Literatur-Konzert ehrt Zuzana Růžičková
Lübeck - St. Jürgen: Am Donnerstag, 24. September, findet um 19 Uhr im KulturSalon an der Kronsforder Allee 24 ein Literatur-Konzert als Hommage an die Cembalistin Zuzana Růžičková statt. Johanna Krumstroh liest, Monika Knoblochova spielt Cembalo.
Das Literatur-Konzert mit dem Titel „Lebensfuge – wie Bachs Musik mir half zu überleben“ gilt dem Leben der tschechischen Cembalistin Zuzana Růžičková. Johanna Krumstroh verantwortet Konzept und Lesung, Monika Knoblochova spielt Cembalo.
Zuzana Růžičková wuchs in der Tschechoslowakei der 1930er Jahre auf und träumte von Johann Sebastian Bach und dem Klavier. Ihre friedliche, behütete Kindheit wurde durch den Einmarsch der Nazis im Jahr 1939 jäh zerrissen. Sie wurde aus ihrer Heimat vertrieben und in vier Konzentrationslager deportiert. Sie überlebte Theresienstadt, Auschwitz, Neuengamme und Bergen-Belsen.
Eine Sarabande von Johann Sebastian Bach rettete ihr in den Lagern das Leben – sie erklang in ihrem Kopf: „Die Nazis wissen nicht einmal, dass die Musik da ist. Sie können sie mir nicht wegnehmen. Sie gehört mir, mir allein.“ Trotz ihrer von der Zwangsarbeit zerschundenen Hände gelang es ihr nach dem Krieg mit unglaublichem Einsatz, vollkommener Hingabe und positivem Lebenswillen, in Prag Musik zu studieren. Sie entdeckte das Cembalo für sich: „Als ich zu spielen begann, fühlte ich eine so starke Verbindung zu diesem Tasteninstrument, das Bach immer bevorzugt hatte ... es war wie nach Hause kommen.“
Mut und Leidenschaft prägten ihr Leben in Unfreiheit unter dem kommunistischen System in Prag. Gestärkt durch die Liebe ihres Mannes, des tschechischen Komponisten Viktor Kalabis, wurde sie zu einer der berühmtesten Musikerinnen des 20. Jahrhunderts und zur ersten Cembalistin, die das gesamte Klavierwerk Bachs aufnahm. Zuzana Růžičková war eine Legende – nicht nur als Mensch, sondern auch als Musikerin. Sie wurde gefeiert und verehrt. 2017 erschien ihr Gesamtwerk neu, am 27. September desselben Jahres starb die Grande Dame des Cembalos in Prag.
Texte aus ihrem Buch „Lebensfuge“ führen durch die schwärzesten Kapitel ihres Lebens hin zu einem Leben in Freiheit als lebensbejahende, faszinierende Musikerin, die an die Menschlichkeit und Kraft der Musik appelliert: „Bei Bach findet man stets Trost. Er gibt uns etwas Ewiges, was das Menschsein transzendiert.“
Monika Knoblochova, ehemalige Studentin von Zuzana Růžičková, erbte deren Cembalo. Auf diesem Instrument erklingen Werke unter anderem von Johann Sebastian Bach, Domenico Scarlatti und Viktor Kalabis. Weitere Informationen bietet www.johannakrumstroh.de.
Zuzana Růžičková wuchs in der Tschechoslowakei der 1930er Jahre auf und träumte von Johann Sebastian Bach und dem Klavier. Ihre friedliche, behütete Kindheit wurde durch den Einmarsch der Nazis im Jahr 1939 jäh zerrissen. Sie wurde aus ihrer Heimat vertrieben und in vier Konzentrationslager deportiert. Sie überlebte Theresienstadt, Auschwitz, Neuengamme und Bergen-Belsen.
Eine Sarabande von Johann Sebastian Bach rettete ihr in den Lagern das Leben – sie erklang in ihrem Kopf: „Die Nazis wissen nicht einmal, dass die Musik da ist. Sie können sie mir nicht wegnehmen. Sie gehört mir, mir allein.“ Trotz ihrer von der Zwangsarbeit zerschundenen Hände gelang es ihr nach dem Krieg mit unglaublichem Einsatz, vollkommener Hingabe und positivem Lebenswillen, in Prag Musik zu studieren. Sie entdeckte das Cembalo für sich: „Als ich zu spielen begann, fühlte ich eine so starke Verbindung zu diesem Tasteninstrument, das Bach immer bevorzugt hatte ... es war wie nach Hause kommen.“
Mut und Leidenschaft prägten ihr Leben in Unfreiheit unter dem kommunistischen System in Prag. Gestärkt durch die Liebe ihres Mannes, des tschechischen Komponisten Viktor Kalabis, wurde sie zu einer der berühmtesten Musikerinnen des 20. Jahrhunderts und zur ersten Cembalistin, die das gesamte Klavierwerk Bachs aufnahm. Zuzana Růžičková war eine Legende – nicht nur als Mensch, sondern auch als Musikerin. Sie wurde gefeiert und verehrt. 2017 erschien ihr Gesamtwerk neu, am 27. September desselben Jahres starb die Grande Dame des Cembalos in Prag.
Texte aus ihrem Buch „Lebensfuge“ führen durch die schwärzesten Kapitel ihres Lebens hin zu einem Leben in Freiheit als lebensbejahende, faszinierende Musikerin, die an die Menschlichkeit und Kraft der Musik appelliert: „Bei Bach findet man stets Trost. Er gibt uns etwas Ewiges, was das Menschsein transzendiert.“
Monika Knoblochova, ehemalige Studentin von Zuzana Růžičková, erbte deren Cembalo. Auf diesem Instrument erklingen Werke unter anderem von Johann Sebastian Bach, Domenico Scarlatti und Viktor Kalabis. Weitere Informationen bietet www.johannakrumstroh.de.