Herreninsel: Und ewig fragt Herr Haase
Lübeck - St. Gertrud: Auch am kommenden Donnerstag beginnt die Bürgerschaft mit einer Einwohnerfragestunde. Zu Gast ist Hartmut Haase, Bewohner der Herreninsel. Er fragt bereits zum fünften Mal, wann mit einem Flächennutzungsplan für diesen Bereich zu rechnen ist. Dort gibt es 30 erschlossene Grundstücke, die wieder bebaut werden könnten. Die Stadt lasse aber immer noch trotz Wohnungsnot bestehende Häuser abreißen.
Seit 1934 wird auf der Lübecker Herreninsel gewohnt. Einen Bebauungsplan gibt es bis heute nicht. Der gültige Flächennutzungsplan von 1990 weist die Halbinsel als Sonderbaufläche Sportboothafen aus – obwohl dort Häuser stehen, die Infrastruktur vorhanden ist und nach Angaben der Bewohner mehr als 30 Grundstücke unbebaut liegen.
Am 24. September stellt Hartmut Haase zum fünften Mal eine Einwohnerfrage in der Bürgerschaft: Wann wird ein Flächennutzungsplan für die Siedlung vorgelegt? Im Juli 2025 habe Bausenatorin Joanna Hagen auf eine frühere Frage geantwortet: Ein neuer Flächennutzungsplan und ein Bebauungsplan sollten im Laufe des folgenden Jahres vorliegen. Das Verfahren sei öffentlich, die Bewohner dürften ihre Wünsche einbringen. Bis heute, so Haase, sei dazu keine Information gekommen.
Die Vorgeschichte reicht weit zurück. 2015 beauftragte die Bürgerschaft ein externes Gutachten zur dauerhaften Bewohnbarkeit. Im Januar 2023 verwies die Verwaltung auf den Hafenentwicklungsplan 2030 (HEP) und laufende Grundlagen für den Flächennutzungsplan. Das Elbberg-Gutachten vom März 2024 kommt zu einem klaren Befund: Die Wohnnutzung sei mit den Rahmenbedingungen des HEP 2030 vereinbar und langfristig möglich. Ein Bebauungsplanverfahren hätte nach damaligem Stand Aussicht auf Erfolg. Die Herreninsel liege innerhalb der Siedlungsachse; eine Qualifizierung als Wohnstandort sei mit den Zielen der Raumordnung vereinbar.
Die Verwaltung folgte dem Gutachten nur zur Hälfte. Rechtlich möglich ja – planerisch empfohlen nein. Begründung: geringe Eignung als Wohnbaufläche, Defizite bei der sozialen Infrastruktur, mögliche Lärmkonflikte bei einem späteren Nachtbetrieb im Hafen. Bereits über die Hälfte der einst zum Wohnen genutzten Flächen sei an die Stadt zurückgefallen. Vorschläge für eine verträgliche Nachnutzung sollten im Flächennutzungsplanverfahren geprüft werden.
Genau dieses Verfahren kommt nicht voran. In mehreren Bauausschusssitzungen stand das Thema auf der Tagesordnung und wurde vertagt. Ausschussvorsitzender Dr. Ulrich Brock sprach von Gesprächsbedarf in den Fraktionen. Während die Politik zögert, verschwinden nutzbare Häuser. Die Stadt trägt die Kosten für Rückbau und mögliche Entschädigungen – bei angespannter Haushalts- und Wohnungslage.
Haase verlangt nach eigenen Worten kein Geschenk. Er sei bereit, Grundstücks- oder Erbbaurechte zu angemessenen Bedingungen zu akzeptieren. Bestehender Wohnraum solle nicht beseitigt werden, solange seine Zukunft Gegenstand politischer Beratung sei. Hafenentwicklung, Hochwasserschutz und Wohnen müssten nicht gegeneinander ausgespielt werden: "Die Herreninsel braucht nach Jahrzehnten des Übergangs keine weitere Übergangslösung, sondern eine Entscheidung."
Im Original-Ton hören Sie ein Gespräch von Harald Denckmann mit Hartmut Haase zur Situation auf der Herreninsel.
Am 24. September stellt Hartmut Haase zum fünften Mal eine Einwohnerfrage in der Bürgerschaft: Wann wird ein Flächennutzungsplan für die Siedlung vorgelegt? Im Juli 2025 habe Bausenatorin Joanna Hagen auf eine frühere Frage geantwortet: Ein neuer Flächennutzungsplan und ein Bebauungsplan sollten im Laufe des folgenden Jahres vorliegen. Das Verfahren sei öffentlich, die Bewohner dürften ihre Wünsche einbringen. Bis heute, so Haase, sei dazu keine Information gekommen.
Die Vorgeschichte reicht weit zurück. 2015 beauftragte die Bürgerschaft ein externes Gutachten zur dauerhaften Bewohnbarkeit. Im Januar 2023 verwies die Verwaltung auf den Hafenentwicklungsplan 2030 (HEP) und laufende Grundlagen für den Flächennutzungsplan. Das Elbberg-Gutachten vom März 2024 kommt zu einem klaren Befund: Die Wohnnutzung sei mit den Rahmenbedingungen des HEP 2030 vereinbar und langfristig möglich. Ein Bebauungsplanverfahren hätte nach damaligem Stand Aussicht auf Erfolg. Die Herreninsel liege innerhalb der Siedlungsachse; eine Qualifizierung als Wohnstandort sei mit den Zielen der Raumordnung vereinbar.
Die Verwaltung folgte dem Gutachten nur zur Hälfte. Rechtlich möglich ja – planerisch empfohlen nein. Begründung: geringe Eignung als Wohnbaufläche, Defizite bei der sozialen Infrastruktur, mögliche Lärmkonflikte bei einem späteren Nachtbetrieb im Hafen. Bereits über die Hälfte der einst zum Wohnen genutzten Flächen sei an die Stadt zurückgefallen. Vorschläge für eine verträgliche Nachnutzung sollten im Flächennutzungsplanverfahren geprüft werden.
Genau dieses Verfahren kommt nicht voran. In mehreren Bauausschusssitzungen stand das Thema auf der Tagesordnung und wurde vertagt. Ausschussvorsitzender Dr. Ulrich Brock sprach von Gesprächsbedarf in den Fraktionen. Während die Politik zögert, verschwinden nutzbare Häuser. Die Stadt trägt die Kosten für Rückbau und mögliche Entschädigungen – bei angespannter Haushalts- und Wohnungslage.
Haase verlangt nach eigenen Worten kein Geschenk. Er sei bereit, Grundstücks- oder Erbbaurechte zu angemessenen Bedingungen zu akzeptieren. Bestehender Wohnraum solle nicht beseitigt werden, solange seine Zukunft Gegenstand politischer Beratung sei. Hafenentwicklung, Hochwasserschutz und Wohnen müssten nicht gegeneinander ausgespielt werden: "Die Herreninsel braucht nach Jahrzehnten des Übergangs keine weitere Übergangslösung, sondern eine Entscheidung."
Im Original-Ton hören Sie ein Gespräch von Harald Denckmann mit Hartmut Haase zur Situation auf der Herreninsel.