Karpfenstraße: Nach drei Jahren kommt Ordnung ins Parken
Lübeck - St. Lorenz Süd: Vor knapp drei Jahren hat die Stadtverwaltung die Duldung von Gehwegparken beendet. Es war der erste größere Bereich, bei dem das Ordnungsamt mit Verwarnungsgeldern durchgegriffen hat. Funktioniert hat das offensichtlich nicht. Die Stadtverwaltung berichtet weiterhin von Beschwerden über Gehwegparken.

Im Oktober 2023 wurden die Anwohner an einem Sonntagabend überrascht: Das Ordnungsamt verwarnte die Autos, die, wie seit Jahrzehnten üblich, mit zwei Rädern auf dem Gehweg standen. Die Anwohner blieben ratlos zurück. Auf welcher Fahrbahnseite kann in Zukunft geparkt werden? Die Antwort der Stadtverwaltung damals: "Das Parken kann entsprechend der gesetzlichen Vorgaben erfolgen. Gehwege sind grundsätzlich nicht für den Kraftfahrzeugverkehr (einschließlich des Parkens) vorgesehen. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn durch Verkehrszeichen das Parken auf dem Gehweg ausdrücklich angeordnet ist. Ein beidseitiges Parken am rechten Fahrbahnrand ist nur dann zulässig, wenn die verbleibende Restfahrbahn eine Breite von mindestens 3,05 Metern misst. Ist dies nicht gewährleistet, ist das Halten und Parken bereits kraft Gesetzes verboten."
Das Fazit der Stadtverwaltung im September 2026: Wiederholt habe es Beschwerden gegeben, "wonach Gehwege durch verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge in Anspruch genommen wurden und teilweise auch die erforderliche Mindestdurchfahrtsbreite auf der Fahrbahn nicht gewährleistet war. Daraufhin wurde die örtliche Verkehrssituation überprüft. Die anschließende verstärkte Überwachung sowie die Ahndung von Verstößen gegen die Straßenverkehrs-Ordnung durch den Kommunalen Ordnungsdienst führten nicht zu einer dauerhaften Verbesserung der Situation."
Jetzt hat die Stadt eine Lösung, die sich Autofahrer vor drei Jahren gewünscht haben: "Zur klaren Kennzeichnung der zulässigen Parkordnung und zur nachhaltigen Verbesserung der Verkehrssituation wird das Parken in der Karpfenstraße künftig durch entsprechende Verkehrsschilder geregelt", teilt die Stadt jetzt mit. "Ziel ist es, für alle Verkehrsteilnehmenden transparent darzustellen, wo und in welcher Form das Parken zulässig ist. Vor diesem Hintergrund wurde die nun umgesetzte Beschilderung als weitere Maßnahme veranlasst."
Kommentare zu diesem Text (16):
Grünlipp Muschel
schrieb am 28.9.2026 6.40 Uhr:
Wat nu. Die Stadt gibt nach. Abschleppen ohne wenn und aber. Weg mit den Blechschrott. Über all steht der Müll nur rum .
Der Lübecker
schrieb am 28.9.2026 7.33 Uhr:
Wie (...) und (...) muss eine Stadtverwaltung sein, daß sie erst nach 3 Jahren auf die Lösung kommt das Problem in der Karpfenstrasse mit Beschilderung zu lösen. Wir haben 9 Jahren bis 2012 dort gewohnt und das parken war damals nie ein Problem. Bis ein ganz genauer in der Verwaltung darauf kam. Das dürfen die ja gar nicht. Super, da kann ich ja meine Macht mal bewiesen. Einfach zum .......
Dummer Anwohner
schrieb am 28.9.2026 7.40 Uhr:
Da haben wir „dummen Anwohner“ aber Glück, dass wir endlich Verkehrszeichen bekommen und dann wissen, wo wir nicht mehr Parken dürfen. Komisch, das haben wir nie gewollt. Wir wollten Anwohnerparkplätze mit ausgewiesenen Aufstellflächen für die Feuerwehr (Schreiben an die Stadt 2023!). Außerdem das gleiche Recht wie das Gehwegparken z.B. in der Lindenstraße, Georgstraße (übrigens das Bild oben zeigt die Georgstraße) oder im Falkenstraßenquartier z.B. Attendornstraße es erlaubt. In den Straßen darf übrigens die verbleibende Fußwegbreite weniger als 1,2 m betragen. Bei uns sind jetzt gemütliche 2 m und mit demGehwegparken wären es locker 1,40 m. OK, stellenweise hat die Straße weniger als 1 m Gehwegbreite aber die Stadt verlangt auch hier eine Gehwegbreite von 1,5 m (Finde den Fehler). Da wollten wir auch keine Parkflächen mehr haben. Uns Anwohnern ging es darum, dass die Fremdparker z.B. vom anliegenden Hotel in der Moislinger Allee oder die mit der Bahn verreisenden bei uns im Quartier alles zustellen. Anhand der KFZ-Kennzeichen konnte man die behindernden „Gehwegparker“ schnell erkennen. Nun also sollen Parkverbotsschilder her und wir gehen mal davon aus, dass vielleicht auch die Möglichkeit des Be- und Entladens bald nicht mehr möglich sein wird. Was haben wir „dummen Anwohner“ der Stadt eigentlich getan?
