Aufatmen auf dem Priwall: Die Fähre fährt wieder

Lübeck - Travemünde: Nach dem gestrigen (21.09.2026) Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat das Warten am Wasser ein Ende. Die Priwallfähre hat ihren regulären Betrieb wieder aufgenommen. Während die Bahn planmäßig verkehrte, sorgten die Ausfälle bei Bussen und vor allem an der Fährverbindung für deutlichen Frust bei Pendlern und Anwohnern.


Die Anzeige am Lübecker ZOB informierte die Fahrgäste.

Die Anzeige am Lübecker ZOB informierte die Fahrgäste.



Der Montag hatte den Menschen in der Region einiges an Geduld abverlangt. Während die Züge der Regionalbahn erfreulicherweise planmäßig verkehrten und somit zumindest auf der Schiene eine verlässliche Alternative boten, waren viele Busse (nicht die Linien aus dem Umland) und eben die wichtige Fährverbindung stark beeinträchtigt. Die Fähre setzte nur alle Stunde die Fußgänger über, Autos wurden nicht mitgenommen.

In den sozialen Netzwerken entlud sich der Frust der Betroffenen schnell. Die Stimmung schwankte zwischen Verwunderung und handfestem Ärger über die Einschränkungen und die damit verbundenen Kosten. "Fähren können streiken, wusste ich gar nicht", stellte ein Nutzer überrascht fest. Andere zeigten weniger Humor: Kommentare wie "Kein Verständnis mehr!" spiegelten die angespannte Lage wider.



Stündlich setzte die Priwallfähre Fußgänger über, so dass sich immer eine größere Menge Wartender zur vollen Stunde am Anleger einfand.

Stündlich setzte die Priwallfähre Fußgänger über, so dass sich immer eine größere Menge Wartender zur vollen Stunde am Anleger einfand.



Besonders die finanziellen und logistischen Belastungen sorgten für Unmut. "Das ist unverschämt – wer gibt mir das Geld für meine Karte zurück – beziehungsweise mein Taxigeld, was ich ausgegeben habe beim letzten Streik", ärgerte sich ein Kommentator. Eine andere Stimme fasste den Ärger vieler Autofahrer zusammen: "Unfassbar, die Karten für die Fähre werden immer teurer, der Steuerzahler bezahlt eine E‑Fähre, die fast nie fährt, und jetzt muss man mal wieder außenrum fahren und das bei den Spritpreisen."

Neben der generellen Kritik gab es jedoch auch pragmatische Ansätze. Manche empfahlen schlichtweg: "Ab aufs Fahrrad!". Zudem fand sich bei aller berechtigter Verärgerung über die ausfallenden Verbindungen auch Solidarität für die Streikenden. Mit Blick auf den zeitgleich bestreikten Busverkehr betonte ein Nutzer: "Hoffentlich gibt es eine Einigung, die den Busfahrern ein besseres Gehalt beschert. Sie haben es verdient."

Am Dienstagmorgen dominierte am Fähranleger jedoch eindeutig die Erleichterung. Die Wogen haben sich – zumindest auf dem Wasser – vorerst wieder geglättet.
Stillstand am Wasser: Während des Warnstreiks blieben die Rampen der Priwallfähre verwaist und zwangen viele Autofahrer zu weiten Umwegen. Fotos: Karl Erhard Vögele (2), Helge Normann (1)
Stillstand am Wasser: Während des Warnstreiks blieben die Rampen der Priwallfähre verwaist und zwangen viele Autofahrer zu weiten Umwegen. Fotos: Karl Erhard Vögele (2), Helge Normann (1)

Text-Nummer: 182098    Autor: red.    vom 22.9.2026 11.59 Uhr

Kommentare zu diesem Text (2):

Rzwo

schrieb am 22.9.2026 13.10 Uhr:
Die Priwallbewohner können die Fähre doch kostenlos benutzen !!!
Mann muß doch nur den Hauptwohnsitz auf dem Priwall nachweisen und dann gibt es die Jahreskarte für Personen und Fahrad. Nur PKW ist extra.

Mocker

schrieb am 22.9.2026 13.56 Uhr:
Regulärer Betrieb ohne Hybrid. Kein Geld das Fähre Personal ordentlich zu bezahlen, aber 4.5 Millionen für nix. Wie in Missunde, Schlei. Das ist moderne Betriebswirtschaft. Ahoi