Stockelsdorf trauert um Günter Volgmann

Stockelsdorf: Ein halbes Jahrhundert stand sein Name für Verlässlichkeit und ehrenamtlichen Einsatz: Die Gemeinde Stockelsdorf und die örtlichen Feuerwehren trauern um Günter Volgmann. Der engagierte Feuerwehrmann und ehemalige Gemeindewehrführer ist in der vergangenen Woche im Alter von 70 Jahren verstorben.

Am 3. September 1974 trat Günter Volgmann in die Freiwillige Feuerwehr ein und begann damit eine außergewöhnliche Laufbahn, die mehr als 50 Jahre andauern sollte. Sein Wirken ging dabei weit über eine einfache Mitgliedschaft hinaus. Er übernahm in seiner langen Karriere zahlreiche Führungsaufgaben, unter anderem als Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Malkendorf sowie als Gemeindewehrführer der Wehren der Gemeinde Stockelsdorf.

Besonders wichtig waren ihm stets die Kameradschaft und eine leistungsfähige, moderne Ausstattung, um im Ernstfall zuverlässig Hilfe leisten zu können. Volgmann, in dessen Akte beeindruckende 118 Lehrgänge verzeichnet sind, engagierte sich zudem als Gerätewart, Kassenführer, Kreisausbilder und Administrator. Ein besonderes, sichtbares Vermächtnis hinterlässt er in Malkendorf: Am Bau des 2008 errichteten Feuerwehrgerätehauses war er nicht nur planerisch beteiligt, sondern packte auch selbst mit eigenem handwerklichen Können tatkräftig an. Zuletzt setzte er sich maßgeblich für die Beschaffung des neuen Löschfahrzeugs für Malkendorf ein – ein Projekt, dessen Ergebnis er in der vergangenen Woche noch persönlich in Augenschein nehmen konnte.

Für seine herausragenden Verdienste um das Feuerwehrwesen wurde Günter Volgmann vielfach hochrangig geehrt. So erhielt er 2011 das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und 2022 die höchste Stufe in Gold. Zudem wurden ihm das Brandschutzehrenzeichen in Silber (2001) und Gold (2015) verliehen. Nach seinem Wechsel in die Ehrenabteilung zum 1. Januar 2024 wurde er am 12. Februar 2024 offiziell zum Ehrengemeindewehrführer ernannt.

Neben seinem großen Fachwissen und Verantwortungsbewusstsein wird vielen Wegbegleitern auch sein besonderer, trockener Humor in Erinnerung bleiben. Bürgermeisterin Julia Samtleben würdigte den Verstorbenen mit bewegenden Worten: „Mit Günter Volgmann verlieren wir einen außergewöhnlichen Feuerwehrmann und einen Menschen, der die Feuerwehren in Stockelsdorf über Jahrzehnte geprägt hat. Sein Einsatz, seine Erfahrung und seine Verbundenheit zur Feuerwehr werden uns fehlen.“

Die Gedanken der gesamten Blaulichtfamilie und der Gemeinde gelten nun seiner Familie und seinen Angehörigen.
Die Gemeinde Stockelsdorf trauert um ihren langjährigen Gemeindewehrführer und Ehrengemeindewehrführer Günter Volgmann. Foto: Sebastian Prey
Die Gemeinde Stockelsdorf trauert um ihren langjährigen Gemeindewehrführer und Ehrengemeindewehrführer Günter Volgmann. Foto: Sebastian Prey

Text-Nummer: 181927    Autor: Gemeinde Stodo/red.    vom 15.9.2026 12.44 Uhr

Kommentare zu diesem Text (2):