PS: So wie die Fahrzeuge auf dem Bild der Karpfenstraße stehen, ist es erlaubt!
Manfred Vandersee
schrieb am 28.9.2026 7.58 Uhr:
Bevor die Ursachen für Fehlverhalten untersucht werden, wird erst mal auf autoritäre Weise die Symptomatik bekämpft. Typisch für Lübeck
Barny
schrieb am 28.9.2026 10.14 Uhr:
@Dumme Anwohner
Wenn man sich bei der Stadt beschwert darf man sich nicht wundern, wenn die einen Radikalschlag machen.
Letztendlich fordern Sie , den Parkraum für andere zu sperren, natürlich aus Eigennutz.
Neid ist ein schlechter Ratgeber.
Dafür haben sie sich selbst verschlechtert, das hätten sie bei dieser Stadtverwaltung wissen/ahnen können.
Dirk Schulz
schrieb am 28.9.2026 10.21 Uhr:
Die Stadtverwaltung verweigert zunächst einmal Fakten, nämlich die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge in den Quartieren/Vierteln... dazu kommen die Pendler rund um den Bahnhof und Innenstadt, die auch viele Parkplätze blockieren..
Daran gemessen sind die Anzahl der erforderlichen Parkplätze zu planen.. Wenn nicht genug Parkplätze vorhanden sind, dann erfordert es Tiefgaragen oder Parkhäuser... Diese sind dann zwingend zu bauen... zu angemessenen Preisen könnten diese dann gekauft oder gemietet werden... Man will es schlichtweg nicht...
Wenn es nach der Verwaltung geht, dann müsste doch jeder ein Lastenrad kaufen und fröhlich damit bei strömenden Regen fahren... vielleicht sollte die Hansestadt vorangehen und Ihren Mitarbeitern die Firmenfahrzeuge streichen zugunsten von E-Rollern und Lastenrädern...
Kai
schrieb am 28.9.2026 10.30 Uhr:
Es gibt kein Recht auf einen Parkplatz im öffentlichen Raum. Das sollte bei Autofahrern allmählich einmal ankommen. Wer sich ein Auto kauft, muss selber für einen Parkplatz sorgen - kann er das nicht, kann er eben kein Auto halten.
Ando
schrieb am 28.9.2026 11.04 Uhr:
Einfach gesagt,
auf dem Fußweg darf nichts abgestellt werden, daß die Mindestbreite einschränkt. Keine Kraftfahrzeuge, Fahrräder, Roller, Rollstühle, Rollatoren,Kinderwagen kurz gesagt überhaupt nicht. Niemand, auch die gesetzlosen Fahrradfahrer haben kein Recht dazu. Seht also zu, wo ihr euren Kram laßt. Nicht nur Autos sind das Problem
Olaf Nevermann
schrieb am 28.9.2026 11.28 Uhr:
Sehr geehrte Mitbürger,
unsere Stadtverwaltung arbeitet nicht mehr für uns Bürger, wie es das Gesetz eigentlich vorsieht, sondern gegen uns. Die Verwaltung hat beschlossen, dass Autos in Lübeck nichts zu suchen haben. Neben der Karpfenstraße wird auch in der Vorbeckstraße radikal gegen parkende Autos vorgegangen. Ist es den Handelnden in der Verwaltung eigentlich klar, dass diese Stadt weit vor der Entwicklung des Autos, des mittlerweile wichtigsten Industriezweiges dieser Republik, erbaut wurde. Darauf muss Rücksicht genommen werden. Wie wäre es denn, wenn man sich mal mit den Bürgern zusammensetzt und eine gemeinsame Lösung findet. Und sind die Bürger zu dumm?? Sind iwr nur noch dazu gut, alle paar Jahre unsere Stimme abzugeben. Vielleicht sollten einige in der Verwaltung sich noch einmal die entscheidenden Artikel des Grundgesetzes vor Augen führen!
Dummer Anwohner
schrieb am 28.9.2026 11.28 Uhr:
@Barny
Wie kommen sie darauf, dass wir uns beschwert hätten?
Wir haben der Stadt Lösungsvorschläge gemacht, die allen gerecht worden wären. Vielleicht haben Sie es in meinem Kommenatr überlesen. I.d.R. waren es Auswärtige Kennzeichen, die bis an die Gartenmauer geparkt haben. Daher wurde die Stadt bei uns aktiv. Wir Anwohner hatten ja schließlich schon über Jahrzehnte schon selber darauf geachtet, niemanden zu behindern. Warum hat das im Quartier Falkenwiese funktioniert mit den Lösungen in Zusammenarbeit Bürger / Stadt? Zack, Linie auf den Gehweg und schon ist der Bereich definiert.
