Legionellen im Heiligen-Geist-Hospital: Kosten steigen um 560.000 Euro
Lübeck - Innenstadt: Das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck ist eine der ältesten Sozialeinrichtungen Deutschlands. Damit das so bleiben kann, wird das Seniorenheim saniert. Dabei wurde eine hohe Belastung in wenig genutzten Trinkwasserleitungen, sogenannten Stagnationsleitungen, festgestellt. Statt gut einer Million Euro werden jetzt 1,6 Millionen Euro benötigt, um das Gebäude auf einen bewohnbaren Standard zu bringen.
Die Instandsetzung der derzeit leerstehenden Gebäudeteile der städtischen Senioreneinrichtung im Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck droht deutlich teurer zu werden als geplant. Nach einer neuen Kostenprognose vom August 2026 steigen die Gesamtkosten von rund 1,048 Millionen Euro (Schätzung Juli 2025) auf etwa 1,608 Millionen Euro. Das entspricht Mehrkosten von rund 560.000 Euro oder einer Steigerung von etwa 53 Prozent. Weil die Überschreitung über 20 Prozent des ursprünglichen Budgets liegt, muss der Hauptausschuss die Fortsetzung des Projekts erneut freigeben.
Ursprünglich sollte die Maßnahme die Wiederinbetriebnahme von Kammerhaus, Schrankhaus und Koberghaus mit weiteren 38 Pflegeplätzen ermöglichen. Der Heimbetrieb läuft derzeit mit 40 Plätzen im 1. und 2. Längsgebäude sowie im Quergebäude. Die Bauarbeiten haben Ende Januar 2026 begonnen. Schon kurz danach zeigte sich, dass zusätzliche Arbeiten unumgänglich sind – vorwiegend in den Bädern der Bewohnerzimmer.
Auslöser war eine Trinkwasseruntersuchung im Februar 2026. Trotz regelmäßiger Spülungen wurde eine stark erhöhte Legionellenbelastung festgestellt. Als Sofortmaßnahme kamen Sterilfilter an den Entnahmestellen der bewohnten Zimmer zum Einsatz. Die Sanitärfirma fand zahlreiche Stagnationsleitungen, die als eine Ursache gelten. Zudem erfüllen die vorhandenen Duscharmaturen nicht die heutigen Anforderungen an den Verbrühschutz.
Geplant sind nun unter anderem der Rückbau von Stagnationsleitungen, der Einbau automatischer Spülarmaturen, der Austausch der Duscharmaturen gegen Thermostatarmaturen nach DIN EN 1111 sowie zusätzliche hochbauliche Arbeiten (Öffnungen, Maurer-, Fliesen- und Malerarbeiten). Dadurch steigen auch die Planerhonorare.
Die größten Zuwächse liegen bei der Technischen Gebäudeausrüstung (plus rund 297.000 Euro) und der Baukonstruktion (plus rund 146.000 Euro). Die Baunebenkosten steigen um etwa 66.000 Euro. Zusammen mit einem Puffer für Unvorhergesehenes ergibt sich die neue Gesamtsumme von rund 1,61 Millionen Euro.
Zur Deckung sollen rund 430.000 Euro aus dem Kernhaushalt an die Stiftung Heiligen-Geist-Hospital übertragen werden. Die Stadt begründet die Dringlichkeit mit dem Gesundheitsschutz der Bewohnerinnen und Bewohner. Das Koberghaus soll am 1. November 2026 wieder in Betrieb gehen, Schrank- und Kammerhaus folgen in den Monaten danach.
Ohne die Freigabe wäre der Zeitplan gefährdet. Die Verwaltung betont, dass es sich ausschließlich um notwendige Maßnahmen zur Verkehrssicherheit handelt. Ob die tatsächlichen Kosten am Ende bei der neuen Prognose bleiben, wird sich erst nach Abschluss der Arbeiten zeigen.
Die Vorlage der Stadtverwaltung ist unter www.luebeck.de verfügbar.
