Haushalt 2026: Das Loch verkleinert sich um gut 25 Millionen Euro

Lübeck: In der kommenden Woche geht es in der Bürgerschaft um den städtischen Haushalt für das kommende Jahr. Für das laufende Jahr gibt es eine positive Entwicklung. Nach der Auswertung des ersten Halbjahres sinkt das Defizit um gut 25 Millionen Euro. Ein Grund: Der Unterhalt der städtischen Gebäude ist deutlich gesunken. Die Ausgaben für Zinsen steigen allerdings um rund 4,5 Millionen Euro.

Der zweite Quartalsbericht zum Haushalt 2026 beziffert den voraussichtlichen Fehlbetrag im Ergebnishaushalt auf 123,6 Millionen Euro. Im genehmigten Plan waren 148,8 Millionen Euro angesetzt. Gegenüber der Prognose aus dem ersten Quartalsbericht (134,2 Millionen Euro) hat sich die Lage um weitere rund 10,6 Millionen Euro verbessert. Insgesamt liegt die aktuelle Schätzung damit rund 25,2 Millionen Euro unter dem Ursprungsplan.

Die Verbesserung kommt vor allem aus den Fachbereichen. Deren Zuschussbedarf liegt nach aktueller Prognose 50 Millionen Euro unter der Planung – im ersten Quartal waren es erst 24 Millionen Euro Entlastung. Zwei Posten tragen das wesentlich:

- Rund 20 Millionen Euro stammen aus der Nachbuchung von Rettungsdienstentgelten aus dem Jahr 2025.
- Bei der Gebäudeunterhaltung werden inzwischen Minderaufwendungen von 30 Millionen Euro erwartet. Im ersten Quartal waren hier erst 4,5 Millionen Euro Entlastung eingeplant. Dieser Posten hat sich damit im zweiten Quartal stark nach oben entwickelt.

Gegenläufig wirken die Deckungsmittel. Hier erwartet die Verwaltung eine saldierte Verschlechterung von 23,9 Millionen Euro (erster Quartalsbericht: 9,4 Millionen Euro). Im Einzelnen:

– Aus dem kommunalen Finanzausgleich rechnet Lübeck nach einem Erlass vom 24. März 2026 mit Mehrerträgen von etwa 13,4 Millionen Euro.
– Eine Fehlbetragszuweisung wird mit 10 Millionen Euro angesetzt.
– Deutlich teurer wird die absehbare Besoldungsanpassung: Sie treibt die Zuführung zur Pensionsrückstellung um 43 Millionen Euro nach oben (erster Quartalsbericht: 28 Millionen Euro).
– Für Zinsen auf Kassenkredite werden zusätzlich 4,5 Millionen Euro veranschlagt.

Unterm Strich überwiegt die Entlastung bei den Fachbereichen die Mehrbelastung bei den zentralen Deckungsmitteln. Das Loch im Ergebnishaushalt bleibt mit über 123 Millionen Euro aber groß – und strukturell. Der genehmigte Plan sah bereits Aufwendungen von rund 1,35 Milliarden Euro bei Erträgen von gut 1,20 Milliarden Euro vor.

Ob die bessere Prognose bis zum Jahresende hält, hängt davon ab, ob die Minderausgaben in der Gebäudeunterhaltung Bestand haben und ob weitere Tarif- oder Versorgungsanpassungen drohen.

Die Vorlage ist unter www.luebeck.de abrufbar.
Lübeck investiert rund 40 Millionen Euro in den Gebäudeunterhalt als geplant. Foto: HN/Archiv
Lübeck investiert rund 40 Millionen Euro in den Gebäudeunterhalt als geplant. Foto: HN/Archiv

Text-Nummer: 182038    Autor: VG    vom 20.9.2026 18.21 Uhr

Kommentare zu diesem Text (2):

Tobias Möller

schrieb am 21.9.2026 8.34 Uhr:
Die Stadt könnte bestimmt noch weiter sparen, wenn man bei der Kommunikation mit den Bürgern auf digitale Post, statt auf tonnenweise tote Bäume und Portokosten setzen würde.

Andere Kommunen machen es vor.
Alles geht papierlos.
Ein weiterer Vorteil ist dann, dass Bescheide schneller bei den Menschen ankommen.

Wenn jemand Unterlagen einreichen möchte und selbst keine möglichkeit der Digitalisierung hat, kann er diese im Original in die Servicebüros mitbringen. Dort werden diese dann digitalisiert.

Auch ließe sich die Verwaltung durch weitere Digitalisierung und elektronische Anträge beschleunigen.
Bei der Antragstellung wird automatisch im Hintergrund geprüft, ob anhand der Antragsangaben der Antrag überhaupt plausibel ist.
Sprich ob Mindestvoraussetzungen erfüllt sind, oder nicht.
Zum Beispiel ob das Einkommen für irgendwelche Sozialzuschüsse nicht zu hoch ist. Oder aber ob es eine temporäre Beschilderung für einen Wohnungsumzug geben könnte oder nicht, weil in der Straße ein absolutes Halteverbot besteht und dort entsprechend auch keine Umzugsfahrzeuge parken dürfen.
Der Antragsteller erhält dann eine automatisch erstellte Antwort mit Erklärung, warum ein Antrag keinen Sinn macht und abzulehnen ist.

So wäre eine große Entlastung für alle Seiten geschaffen.
Die Antragsteller bekommen schneller Antworten, weil zum einen sinnlose Anträge automatisch erledigt werden und somit keine Ressourcen gebunden werden, und zum anderen werden die berechtigten Anträge schneller bearbeitet, weil das Personal sich nicht mit "Sinnlosanträgen" herumschlagen muss.

Auch werden Mehrfachanträge unterbunden, wenn jemand wieder und wieder die immer gleichen Anträge stellt weil ihm die Bearbeitung nicht schnell genug erscheint.
Das System erkennt diese sofort und erstellt automatisierte Antworten.

Das wäre echte sinnvolle Digitalisierung.

Andreas Skusa

schrieb am 21.9.2026 11.18 Uhr:
"Das Loch verkleinert sich um gut 25 Millionen Euro"!

Jedes Unternehmen müsste bei einem Minus von über 120 Millionen Euro Konkurs/Insolvenzantrag stellen!
andreas.skusa@gmx.de