Aus Lübecks Müllberg wird Grüner Wasserstoff
Lübeck - St. Jürgen: Für rund 7,9 Millionen Euro entsteht am Abfallwirtschaftszentrum Lübeck ein Elektrolyseur. Er macht aus Wasser Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff wird an die Lübecker Wasserstoff-Tankstelle geliefert. In Zukunft sollen auch die Müllfahrzeuge damit betrieben werden. "Wir werden vom Abfallwirtschaftszentrum zum Kreislaufwirtschaftszentrum", sagt Mathias Mucha, Leiter der Entsorgungsbetriebe Lübeck.
Der geplante PEM-Elektrolyseur (Protonen-Austausch-Membran) mit einer Leitung von einem Megawatt spaltet Wasser mithilfe von Strom in hochreinen Wasserstoff und Sauerstoff. Der emissionsfrei produzierte Wasserstoff wird dann über eine Tankstelle dem Schwerlast- und Fernverkehr zugänglich gemacht. Auch die EBL wollen den Wasserstoff für ihre eigene Fahrzeugflotte nutzen. Perspektivisch soll die EBL-Flotte bis 2040 vollständig dekarbonisiert werden. Mit einer prognostizierten Kapazität von bis zu 100.000 Kilogramm grünem Wasserstoff pro Jahr könnten im Verkehrssektor so bis zu 1.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.
Der Strom kommt aus einer geplanten 7‑MW-Photovoltaikanlage, die am Südhang der Deponie Niemark montiert wird. Für dunkle Winterzeit ist ein fester Liefervertrag für Windstrom vorgesehen.
Beim Betrieb des Elektrolyseurs fallen jährlich bis zu 1.100 MWh Abwärme an, die zur Beheizung von Gebäuden und Hallen genutzt werden soll. Auch der im Laufe des Elektrolyseprozesses abgespaltene Sauerstoff bleibt im System: Diesen wollen die Entsorgungsbetriebe zur Effizienzsteigerung in ihrer benachbarten Mechanisch-Biologischen-Abfallbehandlungsanlage (MBA) einsetzen.
Umweltminister Tobias Goldschmidt überreichte am Dienstag einen Förderbescheid über 3.551.944 Euro. Das sind 45 Prozent der Investitionssumme. "Grünem Wasserstoff gehört die Zukunft, denn er ist klimaneutral und kann uns dabei helfen, unsere Abhängigkeiten nach fossilen Energiequellen endlich hinter uns zu lassen", sagte der Minister bei der Übergabe.
Durch die Förderung wird das Projekt auch wirtschaftlich. Der Wasserstoff kann zu einem handelsüblichen Preis verkauft werden.
Der Strom kommt aus einer geplanten 7‑MW-Photovoltaikanlage, die am Südhang der Deponie Niemark montiert wird. Für dunkle Winterzeit ist ein fester Liefervertrag für Windstrom vorgesehen.
Beim Betrieb des Elektrolyseurs fallen jährlich bis zu 1.100 MWh Abwärme an, die zur Beheizung von Gebäuden und Hallen genutzt werden soll. Auch der im Laufe des Elektrolyseprozesses abgespaltene Sauerstoff bleibt im System: Diesen wollen die Entsorgungsbetriebe zur Effizienzsteigerung in ihrer benachbarten Mechanisch-Biologischen-Abfallbehandlungsanlage (MBA) einsetzen.
Umweltminister Tobias Goldschmidt überreichte am Dienstag einen Förderbescheid über 3.551.944 Euro. Das sind 45 Prozent der Investitionssumme. "Grünem Wasserstoff gehört die Zukunft, denn er ist klimaneutral und kann uns dabei helfen, unsere Abhängigkeiten nach fossilen Energiequellen endlich hinter uns zu lassen", sagte der Minister bei der Übergabe.
Durch die Förderung wird das Projekt auch wirtschaftlich. Der Wasserstoff kann zu einem handelsüblichen Preis verkauft werden.
Kommentare zu diesem Text (5):
falscher Hase
schrieb am 15.9.2026 19.22 Uhr:
Der Artikel suggeriert mit seiner Überschrift, das aus Müll Wasserstoff gewonnen wird. Das ist aber hier überhaupt nicht der Fall, es wird 'einfach' aus (Solar)Strom Wasserstoff erzeugt und der Strom dazu auch noch zu einem großen Teil dazugekauft. Der Müll bleibt was er ist.
Antonius
schrieb am 15.9.2026 22.24 Uhr:
Welche Wirkungsgrade liegen hier vor. Das beschriebene Verfahren Wasserstoff zu generieren, hat nach meiner Kenntnis einen Wirkungsgrad von ca. 60%, wenn dann der Wasserstoff nicht direkt im Motor verbrannt wird sondern eine weitere Wandlung stattfindet würde der Wirkungsgrad weiter sinken. Frage an die Profis: Wie schaut der gesamte Wirkungsgrad aus?
Weiterhin ist Wasserstoff nicht grün sondern farblos.
chris
schrieb am 16.9.2026 4.27 Uhr:
@Antonius:
Wenn man den Wasserstoff zum Betrieb von LKW verwenden will, gibt es 2 Möglichkeiten: Direkt in einem Verbrennungsmotor => Wirkungsgrad etwa 25% / oder über Brennstoffzelle + E-Motor =>
Gesamt-Wirkungsgrad etwa 50-60%.
Insgesamt also (Elekrolyseur/Brennstoffzelle/Motor) bestenfalls 40%.
Das heisst: 60% des Photovoltaik-Stroms gehen verloren!
Also eher traurig. Für Kurzstreckenfahrzeuge wie bei der EBL oder Feuerwehr sind rein batterieelektrische Antriebe viel effizienter.
Wasserstoff ist besser für chemische und technische Prozesse verwendbar, übergangsweise auch für Langstrecken-LKW.
Meinetwegen auch als Energiespeicher für die "Dunkelflaute" :-)
Bürger aus HL
schrieb am 16.9.2026 9.34 Uhr:
Seit wann ist denn Wasserstoff grün? Es handelt sich um ein farbloses Gas.
Rainer
schrieb am 16.9.2026 15.06 Uhr:
Alles schön und gut! Leider rechnet sich das Ganze überhaupt nicht. Deshalb ist die Staatskasse wegen der erforderlichen horrend vielen Subventionen chronisch leer. Baron von Münchhausen lässt grüßen...