Parkplätze: FDP fordert echte Alternativen statt Blockaden

Lübeck: Nach der symbolischen Besetzung von Parkplätzen durch die Grünen in der Mühlenstraße (wir berichteten) meldet sich die Lübecker FDP mit einer Mitteilung zu Wort. Die Landtagskandidaten der Liberalen werfen den Initiatoren vor, mit solchen Aktionen keine Verkehrsprobleme zu lösen, sondern neue zu schaffen. Eine Reduzierung von Parkraum funktioniere nur mit klaren Konzepten wie neuen Parkhäusern und einem starken ÖPNV.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der FDP im Wortlaut:

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Anlässlich des internationalen „Parking Day" haben die Grüne Jugend Lübeck und die Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen am 18. September öffentliche Parkplätze in der Mühlenstraße 71 besetzt und unter dem Motto „Städtische Flächen für Menschen statt Autos" eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs gefordert.

Für die Lübecker FDP-Landtagskandidaten Jan-Niklas Kaufmann, Dan Teschner und Mandy Gemander ist diese Aktion vor allem eines: Symbolpolitik, die an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbeigeht. „Wer öffentliche Parkplätze eigenmächtig blockiert, um ein politisches Signal zu senden, löst kein einziges Verkehrsproblem, sondern schafft neue", erklären die drei Kandidaten.

Die zentrale Annahme der Grünen ist empirisch widerlegt
Der Kern der grünen Argumentation, weniger Parkplätze bedeuteten automatisch mehr Lebensqualität, hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Eine aktuelle, repräsentative Bevölkerungsbefragung des renommierten IFH KÖLN („Urban Futures in Transition", 2026, 1.056 Befragte) zeichnet ein eindeutiges Bild: Für 93 Prozent der Menschen ist eine gute Erreichbarkeit die Grundvoraussetzung dafür, eine Innenstadt überhaupt zu besuchen.

Veränderung ja, aber nur mit echten Alternativen, nicht mit Blockade
Dieselbe Studie zeigt, dass die Menschen durchaus offen für Veränderung sind, allerdings unter klaren Bedingungen, die die Grünen konsequent verschweigen. Eine Reduzierung von Parkplätzen findet nur dann Akzeptanz, wenn zuvor verlässliche Alternativen geschaffen werden: 87 Prozent würden weniger Parkplätze akzeptieren, aber nur, wenn stattdessen komfortable, gut erreichbare Parkhäuser oder Tiefgaragen zur Verfügung stehen. 86 Prozent bestehen darauf, dass Bewohner und Besucher weiterhin fair mit dem Auto in die Innenstadt gelangen können. 81 Prozent nennen einen guten und bezahlbaren ÖPNV als Voraussetzung.

Mit bundesweiten Zahlenspielen gegen Lübecker Interessen
Auch die von den Grünen bemühten Kennzahlen taugen nicht als Grundlage für Lübecker Verkehrspolitik. Das Argument, Autos stünden im Schnitt 23 Stunden am Tag ungenutzt, stammt aus bundesweiten Erhebungen und ist kein Messwert für Lübeck. Aus der Tatsache, dass ein Auto überwiegend steht, folgt zudem nicht, dass der zugehörige Stellplatz überflüssig ist, denn wer morgens zur Arbeit fährt, braucht am Abend genau diesen Platz. Ebenso wenig lässt sich die genannte Größenordnung von 200 Euro monatlichen Kosten je Stellplatz pauschal übertragen: Sie hängt erheblich von Standort, Grundstück, Bauweise, Bewirtschaftung und Finanzierung ab.

Verkehrspolitik für alle, nicht gegen die Mehrheit
„Wir wollen keine Verkehrspolitik gegen Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger oder ÖPNV-Nutzer, sondern eine, die unterschiedliche Lebenssituationen ernst nimmt", sagt Dan Teschner. „Eine Familie mit kleinen Kindern hat andere Anforderungen als ein Student in der Innenstadt, ein Handwerker andere als jemand, der fünf Minuten vom Arbeitsplatz wohnt."

Jan-Niklas Kaufmann warnt davor, die Debatte auf „Auto oder Fahrrad?" zu verengen: „Lübeck ist mehr als die Innenstadt. Menschen müssen aus den Stadtteilen zur Arbeit kommen, Unternehmen erreichbar sein, Pflegekräfte ihre Patienten erreichen und Handwerker Material transportieren. Diese Realität blendet die grüne Symbolaktion vollständig aus."

Mandy Gemander ergänzt: „Natürlich sprechen wir über Begrünung und Aufenthaltsqualität, die Menschen wünschen sich das ausdrücklich. Aber jeder Quadratmeter hat mehrere Funktionen. Wer Parkplätze abschaffen will, muss konkret erklären, welcher Nutzen entsteht und welche Alternative er vorher schafft. Die Grünen bleiben beide Antworten schuldig."
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Nach der symbolischen Besetzung von Parkplätzen durch die Grünen in der Mühlenstraße meldet sich die Lübecker FDP zu Wort. Foto: Symbolbild
Nach der symbolischen Besetzung von Parkplätzen durch die Grünen in der Mühlenstraße meldet sich die Lübecker FDP zu Wort. Foto: Symbolbild

Text-Nummer: 182065    Autor: FDP/red.    vom 21.9.2026 9.57 Uhr