Stadt Lübeck verteilt Spraydosen statt Verbote

Lübeck - Buntekuh: Lübeck-Buntekuh bekommt einen neuen Ort für legale Graffiti-Kunst: Die Stützwände neben der Gehwegbrücke Buntekuh, besser bekannt als „Kamelbrücke“, werden künftig zum Sprühen freigegeben. Zum Auftakt gibt es für neue Sprayer Tipps und sogar Spraydosen gratis. Mit noch mehr legalen Flächen für Graffiti sollen andere Bereiche geschützt werden.

Die Freigabe der Kamelbrücke setzt eine Zusammenarbeit fort, die bereits seit 2015 besteht. Das Jugendzentrum Burgtor und der Bereich Stadtgrün und Verkehr der Hansestadt Lübeck setzen sich seitdem immer wieder gemeinsam dafür ein, geeignete Flächen für legales Graffiti zu finden und freizugeben. In den vergangenen Jahren konnten auf diesem Weg bereits fünf Brücken dauerhaft für Graffiti freigegeben werden. Die Kamelbrücke ist damit ein weiterer Baustein in einem Ansatz, der jungen Menschen Raum für ihre Kreativität bietet und gleichzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit dem öffentlichen Raum fördern soll.

"Die Freigabe der Fläche ist zugleich Teil eines neuen Umgangs mit Graffiti im öffentlichen Raum", begründet die Stadtverwaltung die Maßnahme. "Die Hansestadt verbindet damit mehrere Ziele: Zum einen soll die offene Fläche dazu beitragen, illegale Graffiti an anderen Bauwerken zu reduzieren. Zum anderen besteht die Hoffnung, dass die Kamelbrücke durch die gezielte Freigabe langfristig hochwertiger gestaltet wird. Denn wer an der Kamelbrücke sprüht, kann dies künftig legal, in Ruhe und bei Tageslicht tun. Damit entstehen bessere Bedingungen für die Künstler, ihre Ideen umzusetzen und sorgfältig auszuarbeiten. Für das Jugendzentrum Burgtor bietet die Freigabe darüber hinaus die Möglichkeit, jungen Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu einer kreativen Ausdrucksform zu ermöglichen. Graffiti wird dabei nicht nur als Kunstform, sondern auch als Möglichkeit verstanden, eigene Ideen sichtbar zu machen und Verantwortung für einen gemeinsam genutzten Ort zu übernehmen."

Zum Auftakt der Freigabe lädt das Jugendzentrum Burgtor am Samstag, 10. Oktober 2026, ab 12 Uhr zu einem offenen Graffiti-Workshop an der Kamelbrücke ein. Mitmachen können alle jungen Menschen zwischen 11 und 27 Jahren – ganz unabhängig davon, ob sie bereits Erfahrung mit Graffiti haben oder zum ersten Mal eine Spraydose in der Hand halten.

Pädagogische Fachkräfte des Jugendzentrums Burgtor sind während des Workshops vor Ort und können direkt angesprochen werden. Sie bieten Informationen, Unterstützung und stellen den Teilnehmern Schutzkleidung sowie geeignete Spraydosen zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für den gemeinsamen Workshop stehen vier verschiedene Farben zur Auswahl. Dadurch soll aus den unterschiedlichen Ideen, Fähigkeiten und Motiven der Teilnehmenden ein zusammenhängendes Gesamtbild entstehen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das fertige Kunstwerk, sondern vor allem die Möglichkeit, sich kreativ auszuprobieren, gemeinsam zu gestalten und den öffentlichen Raum aktiv mitzugestalten. Auch über die Veranstaltung hinaus bleibt die Fläche zukünftig für Sprayer geöffnet.
Mit legalen Flächen und Anleitungen zu Sprayen möchte die Stadtverwaltung illegale Graffiti reduzieren. Foto: HL
Mit legalen Flächen und Anleitungen zu Sprayen möchte die Stadtverwaltung illegale Graffiti reduzieren. Foto: HL

Text-Nummer: 182249    Autor: Presseamt/red.    vom 28.9.2026 18.33 Uhr

Kommentare zu diesem Text (6):

Kurt Wuchtig

schrieb am 28.9.2026 19.21 Uhr:
Tolle Sache, Am St. Jürgenring sind einige Flächen auch legalisiert und dort sind Kunstwerke entstanden. Ärgerlich ist es nur wenn diese mit TAGS übersprüht werden.

HST

schrieb am 29.9.2026 9.47 Uhr:
Doof, Saudoof,.......Lübeck....

Troll Hunter

schrieb am 29.9.2026 11.20 Uhr:
@HST
Eine Frage: Die beiden ersten Worte beschreiben Sie und Lübeck ist ihr Heimatbezug ? Sorry ich frage für einen Freund.

HST

schrieb am 29.9.2026 12.18 Uhr:
Troll Hunter
Es hat schon immer Typen gegeben sie sich einer vermüllten Umgebung wohlgefühlt haben...
Ich habe viele Jahre in Lübeck gelebt und gearbeitet, und meine Familie hat sich dort sehr wohl gefühlt...aber das war eben ein anderes Lübeck, eine liebenswerte, saubere, gepflegte Stadt in der man sich auch abends noch sicher fühlen konnte, und nicht ein rot-grün abgewirtschafter, hansestädtischer Slum, der in einem von einer unfähigen Verwaltung erzeugten Verkehrschaos verkommt! Bremen läßt grüßen, dort sieht es nach 77 jahren sozialistischer. roter Miswirtschaft noch schlimmer aus, aber Lübeck holt mächtig auf...nur weiter so...

Hans Landa

schrieb am 29.9.2026 14.28 Uhr:
Die Freigabe der Flächen ist ja eine Sache, aber wieso verschenkt eine Stadt die notorisch pleite ist, jetzt auch noch Spraydosen?

Troll Hunter

schrieb am 29.9.2026 15.00 Uhr:
@ HST na Prima . Wann ziehen Sie um ins gelobte Land ? Oder wohnen sie schon in Magdeburg.😀