Schichtwechsel: Für mehr Teilhabe und Inklusion in der Arbeitswelt
Lübeck: Am Donnerstag, 24. September 2026, hieß es „Schichtwechsel“ für Beschäftigte aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen aus der Diakonie Nord Nord Ost: Am bundesweiten Aktionstag hospitierten 13 Mitarbeitende in Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in und rund um Lübeck.
„Beim Schichtwechsel geht es darum, Menschen mit Beeinträchtigungen auf kurzen und unkomplizierten Wegen Einblick in den allgemeinen Arbeitsmarkt und Chancen auf berufliche Teilhabe außerhalb der Werkstätten zu ermöglichen“, sagt Julia Hein vom Übergangsmanagement der Diakonie Nord Nord Ost, das Menschen mit Beeinträchtigungen und Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes in der Region Lübeck zueinander bringt.
Zu oft würden die Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen leider als Einbahnstraße verstanden. Aber während sie mit ihrem geschützten Rahmen für manche genau der richtige Arbeitsort seien, würden andere mit der nötigen Begleitung und Zeit den Schritt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen – und dort ihre individuellen Fähigkeiten erfolgreich einbringen, so Julia Hein weiter. „Darum ist der Schichtwechsel als eine Art Schnuppertag ideal: Menschen mit Beeinträchtigungen beweisen an attraktiven Arbeitsplätzen mitten in der Gesellschaft, was sie können.“ Durch die ersten Begegnungen und einen Austausch auf Augenhöhe würden auch mögliche Vorurteile und Unsicherheiten weiter abgebaut. Es ginge darum, Inklusion zu leben. „Und wenn es für beide Seiten passt, kann sich daraus auch ein Praktikum und – wie wir schon häufig erleben durften – mittelfristig eine Festanstellung ergeben: ein echtes Match.“
Celina Freitag war eine derjenigen, die für den „Schichtwechsel“ ihren Arbeitsplatz wechselte: Statt am „Info-Point“ – der zentralen Anmeldung der Diakonie Nord Nord Ost auf dem Campus in der Triftstraße – zu arbeiten, führte sie der Weg ins „Hotel zur alten Stadtmauer“ in Lübeck, um vor allem im Service rund um den Frühstücksraum Erfahrungen zu sammeln. „Das war richtig gut. Vor allem hat mir das Eindecken der Tische gefallen“, so Celina Freitag nach ihrem Arbeitstag. Und warum das Hotel beim „Schichtwechsel“ mitmacht: „Weil wir glauben, dass jeder Mensch die Chance verdient, verschiedene Berufe kennenzulernen und auszuprobieren. Gleichzeitig können auch wir dabei unglaublich viel lernen. Durch Begegnungen mit Menschen, die vielleicht anders an Dinge herangehen oder andere Perspektiven mitbringen, entdecken wir selbst neue Sichtweisen. Für uns bedeutet Inklusion deshalb vor allem: aufeinander zuzugehen, voneinander zu lernen und gemeinsam etwas erleben“, sagt Cornelia van den Engel vom „Hotel zur alten Stadtmauer“.
Simon Ehmke von der Diakonie Nord Nord Ost packte bei Getränke Hoffmann gemeinsam mit Mitarbeiter Luca Kavelmann ordentlich mit an.
Simon Ehmke arbeitet normalerweise im Bistro der Diakonie Nord Nord Ost auf dem Campus in der Triftstraße. Beim „Schichtwechsel“ packte er bei Getränke Hoffmann in der Krempelsdorfer Allee mit an. Sein Fazit: „Ich mag gerne Kundenkontakt, das hat mir auch hier sehr gut gefallen. Aber auch das Einräumen von Getränken in die Regale. Und die Kollegen waren alle total nett“. Das Team von Getränke Hoffmann in der Krempelsdorfer Allee freute sich, den Hospitanten bei sich begrüßen zu dürfen. „Es ist wichtig, dass jeder eine Chance bekommt und das Miteinander gelebt wird“, sagt Peter Pelz, Leiter der Filiale, über den Grund der Teilnahme am „Schichtwechsel“. „Uns war es wichtig, dass Simon sich wohl und gut aufgenommen fühlt.“
Das Übergangsmanagement der Diakonie Nord Nord Ost steht sowohl Menschen mit Behinderungen als auch Unternehmen und Betrieben beim gegenseitigen Kennenlernen zur Seite und begleitet den Einstieg von Mitarbeitenden in den allgemeinen Arbeitsmarkt auch längerfristig. Gerne informieren Julia Hein (Telefon 0152/02830143 oder julia.hein@diakonie-nordnordost.de) und Janna Drzyzga (Telefon 0173/5342722 oder janna.drzyzga@diakonie-nordnordost.de) von der Diakonie Nord Nord Ost zum Thema.
In diesen Betrieben konnten sich die Teilnehmer ausprobieren:
• Hotel zur alten Stadtmauer
• Motel One
• Stadtwerke Lübeck
• Firma Eurest: Kantine Stadtwerke Lübeck
• Getränke Hoffmann (Krempelsdorfer Allee)
• Landwege Einzelhandel (Kanalstraße)
• Dräger (administrativer Produktionsbereich, Revalstraße)
• Freibackhaus
• Stadtwerke - Bereich Kundenservice & Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
• Takko (Stockelsdorf)
• Park Cafe-Bäckerei und Konditorei, Bad Schwartau
• DM (Ziegelstraße)
Celina Freitag von der Diakonie Nord Nord Ost hospitierte im „Hotel zur alten Stadtmauer“. Besonders gut gefiel ihr das Eindecken der Tische im Frühstücksraum. Omar Hneide, Mitarbeiter im Hotel, war sehr zufrieden. Fotos: Diakonie NOO
Text-Nummer: 182175 Autor: Diakonie NNO vom 24.9.2026 16.04 Uhr
schrieb am 25.9.2026 6.31 Uhr:
Diese Aktionen zeigt, wie Menschen mit Beeinträchtigungen auch auf dem ersten Arbeitsmarkt Eindrücke und Umfeld kennenlernen dürfen und ihre Fähigkeiten zeigen können. Unternehmen, Kunden und Gäste bekommen in der Regel vor Ort sehr viel mehr mit, als durch hören und sagen. Hierbei lernt man die Menschen wertzuschätzen und bekommt ein ganz anders, oft positives Bild von Ihnen.
Ich durfte bis zum Renteneintritt selbst diese Menschen als Fachkraft in der Werkstatt für Beeinträchtigte Menschen in der DNNO über 30 Jahre begleiten und fördern für diesen Arbeitsmarkt.
Tolle Inklusion Aktion und hoffentlich inspiriert diese noch mehr Unternehmen, solchen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu zeigen.
Kommentare zu diesem Text (1):
Matthias Butt
schrieb am 25.9.2026 6.31 Uhr:
Diese Aktionen zeigt, wie Menschen mit Beeinträchtigungen auch auf dem ersten Arbeitsmarkt Eindrücke und Umfeld kennenlernen dürfen und ihre Fähigkeiten zeigen können. Unternehmen, Kunden und Gäste bekommen in der Regel vor Ort sehr viel mehr mit, als durch hören und sagen. Hierbei lernt man die Menschen wertzuschätzen und bekommt ein ganz anders, oft positives Bild von Ihnen.
Ich durfte bis zum Renteneintritt selbst diese Menschen als Fachkraft in der Werkstatt für Beeinträchtigte Menschen in der DNNO über 30 Jahre begleiten und fördern für diesen Arbeitsmarkt.
Tolle Inklusion Aktion und hoffentlich inspiriert diese noch mehr Unternehmen, solchen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu zeigen.