Wuchernde Wasserpest: Lübeck plant neues Konzept für die Wakenitz

Lübeck: Starke Pflanzenbildung in der Wakenitz: Die Lübeck Port Authority (LPA) hat seit Ende August gezielt angeschwemmte Wasserpflanzen aus dem Gewässer entnommen und bereitet gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNV) ein bedarfsorientiertes Unterhaltungskonzept für das kommende Jahr vor.

Die Wakenitz ist eines der beliebtesten Naherholungsgebiete Lübecks – gleichzeitig ist das Gewässer ein empfindlicher Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Für die Gewässerunterhaltung der Wakenitz ist die LPA zuständig: Sie sorgt dafür, dass das Wasser abfließen kann, und hält Ufer und Sohle in einem guten Zustand.

Warum treten aktuell so viele Wasserpflanzen auf?
In den vergangenen Jahren haben sich die Wasserpflanzen flussabwärts bis zum Falkendamm ausgebreitet. Während im Bereich zwischen Moltkebrücke und Falkendamm – der sogenannten Stadtwakenitz – noch vor wenigen Jahren nur wenig Pflanzenwachstum zu beobachten war, hat sich dies deutlich intensiviert. In diesem Jahr ist das Wachstum besonders auffällig.

Für den Wasserabfluss ist das Wachstum zwar kein Problem. Die Nutzung der Wakenitz durch Badende, Bootsfahrer und Angelfische­r ist derzeit jedoch stellenweise eingeschränkt.

Was hat die LPA bisher unternommen?
Seit Ende August hat die LPA an ausgewählten Stellen – am Falkendamm entlang der Kaianlage und vor der Hochwasseranlage sowie im Dükerkanal kurz vor dem Einlauf in den Düker – wiederholt angeschwemmte Wasserpflanzen entnommen. Das Kraut wurde auf dem Betriebshof Weberkoppel zwischengelagert und anschließend abtransportiert und entsorgt.

Die Zwischenlagerung an Land ist dabei bewusst gewählt: An den Pflanzen haften zahlreiche Klein- und Kleinstlebewesen wie Schnecken, Kleinkrebse, Insektenlarven und Käfer. Auf dem Land erhalten sie die Möglichkeit, zurück in das Wasser zu gelangen. Zusätzlich wurde loses Kraut mit dem Bagger entnommen und für den Abtransport in Schuten verbracht.

Seit Anfang September wurden zudem die von Hand eingesammelten und an Land lagernden Krauthaufen bei Wakenitzanrainern und auf öffentlichen Flächen eingesammelt, abtransportiert und entsorgt. Sollten noch Krauthaufen übersehen worden sein, kann man sich unter der Telefonnummer 0451/122-69333 melden.

Mit dem einsetzenden Herbsteinzug – meist ab Ende September – sinken die Wasserpflanzen, allen voran die Wasserpest (Elodea nuttallii), ab und bereiten in der Regel keine Beschwerden mehr.

Warum wird das Kraut nicht pauschal und regelmäßig entfernt?
Wasserpflanzen sind ein wichtiger Bestandteil des Gewässerökosystems. Ihre vollständige, regelmäßige oder großflächige Entfernung könnte den ökologischen Zustand der Wakenitz erheblich beeinträchtigen. Die Gewässerunterhaltung muss deshalb die wasserwirtschaftlichen und ökologischen Funktionen des Gewässers gleichermaßen berücksichtigen – im Einklang mit den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Ausblick: Unterhaltungskonzept für 2027
Pauschales Entkrauten ist keine Dauerlösung. Für das kommende Jahr ist daher vorgesehen, gemeinsam mit dem Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz ein bedarfsorientiertes Unterhaltungskonzept zu erarbeiten. Dieses Konzept soll:

– die Nutzungsanforderungen definieren,
– die Nutzungsflächen identifizieren,
– Problembereiche erkennen und aufzeigen,
– Geeignete Verfahren der Pflanzenentnahme und Entsorgung bewerten und die anfallenden Kosten beziffern und Vorschläge zur Finanzierung darlegen.
Regelmäßig werden Wasserpflanzen aus der Wakenitz entfernt. Foto: HL
Regelmäßig werden Wasserpflanzen aus der Wakenitz entfernt. Foto: HL

Text-Nummer: 182200    Autor: Presseamt/red.    vom 25.9.2026 18.03 Uhr

Kommentare zu diesem Text (1):

Alex

schrieb am 25.9.2026 20.21 Uhr:
Es werden wieder Syotompe benannt, "konzeptioniert" und bekämpft, anstatt die wirklichen, nachgewiesenen Ursachen zu bekämpfen.
Die Wakenitz leider unter Überdüngung - Eutrophierung - und der zu warmen Wassertemperatur.
Gegen letzteres kann man nichts machen, gegen ersteres steht der allmächtige Gegner in Form des Bauernverbandes entgegen.

Um die Wakenitz nachhaltig zu schützen, darf keine Einleitung von Nährstoffen durch die Landwirtschaft, als Abfluss von den Äckern, mehr erfolgen.
Auch nicht über Zuflüsse oder "Umwege".

Diese Maßnahme wird nicht sofort greifen, wäre aber der wichtige Schritt, um ein weiteres sterben der Wakenitz zu verhindern.

Wer in der Schule aufgepasst hat, weiß, dass Wasserpflanzen tagsüber Sauerstofff produzieren, diesen aber nachts auch wieder verbrauchen und CO2 abgeben, das Gleichgewicht ist aber bereits aus den Fugen geraten.

Eine großflächige Entnahme von Wasserpflanzen (und damit Nährstoffen) ist deshalb angebracht. Kostet Geld und ist unpopulär.

Bitte also auch die Ursachen bekämpfen.