Fachstelle Erinnerungskultur eröffnet Pop-Up Zeit.LAB
Lübeck - Innenstadt: Lübeck ist voller Geschichten. Manche sind sichtbar an Gedenkorten, auf Tafeln, in Büchern oder Ausstellungen. Andere werden nur erzählt, sind kaum bekannt oder fehlen bisher im Stadtbild. Vom 18. September bis 10. Oktober 2026 lädt die Fachstelle Erinnerungskultur im Kulturbüro der Hansestadt Lübeck in das „Pop-Up Zeit.LAB“ in der Königstraße 49 ein. Im ehemaligen Ladenlokal entsteht ein temporärer Raum für Austausch, Begegnung und neue Perspektiven auf Geschichte und Erinnern.
Auf dem Weg zu einem künftigen Lernort
Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck hat am 21. September 2022 das Konzept zur Weiterentwicklung der Erinnerungskultur „Lübeck erinnert – um Demokratie zu leben“ beschlossen. Damit verbunden ist der Auftrag zur Entwicklung eines zentralen Lern- und Erinnerungsortes, dem sogenannten „Zeit.LAB“.
Das „Zeit.LAB“ soll ein Ort für Austausch und Aushandlungen über Geschichte und Gegenwart sein, Impulse für erinnerungskulturelle Themen setzen und neue Formate der Vermittlung entwickeln. Von Beginn an soll es gemeinsam mit der Stadtgesellschaft erarbeitet und von unterschiedlichen Perspektiven mitgeprägt werden. Dabei geht es um die Fragen: Wie wollen wir künftig an unsere Vergangenheit erinnern? Wie kann die Auseinandersetzung mit den Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts demokratische Haltungen heute stärken?
Das Pop-up Zeit.LAB in der Königstraße 49 lädt die Stadtgesellschaft dazu ein, sich mit eigenen Vorstellungen und Ideen in den Entwicklungsprozess des „Zeit.LAB“ einzubringen.
Monika Frank, Senatorin für Kultur und Bildung: „Ich freue mich, dass wir mit dem Pop-Up Zeit.LAB einen ersten Schritt in Richtung eines Lern- und Erinnerungsortes für Lübeck gehen. Die hier gesammelten Ergebnisse werden ein wichtiger Bestandteil der weiteren Konzeption. Gleichzeitig macht das Pop-Up Zeit.LAB deutlich, wie vielfältig und breit aufgestellt das erinnerungskulturelle Engagement in Lübeck bereits heute ist. Ich freue mich, dass sich viele Akteure am Programm beteiligen.“
Breites Veranstaltungsprogramm
Im Pop-Up Zeit.LAB lädt eine Mitmach-Ausstellung die Besucher dazu ein, eigene Ideen, Erfahrungen und Vorstellungen einzubringen: Wie soll in Lübeck künftig erinnert werden? Welche Geschichten sollen erzählt werden? Wie soll der künftige Lern- und Erinnerungsort aussehen? Darüber hinaus stellen erinnerungskulturelle Initiativen ihre Arbeit vor und zeigen, wo und wie man sich in Lübeck engagieren kann.
Der inhaltliche Schwerpunkt des Pop-Up Zeit.LABs liegt auf dem Thema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“, insbesondere auf dem bisher noch kaum erforschten Widerstand von Lübecker Frauen. Das kostenlose Begleitprogramm bietet dem Publikum die Möglichkeit, unterschiedliche Formen von Widerstand kennenzulernen und sich mit historischen Erfahrungen und ihrer Bedeutung für die Gegenwart auseinanderzusetzen. Das Angebot umfasst ein buntes Spektrum an Veranstaltungs- und Mitmachformaten – von Theater, Film und Tanz bis hin zu Vorträgen, Lesungen, Werkstattgesprächen und Workshops. Mehrere Stadtspaziergänge laden dazu ein, Geschichten und Erinnerungsorte in der Lübecker Altstadt zu entdecken.
„Besonders freut es mich, dass auch die Ergebnisse von drei Jugendprojekten gezeigt werden, die sich im Vorfeld des Pop-Up Zeit.LABs kreativ und künstlerisch mit dem Thema Widerstand auseinandergesetzt haben. Die Vielfalt der Projektergebnisse ist beeindruckend und zeigt, wie wichtig kreative und persönliche Zugänge zu Themen der Erinnerungskultur sind. So fließen neue Perspektiven in die Auseinandersetzung und halten das Erinnern lebendig“, erklärt Monika Frank.
Das Pop-up Zeit.LAB in der Königstraße 49 öffnet im Zeitraum vom 18. September bis 11. Oktober zu folgenden Zeiten: Montag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, Samstag von 12 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Für Schulklassen und andere Gruppen ab 10 Personen kann das Pop-up Zeit.LAB nach Absprache auch vormittags geöffnet werden. Voranmeldungen bitte an: christine.haupt@luebeck.de. Informationen zum Programm gibt es auch auf der Seite www.luebeck.de.
Kommentare zu diesem Text (1):
Manfred Vandersee
schrieb am 18.9.2026 14.01 Uhr:
Es sollte dabei grundsätzlich daran erinnert werden, dass es im 20. Jahrhundert zwei Epochen unsäglicher politischer Regimes gab.
Weiterhin sollte endlich dann auch analysiert werden, wie grundsätzlich die Mechanismen der wirklichen Abschaffung demokratischer Grundstrukturen immer wieder funktionieren und warum es weltweit nicht nur in der Historie, sondern auch in der Gegenwart und Zukunft immer wieder dazu kommt, dass rechtsstaatlich demokratische Grundsätze einer modernen Regierung immer wieder von Despoten überworfen werden können.
Die Tatsache, dass in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1948 bis 1950 überragende Köpfe, weltweit nach wie vor einen der ganz wenigen stabil funktionierenden Rechtsstaaten dieser Erde erschaffen hatten, sollte auch grundlegend erörtert werden.