Warntag in diesem Jahr auch an vielen Schulen

Lübeck: Am Donnerstag, 10. September 2026, wird der bundesweite Warntag in Schleswig-Holstein erstmals mit einem landesweiten Aktionstag für Bevölkerungsschutz an Schulen verbunden. Darüber berichteten am Dienstag Innenministerin Magdalena Finke und Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Landesfeuerwehrverband.

An 477 Schulen, mehr als jeder zweiten Schule im Land, wird dieser Moment zum Anlass, mit Schülerinnen und Schülern praktisch zu erproben, wie sie sich in Krisen- und Notfallsituationen verhalten können. Der Aktionstag soll die Selbstschutzkompetenz und Handlungssicherheit von Kindern und Jugendlichen stärken. Im Mittelpunkt stehen altersgerechte praktische Erfahrungen: von Erster Hilfe und dem Verhalten bei Unwetter oder Kommunikationsausfall über Naturgefahren in Schleswig-Holstein bis zum Umgang mit Desinformation. Hilfsorganisationen, Feuerwehren und weitere Einsatzkräfte unterstützen die Schulen vor Ort und machen zugleich ehrenamtliches Engagement erlebbar. Für die Schulen wurden im Fachportal Bevölkerungsschutz des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein Umsetzungsideen und Materialien bereitgestellt. Sie konnten sich im Vorfeld beraten lassen.

Auch Jugendliche selbst sollen zu Botschafterinnen und Botschaftern für Vorsorge werden: Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren sind eingeladen, über Social Media über die Aktionen an ihrer Schule zu berichten oder eigene Beiträge zu Themen der Krisenvorsorge zu erstellen und unter #KommKlarSH zu teilen. Im Oktober werden sich die Akteurinnen und Akteure des diesjährigen Aktionstages zur gemeinsamen Nachbereitung treffen. Auf dieser Grundlage wird geprüft, wie der Aktionstag insbesondere in der 6. Jahrgangsstufe regelmäßig und gemeinsam mit Hilfsorganisationen verankert werden kann. Über eine mögliche verbindliche jährliche Umsetzung ab 2027 soll anschließend beraten werden.

Innenministerin Magdalena Finke: „Wer regelmäßig trainiert, kann in einer Krisensituation besser reagieren. Je öfter wir uns mit diesen wichtigen Themen auch im Alltag auseinandersetzen, desto mehr Routine entwickeln wir. Deshalb ist der Aktionstag in diesem Jahr eine wichtige Ergänzung des bundesweiten Warntages mit dem Test unserer Warnmittel, wie Cell-Broadcast und Warnapps auf den Mobiltelefonen, Rundfunkdurchsagen oder den Sirenen im Land. Mit unserem landeseigenen Förderprogramm von insgesamt 23,5 Millionen Euro haben wir bereits über 1.000 Standorte gefördert, um unser Sirenennetz fit für die zentrale Ansteuerung zu machen. Die technischen Voraussetzungen dafür muss der Bund jetzt schaffen.“

Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke: „Bevölkerungsschutz gehört zur Bildung. Kinder und Jugendliche sollen in einer Notlage nicht erst überlegen müssen, was zu tun ist. Sie sollen wissen, wo sie verlässliche Informationen bekommen, wie sie sich selbst schützen und wie sie anderen helfen können. Deshalb bringen wir Bevölkerungsschutz in die Schule.“

Benjamin Hussong, Abteilungsleiter Nationale Hilfsorganisation beim DRK-Landesverband Schleswig-Holstein: „Am 10. September werden wir in knapp 40 Schulen im ganzen Land mit Mitmachstationen zur Ersten Hilfe, zu Verhalten bei Hochwasser oder Stromausfall den Bevölkerungsschutz bereits im Alltag stärken. Damit erreichen wir an einem Tag rund 14.000 Schülerinnen und Schüler. Weitere Aktionen in Schulen werden noch in diesem Jahr folgen.“

Jörg Nero, Landesbrandmeister im Landesfeuerwehrverband: „Durch die Jugendfeuerwehren und Nachwuchsgruppen der Hilfsorganisationen vermitteln wir bereits vielen Kindern und Jugendlichen wichtiges Wissen. Der Warntag bietet zusätzlich die Möglichkeit, über die Schulen noch mehr junge Menschen zu erreichen, die das neu gewonnene Wissen mit nach Hause nehmen und ihren Eltern davon erzählen. Denn je mehr Menschen sich in Schleswig-Holstein mit Bevorratung und Selbstvorsorge beschäftigen, die verschiedenen Sirenentöne kennen und wissen, wie sie sich im Notfall verhalten müssen, desto größer ist die Entlastung für unsere Einsatzkräfte. Deshalb ist es wichtig, dieses Wissen jungen Menschen frühzeitig zu vermitteln und den diesjährigen Warntag als möglichen Start für eine kontinuierliche und dauerhafte Einbindung des Themas in die Stundenpläne der Schulen zu verstehen.“
Der Warntag wird in diesem Jahr auch ein Thema an vielen Schulen. Foto: JW/Archiv
Der Warntag wird in diesem Jahr auch ein Thema an vielen Schulen. Foto: JW/Archiv

Text-Nummer: 181783    Autor: BiMi/red.    vom 8.9.2026 14.18 Uhr

Kommentare zu diesem Text (5):

Markus

schrieb am 9.9.2026 8.56 Uhr:
Wenn die jetzige Bundesregierung mit der Kriegstreiberei so weitermacht, wird NINA sich öfter melden, als uns lieb sein wird.

Markus Schwarz

schrieb am 9.9.2026 11.29 Uhr:
@Markus: ++

Troll Hunter

schrieb am 9.9.2026 15.27 Uhr:
@ Markus
Du hast die Bundesregierung mit der Prawitelstwo Rossijskoi Federazii verwechselt, kann ja mal passieren.

Bürger

schrieb am 9.9.2026 17.04 Uhr:
Ich besitze eine tolles "DAB+" Digitalradio. Leider hat es in der Vergangenheit nie geklappt, dass eine Warnung, ein Warnton oder in der RDS-Laufschrift irgendetwas zu lesen war. In Amerika funktioniert sowas per Broadcast über TV. Da blinkt der Bildschirm abwechselnd von ganz rot auf ganz schwarz mit einer weissen Texteinblendung und einem Warnton in voller Lautstärke. Hier ist es zu kompliziert in Deutschland. Man muss erst ein Handy kaufen und eine App. herunterladen. Und dann muss das Handy auch noch eingeschaltet sein und im Empfangsmodus sein. Letztes Jahr wurde nach den Nachrichten ein Warnsatz vom Radiomoderator vorgelesen. Wie peinlich ist dass denn? Ich werde am Donnerstag mein Radio wieder laufen lassen und gucken, ob es diesmal funktioniert. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt.

Bürger

schrieb am 10.9.2026 12.51 Uhr:
Mein DAB-Digitalradio hat wieder nicht warnen können. Aber um zu zeigen, dass es woanders funktioniert ein sehr ausführliches Erklärvideo auf YouTube zum US-Warnsystem. Man kann auch Vorspulen und die deutschen Untertitel einstellen um es eventuell besser zu verstehen. Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=NZGVHFYL0N4

Ich fand es sehr interessant. Alleine die Angabe der Himmelsrichtung über die Telefontastatur. Einfach und simpel.