Drehbuch-Stipendium: Neue Filmprojekte im Dielenhaus vorgestellt

Lübeck - Innenstadt: Zwischen Hochspannung und Altlasten in der Ostsee: Am Donnerstag (17.09.2026) präsentierten die drei aktuellen Stipendiaten des Lübecker Drehbuchstipendiums der Nordischen Filmtage ihre in der Hansestadt entwickelten Projekte der Öffentlichkeit.

Wie entsteht aus einer ersten Idee ein Filmprojekt? Antworten darauf gaben am Donnerstagabend die Filmtalente Laurens Pérol, Felix Röben und Kristina Dreit bei der Abschlusspräsentation des 3. Lübecker Drehbuchstipendiums im Dielenhaus. Vor zahlreichen Zuhörern berichteten sie von einem Jahr intensiver Recherche und künstlerischer Weiterentwicklung. Das von den Nordischen Filmtagen seit 2023 vergebene und von der Possehl-Stiftung geförderte Stipendium unterstützt Filmschaffende bei der Entwicklung neuer Stoffe mit Bezug zur Region.

Die diesjährigen Projekte könnten unterschiedlicher kaum sein, sind aber beide thematisch hochaktuell. Laurens Pérol entwickelt mit "Electrified (Unter Strom)" einen Psychothriller über einen überlasteten Hochspannungselektriker, der kurz vor dem Burnout steht und einen europaweiten Stromausfall auslöst. Lübeck spielt dabei als Nadelöhr der Energieversorgung eine zentrale Rolle: Im Umspannwerk Lübeck-Herrenwyk endet das "Baltic Cable". Pérol recherchierte intensiv zur Energieinfrastruktur der Hansestadt und tauschte sich mit Experten der Stadtwerke sowie der Einrichtung "Die Brücke" aus.

Felix Röben und Kristina Dreit widmen sich derweil in ihrer immersiven Videoinstallation "deep blue screen" der heimischen Küste. Ausgangspunkt sind die Bergungsarbeiten von Munitionsaltlasten in der Lübecker Bucht. Die Installation verbindet die ökologischen Veränderungen der Landschaft mit persönlichen Erinnerungen und Fragen nach der Klimakrise. In das Projekt flossen zahlreiche Gespräche mit Anwohnern und Umweltfachleuten ein.

Die Stipendiaten zeigten sich begeistert von den Möglichkeiten in Lübeck. Das Jahr habe die Erwartungen weit übertroffen. Das Stipendium bot den Talenten nicht nur ökonomische Sicherheit, sondern auch den nötigen Freiraum für Probeaufnahmen, technische Experimente und ausführliche Vor-Ort-Recherchen.
Die diesjährigen Stipendiaten: Laurens Pérol, Kristina Dreit und Felix Röben. Foto: Hanna Lenz
Die diesjährigen Stipendiaten: Laurens Pérol, Kristina Dreit und Felix Röben. Foto: Hanna Lenz

Text-Nummer: 182029    Autor: Veranstalter/red.    vom 18.9.2026 12.51 Uhr