Demo: Finger weg von unseren Stadtwäldern!

Lübeck: Das Bündnis „Lübecker Stadtwald retten“ aus Lübeck und die Bürgerinitiative Kaltenhof aus Bad Schwartau demonstrieren erstmals gemeinsam für den Schutz ihrer Wälder am 19. September um 14 Uhr am Koberg in Lübeck. Anlass und verbindendes Element ist die bundesweite Petition der Deutschen Umwelthilfe „Finger weg von unseren Stadtwäldern!“, an der sich beide Initiativen beteiligen.

Zwei Stadtwälder, zwei betroffene Regionen, eine gemeinsame Forderung: "Unsere Wälder müssen geschützt werden, auch bei der Planung großer Infrastrukturprojekte." Das Bündnis „Lübecker Stadtwald retten!“ fordert, die geplante Stromtrasse am Lübecker Stadtwald Bartelsholz vorbeizuführen und damit die Rodung wertvollen Waldes zu vermeiden. In Bad Schwartau kämpft die Bürgerinitiative Kaltenhof gegen die Pläne der DB, "die eine Zerstörung des dortigen ökologisch bedeutenden Waldes zur Folge haben."

Prominente Unterstützung erhalten die Waldschützer von Peter Wohlleben. Der bekannte Förster und Autor unterstützt die Forderungen zum Erhalt der bedrohten Wälder und hat den beiden Bündnissen eine persönliche Videobotschaft für die Demonstration am Samstag übermittelt. Die Botschaft soll im Rahmen der Kundgebung gezeigt oder falls eine Videoübertragung vor Ort nicht möglich ist, als Audio abgespielt oder verlesen werden.

"Die geplante Stromtrasse durch das Bartelsholz würde nach aktuellem Planungsstand die Rodung von rund 50.000 Quadratmetern Wald gegenüber etwa 1500 Quadratmetern Ackerfläche bedeuten", so die Initiative. Das Bündnis setzt sich deshalb weiterhin für die Nordumgehung und eine Trassenführung am Lübecker Stadtwald vorbei ein. Die Bürgerinitiative Kaltenhof fordert eine Umfahrung des Kurortes durch die DB im Rahmen der Festen Fehmarnbeltquerung: "Sonst werden mindestens 4500 Bäume unwiederbringlich verloren gehen."

Unter dem gemeinsamen Motto „Finger weg von unseren Stadtwäldern!“ startet die Demonstration um 14 Uhr auf dem Koberg in Lübeck. Von dort zieht der Demonstrationszug zum Lübecker Rathaus und endet um 15.30 Uhr. Geplant ist eine Mischung aus Protest, Kultur und politischen Beiträgen. Mit der gemeinsamen Demonstration wollen die beiden Bündnisse zeigen: Der Schutz von Stadtwäldern ist kein lokales Einzelproblem. Überall dort, wo wertvolle Wälder durch Infrastrukturprojekte bedroht sind, brauche es öffentliche Aufmerksamkeit, politische Verantwortung und die ernsthafte Prüfung waldschonender Alternativen.

Zur Petition der Deutschen Umwelthilfe: https://mitmachen.duh.de/stadtwald.
Das Bündnis „Lübecker Stadtwald retten“ und die Bürgerinitiative Kaltenhof rufen am Samstag zu einer gemeinsamen Demo auf. Foto: JW/Archiv
Das Bündnis „Lübecker Stadtwald retten“ und die Bürgerinitiative Kaltenhof rufen am Samstag zu einer gemeinsamen Demo auf. Foto: JW/Archiv

Text-Nummer: 181979    Autor: Bündnis/red.    vom 17.9.2026 9.02 Uhr

Kommentare zu diesem Text (3):

Eve

schrieb am 17.9.2026 9.52 Uhr:
Ja, Strom ist wichtig. Und ja, das Geld ist zu knapp für große Umgehungen oder andere Lösungen.

Aber der Wald lässt sich nicht so mir nichts dir nichts ersetzen. Jedes Stück Wald dass für irgendein Bauprojekt gerodet wird, ist unweigerlich verloren. Und es wird nicht das letzte Projekt sein dass unsere Wälder angreift. Insbesondere in Zeiten der globalen Erwärmung wo jeder Baum ein wichtiges Element darstellt, sollte man sich dies lieber fünfmal überlegen.

Lübecks Wälder sind nicht gerade weitreichend oder besonders tief.
Es ist einfach nur schade zu sehen, dass es für diese wenigen Gebiete die wir haben, keine größeren Schutzmaßnahmen gibt. Stattdessen wird an jeder Ecke hier und da immer wieder was weggenommen. Bis irgendwann nichts mehr da ist außer Bäume am Straßenrand.

Rainer

schrieb am 17.9.2026 11.48 Uhr:
Alles anscheinend eine große "Lüge"! Der globale Klimaschutz wird immer wieder gerne vorgeschoben. Dabei geht es in Wirklichkeit um richtig hohe Investitionen, damit immer mehr geplante stromfressende KI-Rechenzentren ausreichend mit Strom versorgt werden können. Sollen diese auch noch hoch subventioniert und "klimaneutral" mit Wind- und Solarstrom versorgt werden, geht in SH allein für die nötigen Batteriespeicher und Wackelstrom-Umspannwerke eine Fläche um den Faktor 10 für die Landwirtschaft und Umwelt verloren. Und bezahlen wird es der Bürger mit immer höheren Strompreisen, steigenden Steuerabgaben wegen der immensen Subventionen und einer zerstörten Landschaft...

Martin

schrieb am 17.9.2026 13.00 Uhr:
Ich bin jetzt verwirrt. Energiewende ja, mit Sonne und Wind. Stromtransport nein, weil dazu Trassen gebraucht werden. Da die Trassen schlecht über Wohngebieten laufen können und Strom nicht Luft zu Luft übertragen werden kann - heißt das, dass wenn ich auf die Demo für den Stadtwald gehe, ich gegen Energiewende bin?