Anwohnerparkplätze können auch so funtionieren, dass andere dort über Tag z.B. zwei Stunden parken dürfen. Es gibt verschiedenste Lösungen. Erst letztens haben wir jemanden darauf hingewiesen, dass er besser nicht auf der linken Straßenseite und auf dem Gehweg parken sollte. "Wieso nicht, wir haben hier doch immer so geparkt, wenn wir in die Stadt gehen".
Man könnte jetzt den Faden weiter spinnen und hinterfragen, warum sind die städtischen Parkhäuser so defizitär? Übrigens sind die Anwohnerparkplätze jetzt auch teurer Barny. Von Neid kann da wohl kaum die Rede sein.
Andreas
schrieb am 28.9.2026 12.46 Uhr:
Anwohner Parkplätze sind etwas tolles, aus Gleichberechtigungsgründen sollten überall welche sein. Dann fährt auch jeder nur noch in seinem Quartier. Oder doch nur für Bevorteilte?
Barny
schrieb am 28.9.2026 12.57 Uhr:
@ Dummer Anwohner
Mit den von ihnen genannten Lösungsvorschlägen (Schreiben an die Stadt 2023!) haben sie da etwas losgetreten, was die Stadtverwaltung als anlass nimmt, zu agieren.
Nur ist meiner Meinung nach die Stadtverwaltung von Lübeck nicht an sinnvollen Lösungen für Autofahrer interessiert und erschwert lieber ihren Anwohnern das Leben, in der irrigen Annahme, das wir alle ja Fahrrad fahren können.
Sorry, das die Anwohner dort wie überall in Stadtnähe ein Problem mit dem Parken haben, das streite ich nicht ab.
Wir haben ähnliche Probleme und ich weiß ganz genau, wie man es hier verschlimmbessern kann, deswegen würde es mir als Autofahrer niemals einfallen, mich an die Stadtverwaltung in Lübeck zu wenden!
Und Anwohnerparkausweise werden mehr als doppelt so viele ausgegeben wie Parkplätze vorhanden sind - das ist in allen Stadtteilen so.
Damit verbessern Sie ihre persönliche Lage nicht, z.B. als Arbeiter im Spätschichtdienst werden sie abends trotzdem keinen Parkplatz finden.
Bleibt nur der Versuch, in dem eigenen Vorgarten zu parken, was in der Regel auch nicht genehmigt wird!
Und die Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen parken nicht in ihrer Straße um sie zu ärgern, die haben auch ihre liebe Not, ortsunkundig, einen legalen Parkplatz zu finden.
Sorry, ich hätte mich in meinem ersten Post wirklich feinfühliger ausdrücken können, nur am Ergebnis ändert sich deswegen leider nichts!
Viele Grüße
Barny
Paulchen
schrieb am 28.9.2026 16.20 Uhr:
@ Grüne Lippe ,sollte in den Wald ziehen und Butterblumen anbauen. Ich sage nur Autofahrer sind auch Steuerzahler und Wähler.
Hans Landa
schrieb am 28.9.2026 16.23 Uhr:
Wenn man nur ganz viele Schilder aufstellt, rigoros mit Bußgeld und Abschleppen bestraft, dann brauchen die Anwohner ihre Autos plötzlich nicht mehr und die Autos lösen sich in Luft auf. (denkt man wahrscheinlich im Rathaus)
Oliver
schrieb am 1.10.2026 8.52 Uhr:
@Olaf Nevermann
schrieb am 28.9.2026 11.28 Uhr:
"Sehr geehrte Mitbürger,
unsere Stadtverwaltung arbeitet nicht mehr für uns Bürger, wie es das Gesetz eigentlich vorsieht, sondern gegen uns. Die Verwaltung hat beschlossen, dass Autos in Lübeck nichts zu suchen haben. (...)"
Autofahrer sind nicht die einzigen Bürger in Lübeck.
Kein Autofahrer hat das Recht andere Bürger einzuschränken oder zu blockieren, indem man beispielsweise Gehwege teilweise zuparkt oder ähnliche Scherze.
Wenn eine Straße es nicht hergibt, dass ohne dem Blockieren von Gehwegen, auf beiden Seiten einer Straße geparkt werden kann, dann ist es auch in deinem Interesse, wenn auf einer Seite das Parken eben aufgehoben wird, denn was machst du, wenn dein Auto zwar parken kann, aber dafür deine Wohnung abfackelt, weil die Feuerwehr nicht durchkam?
(...)
Paulchen
schrieb am 1.10.2026 16.40 Uhr:
@ Oliver, ist ein ganz schlaues Kerlchen.
Wie hat er das nur herausgefunden (...).