Interreligiöser Dialog in St. Marien

Lübeck - Innenstadt: Wie kann der gesellschaftliche Zusammenhalt in Zeiten zunehmender Polarisierung gestärkt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der interreligiöse Gesprächskreis bei seinem jüngsten Treffen in der St.-Marien-Gemeinde Lübeck. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener religiöser und gesellschaftlicher Hintergründe diskutierten über aktuelle Herausforderungen und konkrete Möglichkeiten für ein friedliches Miteinander.

Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck erklärt dazu:

(")Gastgeber war Pastor Kai Faller von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Für das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck nahm Spyridon Aslanidis, Beauftragter für die Bekämpfung von Antisemitismus sowie für interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben, an dem Gespräch teil.

Dabei wurde deutlich: Dialog und Begegnung sind gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen wichtiger denn je. Politische Konflikte, Extremismus und zunehmende Polarisierung führen bei vielen Menschen zu Verunsicherung. Umso wichtiger sei es, dass zivilgesellschaftliche Akteure Verantwortung übernehmen und Räume für Begegnung, Austausch und gegenseitigen Respekt schaffen.

Auf Vorschlag des Forums für Migranten soll deshalb für das Jahr 2027 ein Konzept für öffentliche gemeinsame Aktivitäten entwickelt werden. Ziel ist es, Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung zusammenzubringen, Solidarität sichtbar zu machen und den gesellschaftlichen Dialog in Lübeck zu fördern.

Der Vorsitzende des Forums für Migranten, Aydin Candan, erklärt dazu: „Wir spüren, dass viele Menschen verunsichert sind. Sorgen und Ängste nehmen zu. Deshalb engagieren wir uns aktiv gegen Extremismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. Unsere Gesellschaft lebt vom Zusammenhalt und vom respektvollen Umgang miteinander.“

Spyridon Aslanidis betont: „Für uns gibt es weder einen ‚guten‘ Antisemitismus noch eine ‚gute‘ Diskriminierung. Menschenfeindlichkeit bleibt Menschenfeindlichkeit – unabhängig davon, aus welcher politischen oder ideologischen Richtung sie kommt. Unser Grundgesetz ist das Fundament für Freiheit, Respekt und ein friedliches Zusammenleben.“

Das Forum für Migranten vertritt auf Grundlage eines Beschlusses der Lübecker Bürgerschaft die Interessen von mehr als 67.000 Lübeckerinnen und Lübeckern mit Migrationsgeschichte aus über 170 Herkunftsländern. „Religiöse und kulturelle Vielfalt ist kein Gegensatz zum gesellschaftlichen Zusammenhalt – sie kann vielmehr eine Stärke unserer Stadt sein“, erklären Candan und Aslanidis. „Menschen müssen nicht dieselbe Religion, Herkunft oder Weltanschauung haben, um gemeinsame Werte zu teilen. Entscheidend sind Respekt, gegenseitige Anerkennung und der gemeinsame Wille zu einem friedlichen Miteinander.“(")
Das Forum für Migranten regt ein Konzept an, um Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung zusammenzubringen.
Das Forum für Migranten regt ein Konzept an, um Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung zusammenzubringen.

Text-Nummer: 181872    Autor: Forum/red.    vom 12.9.2026 10.00 Uhr