Landtagswahl: Linke wählen ihre Kandidaten

Lübeck: „Die Linke Lübeck geht mit einem starken und vielfältigen Team in die Landtagswahl 2027“, berichten die Linken in einer Mitteilung. Auf der Landesvertreterversammlung der Partei „Die Linke Schleswig-Holstein“ am 13. September wurden die Kandidaten für die Landesliste und die Direktkandidaturen für die drei Lübecker Wahlkreise gewählt.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der Linken im Wortlaut:

Damit ist Lübeck auf Landesebene gleich mit fünf Kandidaten und insgesamt sechs Kandidaturen vertreten:

– Bianca Szygula – Listenplatz 7 und Direktkandidatin im Wahlkreis 33 Lübeck-Süd
– Noel Niklas Guhs – Listenplatz 8
– Eike Luisa Budde – Listenplatz 19
– Sören Winzer – Direktkandidat im Wahlkreis 31 Lübeck-Ost
– Melanie Arnold – Direktkandidatin im Wahlkreis 32 Lübeck-West

„Wir haben für alle drei Lübecker Wahlkreise engagierte Menschen aufgestellt und gleichzeitig drei sehr unterschiedliche Profile auf der Landesliste“, erklärt Bianca Szygula, Kreissprecherin der Linken Lübeck. „Was uns verbindet, ist der Anspruch, Politik nicht über die Menschen hinweg zu machen, sondern gemeinsam mit ihnen. Wir wollen, dass Schleswig-Holstein im Landtag wieder eine starke linke Stimme bekommt – und dafür werden wir als Lübecker Team gemeinsam kämpfen.“

Drei Lübecker Stimmen auf der Landesliste
Bianca Szygula wurde auf Listenplatz 7 gewählt und tritt zusätzlich als Direktkandidatin im Wahlkreis 33 Lübeck-Süd an. Die 53-Jährige ist seit Dezember 2024 Kreissprecherin der Linken Lübeck und seit Januar 2026 Mitglied des Landesvorstands. Beruflich arbeitet sie in der Fraktionsgeschäftsführung der Fraktion Linke und GAL. Ihr politischer Schwerpunkt liegt in der praktischen Sozialpolitik. Sie engagiert sich unter anderem in der Sozialberatung, im Sozialausschuss und im Jobcenter-Beirat.

Für Szygula bedeutet linke Politik vor allem, den Kontakt zu den Menschen nicht zu verlieren und diejenigen zu vertreten, deren Stimmen häufig überhört werden.

„Es war ein aufregendes Wochenende. Am Samstag haben wir ein wirklich tolles Wahlprogramm für Die Linke Schleswig-Holstein beschlossen. Jetzt ist es an uns, es den Menschen zu vermitteln.

Es muss egal sein, ob man in Lübeck, Kiel oder im kleinsten Dorf lebt: Gute Bildung, gute Pflege, Mobilität und ein gutes Leben müssen überall möglich sein.

Ich trete an, weil ich überzeugt bin, dass linke Politik unbequem sein muss, wenn sie etwas verändern will. Weil ich glaube, dass Solidarität praktisch sein muss, wenn sie glaubwürdig sein soll. Und weil ich nicht bereit bin, mich damit abzufinden, dass Menschen durchs Raster fallen!“, so Szygula.

Noel Niklas Guhs erreichte Listenplatz 8. Im Mittelpunkt der Kandidatur stehen Kinderrechte, Kinderschutz und der Schutz von Menschen, deren Perspektiven häufig übergangen werden. Guhs setzt sich unter anderem für einen strukturell besser aufgestellten Kinderschutz, unabhängige Meldestellen, ausreichend Personal in den Jugendämtern und Kinderrechte als einklagbares Grundrecht ein. Die politische Motivation ist dabei auch von persönlichen Erfahrungen geprägt.

„Ich will in die Politik, aber ich sehe mich nicht als Politiker. Ich will nicht anfangen, über Menschen zu reden, sondern ihre Lebensrealität mit in den Landtag nehmen. Als pflegender Angehöriger weiß ich, was es bedeutet, wenn politische Entscheidungen plötzlich ganz konkret in den Alltag eingreifen, oder ihn nicht selten verpassen, zu entlasten. Und ich bin Überlebender von institutionellem Missbrauch. Wenn das Leben nur noch ein Kampf ist, haben Strukturen versagt. Das gilt auch für mindestens 137.000 obdachlose Minderjährige. Wenn ein Land, auch Schleswig-Holstein, so mit seinen Kindern umgeht, muss sich was verändern. Ich kenne das Leben, über das andere nur reden. Ich habe daher beschlossen, nicht mehr zu warten, dass Politiker*innen Verantwortung übernehmen. Das tue ich jetzt selber“, erklärte der 31-Jährige kämpferisch.

Eike Luisa Budde wurde auf Listenplatz 19 gewählt. Die 29-Jährige ist in Lübeck aufgewachsen, studierte Mathematik und Sozialwissenschaften auf Lehramt sowie Gender- und Queer Studies und absolviert heute ein duales Studium Public Management bei der Lübecker Stadtverwaltung.