Harald Werner - Stockelsdorf

schrieb am 15.9.2026 23.52 Uhr:
Ein Herz, das für die Feuerwehr schlug, hat aufgehört zu schlagen
Ein Herz, das über Jahrzehnte unerbittlich für die Freiwillige Feuerwehr geschlagen hat, ist von uns gegangen.
Mit dem Tod von Günther Volkmann verliert die Freiwillige Feuerwehr der Dorfschaft Malken-dorf, aber auch die Freiwilligen Feuerwehren unserer Gemeinde, einen vorbildlichen, pflichtbe-wussten und zutiefst engagierten Kameraden.
Günther Volkmann war weit mehr als ein Mitglied der Feuerwehr. Er war Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Über Jahrzehnte gehörte die Feuerwehr zu seinem Leben. Wenn man an die Freiwilligen Feuerwehren unserer Gemeinde dachte, dann gehörte sein Gesicht ganz selbstver-ständlich dazu.
Besonders in seiner Funktion als Gemeindewehrführer hat Günther Volkmann Verantwortung übernommen und Maßstäbe gesetzt. Sein Pflichtbewusstsein war dabei nicht nur eine Eigenschaft, sondern eine Haltung. Er wusste um die große Verantwortung, die er für die Sicherheit der Men-schen, für die Einsatzbereitschaft der Wehren und für seine Kameradinnen und Kameraden trug. Auf ihn konnte man sich verlassen – gerade dann, wenn es darauf ankam.
Dabei war Günther niemals jemand, der seine Meinung zurückhielt, wenn es um die Belange der Feuerwehr ging. Auch für uns in der Politik war er ein wichtiger und geschätzter Ratgeber. Seine Erfahrung, seine klare Einschätzung und sein Wissen aus der täglichen Feuerwehrarbeit wa-ren für viele kommunalpolitische Entscheidungen von großer Bedeutung. Er konnte Dinge offen und deutlich ansprechen, aber immer mit dem Ziel, etwas für die Feuerwehr und damit für die Menschen in unserer Gemeinde zu erreichen.
Ich persönlich habe diese Gespräche und seinen Rat sehr geschätzt. Günther Volkmann war für mich ein Mensch, dessen Wort Gewicht hatte. Nicht, weil er laut war, sondern weil hinter seinen Worten jahrzehntelange Erfahrung, Verantwortung und gelebtes Engagement standen.
Er war ein Brückenbauer zwischen Feuerwehr und Politik. Einer, der uns immer wieder da-ran erinnert hat, dass hinter Haushaltszahlen, Fahrzeugen, Feuerwehrhäusern und organisatori-schen Entscheidungen Menschen stehen, die ehrenamtlich ihre Freizeit und manchmal auch ihre Gesundheit einsetzen, um anderen zu helfen.
Sein Engagement war geprägt von Pflichtbewusstsein, Verlässlichkeit und Kameradschaft. Für Günther war die Freiwillige Feuerwehr niemals nur ein Ehrenamt. Sie war eine Aufgabe für die Gemeinschaft – eine Aufgabe, der er sich mit großer Leidenschaft und persönlicher Überzeugung verschrieben hatte.
Sein Rat wird fehlen. Seine Stimme wird fehlen. Und vor allem wird der Mensch Günther Volkmann fehlen.
Die Dorfschaft Malkendorf und unsere gesamte Gemeinde verlieren mit ihm ein Stück Feuerwehr-geschichte. Einen Menschen, der über viele Jahrzehnte das Gesicht unserer Freiwilligen Feuerweh-ren geprägt hat und dessen Wirken weit über die Grenzen seiner eigenen Wehr hinausreichte.
Für mich persönlich ist sein Tod deshalb ein besonders schmerzlicher Abschied. Ich werde mich an Günther Volkmann als engagierten Feuerwehrmann, als pflichtbewussten Gemeindewehrfüh-rer, als geschätzten Ratgeber und vor allem als guten Menschen erinnern.
Lieber Günther, danke für Deinen jahrzehntelangen Einsatz. Danke für Deine Kamerad-schaft, Deine Offenheit und Deinen Rat. Danke dafür, dass Du Verantwortung übernom-men hast, wenn andere Verantwortung brauchten.
Ein Herz, das so lange für die Feuerwehr und unsere Gemeinschaft geschlagen hat, hat aufgehört zu schlagen.
Vergessen werden wir Dich nicht.
Gut Wehr, lieber Günther. Ruhe in Frieden.
Harald Werner
Ehrenbürgervorsteher

Kalle

schrieb am 16.9.2026 11.45 Uhr:
Ich hatte nur nur oberflächlich eine Weile mit ihm zu tun, da ich auch ehrenamtlich tätig war.

Es war ein sehr unproblematisches und freundliches Miteinander und auch sehr konstruktiv. Herr Volgmann war immer sehr freundlich, hilfsbereit und zugewandt. Jetzt bleibt mir leider nur Eines in Demut und Ehrfurcht zu sagen:

*R I P*