leidet unter den Erschütterungen, die Anwohner unter dem Lärm. Und die Aggression ist täglich zu spüren, wenn man als Fußgänger beim überqueren der Straße angepöbelt wird, weil es dem Autofahrer nicht schnell genug geht. Und in der nördlichen Wakenitzmauer/Ida-Boy-Ed-Garten werden Radfahrer gerne mal von Autofahrern bedrängt und genötigt, die einfach nicht checken, dass sie sich in einer Fahrradstraße befinden.
Zuständige Behörden und Ämter wissen um die Zustände im Quartier, schenken dem Problem aber keine Aufmerksamkeit. Und das in einer angeblich so autofeindlichen Stadt. Es ist schon erstaunlich

Vitus

schrieb am 7.9.2026 15.10 Uhr:
Ganz richtig Barny, wir sollten unseren Egoismus mal beiseite schieben.... und uns einfach mal die die (Verkehrs-)Regeln halten. Hätte der junge Mann am Steuer dies beherzigt, wäre es erst gar nicht zu dem Vorfall gekommen.
Nur eine regelbasierte Gesellschaft kann eine größtmögliches individuelle Freiheit garantieren.
Denn, wenn jeder macht was er will, gehen wir uns irgendwann nur noch gegenseitig auf die Nerven, und dann ist es mit besagtem Zusammenhalt und einem friedlichen Miteinander ganz schnell vorbei.
Ist jetzt eigentlich nicht so schwer zu verstehen, oder?