Verbände rufen zur Demo auf: Lübeck für Demokratie

Lübeck - Innenstadt: Mehrere Lübecker, darunter Kalle Demmert, Kreisvorsitzender der Grünen in Lübeck, und Katjana Zunft von den Marzipanrebellen, rufen für Montag, den 7. September 2026, zu einer Kundgebung auf dem Lübecker Markt auf. Hintergrund ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Wir veröffentlichen den Aufruf im Wortlaut:

(")Nach den Ergebnissen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei denen erstmals seit 1945 eine gesichert rechtsextreme Partei die absolute Mehrheit der Sitze erlangt hat, ruft ein Bündnis zu einer Eil-Kundgebung in Lübeck auf. Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein Weckruf, der weit über die Grenzen eines einzelnen Bundeslandes hinausreicht. Deshalb rufen Lübecker kurzfristig zu einer gemeinsamen Kundgebung auf dem Markt auf.

Montag, 7. September 2026, 18 Uhr, Lübecker Markt

Die Kundgebung soll ein Ort des Zusammenkommens sein. Ein Ort für alle, die angesichts des Erstarkens rechtsextremer Kräfte besorgt, erschrocken oder wütend sind und die gleichzeitig zeigen wollen: Wir sind viele. Wir stehen zusammen. Und wir überlassen unsere Demokratie nicht denen, die sie angreifen. Was in Sachsen-Anhalt geschieht, geht auch uns in Lübeck etwas an. Demokratie endet nicht an Landesgrenzen. Wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität oder politischen Haltung ausgegrenzt und bedroht werden, wenn demokratische Institutionen, Kultur und eine freie Zivilgesellschaft unter Druck geraten, dann betrifft das uns alle.

„Was in Sachsen-Anhalt passiert ist, darf uns nicht sprachlos machen. Es muss uns auf die Straße bringen. Das Erstarken einer gesichert rechtsextremen Partei ist keine ferne Randnotiz aus Ostdeutschland – es betrifft unsere Demokratie in ganz Deutschland. Wir gehen in Lübeck auf den Markt, weil Schweigen keine Option ist“, erklärt Kalle Demmert (GRÜNE Lübeck), Co-Initiator der Kundgebung.

Co-Initiatorin Katjana Zunft (Marzipanrebell:in) ergänzt: „Wir haben gelernt, was Schweigen anrichten kann. Und wir werden diesmal nicht schweigend danebenstehen, wenn Rechtsextreme unsere Demokratie angreifen. Wir stehen zusammen, über Parteigrenzen hinweg, über Religionen, Herkunft und unterschiedliche Überzeugungen hinweg. Uns verbindet etwas, das größer ist als das, was uns trennt: Wir wollen in einer freien, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft leben. Und diese Demokratie werden wir verteidigen. Gemeinsam. Friedlich. Entschlossen. Jetzt erst recht.“

Die Initiatorinnen rufen deshalb alle Lübecker auf, am Montag auf den Markt zu kommen. Eingeladen sind demokratische Parteien ebenso wie Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften, Vereine, Verbände, Initiativen und alle Menschen, die für eine offene Gesellschaft einstehen. Dabei soll es ausdrücklich nicht darum gehen, parteipolitische Unterschiede zu verwischen. Eine lebendige Demokratie lebt vom Streit um den richtigen Weg. Aber Demokraten müssen zusammenstehen, wenn die Demokratie selbst angegriffen wird. Kommt auf den Markt. Bringt Freunde, Kollegen, Nachbarn und Familie mit. Wir wollen nicht nur zeigen, wogegen wir stehen. Wir wollen zeigen, wofür wir stehen: für Menschenwürde. für Freiheit. für Vielfalt. für eine offene Gesellschaft. Und für eine Demokratie, die wir uns nicht nehmen lassen.(")
Für Montag wurde zu einer Kundgebung "Lübeck für Demokratie" auf dem Markt aufgerufen. Foto: JW/Archiv
Für Montag wurde zu einer Kundgebung "Lübeck für Demokratie" auf dem Markt aufgerufen. Foto: JW/Archiv

Text-Nummer: 181737    Autor: Grüne/red.    vom 6.9.2026 21.06 Uhr