Barrierearm ins Gesellschaftshaus
Lübeck - Travemünde: Mit dem Thema Barrierefreiheit hat sich der Gemeinnützige Verein zu Travemünde schon länger beschäftigt. Mitglieder und Gäste im vereinseigenen Gesellschaftshaus (Torstraße 1) werden ja auch nicht jünger, und man merkte, dass es weniger Besucher wurden im schönen Saal im ersten Obergeschoss. Dank großzügiger Förderung soll sich das jetzt ändern: Ein Treppenlift wurde installiert und am Dienstag (15.09.2026) bei einem kleinen Empfang festlich eingeweiht.

In alten Zeiten war es die Freiwillige Feuerwehr, die den Menschen, die nicht mehr gehen konnten, bei größeren Anlässen ins Obergeschoss half. Das ist nicht mehr zeitgemäß und wird heute verständlicherweise als unwürdig empfunden. Eine weitere Möglichkeit, mit dem Rollstuhl zumindest ins Erdgeschoss des Gesellschaftshauses zu kommen, ist die Klingel links vom Haupteingang. Allerdings müssen Besucher dann durch einen Seiteneingang und die Räumlichkeiten des Seebadmuseums, das nicht immer geöffnet hat. Und befinden sich dann trotzdem vor der großen Treppe zum ersten Obergeschoss. Eine zeitgemäße Lösung musste her.

Ein Fahrstuhl hätte das Budget bei weitem gesprengt und auch ein Treppenlift war für den Gemeinnützigen Verein nicht allein zu stemmen. Also wurden Förderanträge gestellt. Bei der Lübecker Possehl-Stiftung und beim Lions Club Travemünde traf man da auf offene Ohren und so konnte jetzt mit Kaffee, Sekt und Keksen auf die Einweihung des Projektes angestoßen werden, das immerhin mit mehr als 20.000 Euro zu Buche schlägt.
Vom Gemeinnützigen Verein zu Travemünde empfingen die 1. Vorsitzende Sabine Haltern, der 2. Vorsitzende Dr. Udo Ott und Schriftführerin Christine Jaacks-Mirow die Gäste. Letztere hat sich in den Wochen, in denen die Anlage schon läuft, außerdem zur „Treppenlift-Beauftragten“ entwickelt und konnte von den Anfängen berichten. Inzwischen kann sie Fragen wie „Was macht man, wenn es piept?“ aus dem Stegreif beantworten. Und von dem Besucher erzählen, der am Lift einen Knopf gefunden hatte, „von dem niemand wusste, dass er existiert“, wie Christine Jaacks-Mirow scherzhaft berichtete. Es war der Aus-Knopf. Inzwischen, davon geht man aber aus, hat das GVT-Team alles durch, was passieren kann.

Die Vorführung für die Vertreter der Sponsoren verlief jedenfalls reibungslos. Für die Possehl Stiftung war Birgit Reichel als Stellvertreterin des Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes, Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, nach Travemünde gekommen. Birgit Reichel überbrachte Grüße des Vorsitzenden, bedankte sich für die Einladung und sogar für den schönen Förderantrag, dem man gern stattgegeben hatte. Für den Lions Club Travemünde waren Past-Präsident Kai Lüdicke sowie Ulrich Krause vom Vorstandsteam dabei. „Für uns war das eine ganz schnelle Entscheidung“, sagte auch Kai Lüdicke.
Einen Eigenanteil brachte natürlich auch der Gemeinnützige Verein zu Travemünde selbst in die Finanzierung ein. Das hat sich gelohnt: „Die Leute freuen sich darüber“, erzählte die Vorsitzende Sabine Haltern. Der Saal ist nun zwar nicht barrierefrei, aber doch barrierearm erreichbar – für alle, die jetzt oder hoffentlich erst weit in der Zukunft darauf angewiesen sind.