Ursprünglich sollte die Maßnahme die Wiederinbetriebnahme von Kammerhaus, Schrankhaus und Koberghaus mit weiteren 38 Pflegeplätzen ermöglichen. Der Heimbetrieb läuft derzeit mit 40 Plätzen im 1. und 2. Längsgebäude sowie im Quergebäude. Die Bauarbeiten haben Ende Januar 2026 begonnen. Schon kurz danach zeigte sich, dass zusätzliche Arbeiten unumgänglich sind – vorwiegend in den Bädern der Bewohnerzimmer.
Auslöser war eine Trinkwasseruntersuchung im Februar 2026. Trotz regelmäßiger Spülungen wurde eine stark erhöhte Legionellenbelastung festgestellt. Als Sofortmaßnahme kamen Sterilfilter an den Entnahmestellen der bewohnten Zimmer zum Einsatz. Die Sanitärfirma fand zahlreiche Stagnationsleitungen, die als eine Ursache gelten. Zudem erfüllen die vorhandenen Duscharmaturen nicht die heutigen Anforderungen an den Verbrühschutz.
Geplant sind nun unter anderem der Rückbau von Stagnationsleitungen, der Einbau automatischer Spülarmaturen, der Austausch der Duscharmaturen gegen Thermostatarmaturen nach DIN EN 1111 sowie zusätzliche hochbauliche Arbeiten (Öffnungen, Maurer-, Fliesen- und Malerarbeiten). Dadurch steigen auch die Planerhonorare.
Die größten Zuwächse liegen bei der Technischen Gebäudeausrüstung (plus rund 297.000 Euro) und der Baukonstruktion (plus rund 146.000 Euro). Die Baunebenkosten steigen um etwa 66.000 Euro. Zusammen mit einem Puffer für Unvorhergesehenes ergibt sich die neue Gesamtsumme von rund 1,61 Millionen Euro.
Zur Deckung sollen rund 430.000 Euro aus dem Kernhaushalt an die Stiftung Heiligen-Geist-Hospital übertragen werden. Die Stadt begründet die Dringlichkeit mit dem Gesundheitsschutz der Bewohnerinnen und Bewohner. Das Koberghaus soll am 1. November 2026 wieder in Betrieb gehen, Schrank- und Kammerhaus folgen in den Monaten danach.
Ohne die Freigabe wäre der Zeitplan gefährdet. Die Verwaltung betont, dass es sich ausschließlich um notwendige Maßnahmen zur Verkehrssicherheit handelt. Ob die tatsächlichen Kosten am Ende bei der neuen Prognose bleiben, wird sich erst nach Abschluss der Arbeiten zeigen.
Die Vorlage der Stadtverwaltung ist unter www.luebeck.de verfügbar.
Kommentare zu diesem Text (4):
Albert
schrieb am 16.9.2026 17.11 Uhr:
Peanuts im Vergleich zu den Prestigeobjekten dieser Stadt .. Radschnellweg / Ratzeburger Allee, Buddenbrookhaus, Verkehrsversuch Fackenburger Allee usw.usw. ..
Oder wird hier schon wieder versucht, Gründe zur Schließung der Senioreneinrichting zu finden?
Elisabeth P.
schrieb am 16.9.2026 18.56 Uhr:
Was hat man erwartet, wenn 7 Jahre lang Sanierungsarbeiten verschleppt werden und man Gebäudeteile leerstehen lässt, dann passiert das automatisch. Und die Kosten steigen bei jedem Projekt, wenn man einfach jahrelang anstehende Arbeiten einfach nicht ausführt.
Chris
schrieb am 16.9.2026 23.57 Uhr:
@Albert
..ganz ehrlich, ihr letzter Satz, das war auch mein erster Gedanke beim lesen des Artikels.
Hans
schrieb am 17.9.2026 12.02 Uhr:
Richtig so -gut angelegtes Geld. Wer die Besucherschlangen vor Weihnachten gesehen hat, weiss, welch hoher Stellenwert dem HGH für die Historie unserer Hansestadt zukommt - vergiss den Schwachsinn mit den "Gewölbekellern" in der Mengstrasse !