Politisch kommt Budde aus dem queerfeministischen Aktivismus und war unter anderem in der queeren Schulaufklärung sowie bei der Organisation der Trans Pride Cologne aktiv. Ihre politischen Schwerpunkte sind soziale Gerechtigkeit, Queerfeminismus und Antifaschismus. Dabei verfolgt sie einen intersektionalen Ansatz, der unterschiedliche Formen von Diskriminierung zusammendenkt.
„FLINTAs, die kämpfen, sind FLINTAs, die leben. Und zurzeit sind feministische Kämpfe wieder besonders wichtig. Gerade Frauen und Queers sind durch die aktuellen Kürzungen besonders stark betroffen. Dem müssen wir uns entschlossen und kämpferisch entgegenstellen“, sagt Budde selbstbewusst.

Mit drei Direktkandidaten in die Lübecker Wahlkreise

Neben den drei Kandidaturen auf der Landesliste tritt Die Linke Lübeck in allen drei Lübecker Wahlkreisen mit Direktkandidaten an.

Für Lübeck-Ost (Wahlkreis 31) kandidiert Sören Winzer. Der langjährige Selbstständige aus der Veranstaltungsbranche lebt seit mehr als zehn Jahren in Lübeck und ist seit Februar 2024 Mitglied der Linken. Er ist Teil der Lübecker Bürgerschaftsfraktion Linke und GAL und unter anderem stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung.

Inhaltlich setzt er insbesondere auf bezahlbares Wohnen, eine starke öffentliche Daseinsvorsorge, soziale Stadtentwicklung und eine sozial gerechte Klimapolitik.

„Politik beginnt dort, wo Menschen leben. Sie beginnt nicht in Hochglanzbroschüren, sondern in unseren Nachbarschaften. Dort entscheidet sich, ob Menschen sich ihre Wohnung und das Leben an sich noch leisten können, ob Kinder und Jugendliche einen vollumfänglichen Kita- oder Hortplatz oder gute Bildung erhalten, ob ältere Menschen mobil bleiben und ob Nachbarschaften zusammenhalten oder auseinanderfallen.

Die Klimakrise trifft Menschen mit kleinen Einkommen besonders hart. Deshalb dürfen die Kosten der Energiewende nicht auf die Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden“, so Winzer.

Für Lübeck-West (Wahlkreis 32) tritt Melanie Arnold als Direktkandidatin an. Sie gehört dem Kreisvorstand der Linken Lübeck als Schriftführerin an und engagiert sich insbesondere für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und eine tatsächlich barrierefreie Gesellschaft.

Als selbst auf einen Rollstuhl angewiesene Frau kennt Arnold die alltäglichen Barrieren nicht nur aus politischer Perspektive. Ihr geht es darum, dass Menschen mit Behinderungen nicht lediglich „mitgedacht“, sondern selbstverständlich an politischen Entscheidungen beteiligt werden. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, echte Teilhabe und der Abbau struktureller Barrieren gehören zu ihren zentralen politischen Anliegen.

„Ich bin auf einen Rollstuhl angewiesen und weiß deshalb sehr genau, wie schnell Menschen mit Behinderungen übersehen werden – nicht nur bei Treppen und fehlenden Aufzügen, sondern auch bei politischen Entscheidungen. Es reicht nicht, uns irgendwo mitzudenken. Wir wollen mitentscheiden.

Barrierefreiheit, Selbstbestimmung und Teilhabe sind keine Extras, die man sich leisten können muss, sondern Menschenrechte. Ich trete an, weil ich möchte, dass Menschen mit Behinderungen im Landtag nicht nur Gegenstand von Politik sind, sondern selbst Politik machen und ihre Perspektiven einbringen“, erklärt Arnold.

Mit fünf Kandidaten, sechs Kandidaturen und einem gemeinsamen politischen Anspruch startet Die Linke Lübeck damit in die Vorbereitung auf die Landtagswahl 2027. So unterschiedlich die persönlichen Geschichten und politischen Schwerpunkte auch sind: Im Mittelpunkt stehen soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Teilhabe und eine Politik, die sich an den Lebensrealitäten der Menschen orientiert.

Gemeinsam bestätigen die Kandidaten: „Wir wollen nicht einfach nur zurück in den Landtag. Wir wollen, dass die Menschen, die sonst viel zu oft überhört werden, dort wieder eine Stimme bekommen. Dafür gehen wir gemeinsam auf die Straße, an die Haustüren und dorthin, wo Menschen leben. Wir sind bereit – und wir werden kämpfen. Denn Schleswig-Holstein kann sozialer, gerechter und solidarischer sein.“
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Noel Niklas Guhs, Bianca Szygula und Eike Luisa Budde. Foto: Linke
Noel Niklas Guhs, Bianca Szygula und Eike Luisa Budde. Foto: Linke

Text-Nummer: 181968    Autor: Linke/red.    vom 16.9.2026 16.41 Uhr