Hunde dürfen wieder an die Strände - außer in Travemünde

Ostholstein: Wenn der Sommer zu Ende geht, beginnt für viele Hundebesitzer eine besonders schöne Zeit an der Ostsee, denn ab dem 1. Oktober dürfen Hunde an den Stränden der Lübecker Bucht wieder überall mit dabei sein. In der ganzen Lübecker Bucht? Nein, ein Ort an der Mündung der Trave hält dagegen. Hier bleibt es bei dem Termin am 1. November.

Damit wird die Region in dieser Zeit für Mensch und Tier zu einem ganz besonders attraktiven Ausflugs- und Reiseziel. Während der Sommermonate sind Hunde in der Lübecker Bucht an insgesamt sechs ausgewiesenen Hundestränden in Scharbeutz, Haffkrug, Sierksdorf, Neustadt in Holstein, Pelzerhaken und Rettin herzlich willkommen. Doch mit Beginn der kühleren Jahreszeit öffnet sich ihnen nun wieder noch deutlich mehr Strand: In Scharbeutz, Haffkrug und Sierksdorf dürfen Vierbeiner vom 1. Oktober bis zum 31. März zu jeder Zeit an allen Strandabschnitten unterwegs sein. In Neustadt in Holstein, Pelzerhaken und Rettin gilt die Regelung sogar bis zum 30. April.

Damit beginnt eine Jahreszeit, in der Mensch und Hund – und übrigens auch Pferde – die Ostseeküste besonders ausgiebig erleben können. Der Strand wird ruhiger, die Spaziergänge länger und die frische Seeluft macht Lust darauf, gemeinsam draußen unterwegs zu sein. Für viele Hundebesitzer ist die Möglichkeit, mit dem Vierbeiner über den gesamten Strand zu laufen, ein willkommener Anlass für einen Urlaub in der Lübecker Bucht. Ob ausgedehnter Spaziergang am Wasser, eine Runde durch den Sand oder eine kleine Abkühlung in der Ostsee – der Herbststrand bietet Vierbeinern viel Raum und ihren Besitzern die Gelegenheit, die Küste von ihrer ruhigeren Seite zu erleben.

Dabei gilt: Damit das Miteinander für alle entspannt bleibt, wird um gegenseitige Rücksichtnahme gebeten und Hundehinterlassenschaften sollen eingesammelt und entsorgt werden. Entsprechende Hundebeutel stehen an Promenaden und Strandzugängen zur Verfügung. Sozialverträgliche und zuverlässig abrufbare Hunde dürfen unter dem maritimen Motto „Leinen los!“ gern auch ohne Leine am Strand unterwegs sein, alle anderen sollten bitte angeleint bleiben.

Und auch abseits der Küste gibt es für Hund und Mensch viel zu entdecken. Das Binnenland der Lübecker Bucht bietet abwechslungsreiche Wege durch Wälder und Natur, die sich für gemeinsame Spaziergänge anbieten. Gerade im Herbst, wenn sich das Laub verfärbt und die Landschaft eine ganz eigene Stimmung bekommt, ist ein Ausflug ins Grüne und in die bunte Natur eine schöne Ergänzung zum Strandspaziergang.

Eine Besonderheit gibt es in Klingberg, einem Ortsteil von Scharbeutz: Mitten im Wald befindet sich der rund 18 Hektar große, eingezäunte Hundeauslauf Scharbeutz. Hier können Hunde frei und ohne Leine laufen, toben, schnuppern und andere Vierbeiner treffen. Zum Gelände gehören unter anderem Spielwiesen mit Sitzmöglichkeiten, Buddel-Sandflächen, ein Regenunterstand und eine Hunde-Bar mit Regenwasser. Voraussetzung für den Freilauf ist auch hier, dass die Hunde sozialverträglich und abrufbar sind. Im Wald außerhalb ausgewiesener Hundeauslaufgebiete gilt grundsätzlich Leinenpflicht.

Auch bei der Urlaubsplanung selbst ist die Lübecker Bucht auf vierbeinige Gäste eingestellt. Die Tourismus-Agentur bündelt auf ihrer Website Informationen zu hundefreundlichen Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Hotels sowie zu Restaurants, in denen Hunde willkommen sind. Hinzu kommen praktische Adressen rund um Tierärzte, Tierbedarf und weitere Angebote für Hundebesitzer. So wird aus einem klassischen Herbsturlaub am Meer eine gemeinsame Auszeit für Zwei- und Vierbeiner, Strand und Meer sowie Wald und Natur inklusive. Alle Informationen zum Urlaub mit Hund in der Lübecker Bucht, zu Hundestränden, hundefreundlichen Unterkünften, Gastronomie und weiteren Tipps gibt es unter: www.luebecker-bucht-ostsee.de/urlaub-mit-hund.
Die Bäder in Ostholstein werben um Gäste und Urlauber mit Hunden. Foto: TALB
Die Bäder in Ostholstein werben um Gäste und Urlauber mit Hunden. Foto: TALB

Text-Nummer: 182288    Autor: TALB/red.    vom 30.9.2026 11.18 Uhr

Kommentare zu diesem Text (13):

Hans Hansen

schrieb am 30.9.2026 11.56 Uhr:
Besser ist das. Die meisten Hundehalter können sich nicht benehmen und haben ihre Hunde nicht im Geringsten unter Kontrolle. Schade für die wenigen die das Hunde-Halten ernst nehmen, aber es geht nicht anders.

Die Welt dreht sich für diese Leute nur um sich und ihren Hund.

Alex

schrieb am 30.9.2026 11.58 Uhr:
Der Vogelzug an der Ostsee findet im Frühjahrszug von März bis Mai und im Herbstzug von August bis November statt, wobei die Hauptaktivität im Herbst (September bis Oktober) am intensivsten ist.
Im Kontext des Artenschutzes (insbesondere beim Vogelzug an der Ostsee) ist das „Verbot der Störung“ eine der wichtigsten gesetzlichen Säulen.
Es ist in Deutschland im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in § 44 Abs. 1 Nr. 2 verankert.
Dieses sogenannte besondere Artenschutzrecht besagt, dass es streng verboten ist, wildlebende Tiere der streng geschützten Arten (dazu gehören alle europäischen Vogelarten) während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören.

Konkret bedeutet das für den Oktober:
Eine Störung ist illegal, wenn sie dazu führt, dass sich der Erhaltungszustand der lokalen Population verschlechtert.
Für Zugvögel bedeutet das: Wenn Vögel durch Menschen z. B. Hunde ohne Leine wiederholt aufgescheucht werden, verbrauchen sie lebenswichtige Energie, die sie für den Weiterflug über Tausende Kilometer brauchen.
Im schlimmsten Fall verhungern sie - der Erhaltungszustand verschlechtert sich und eine Freigabe des Strandes im Oktober ist somit nicht mit dem Artenschutz vereinbart.

KHD

schrieb am 30.9.2026 12.03 Uhr:
UND DAS IST GUT SO!!!!!

Solange einige Hundehalter meinen die Leinenpflicht sei am Strand aufgehoben, haben die Hunde dort nichts zu suchen.

Tut mir leid für die Hunde, die können sich ihren Besitzer leider nicht aussuchen.

Martin S.

schrieb am 30.9.2026 12.33 Uhr:
Schön den Badestrand vollkoten, Yummy!

D.

schrieb am 30.9.2026 13.31 Uhr:
@Alex: Diese Erklärung mag ja richtig sein, demnach dürften aber vor allem Kinder nicht mehr in die Nähe dieser Tiere/an den Strand. Wenn ich in den letzten Jahren eines beobachtet habe, ist es, wie viele Eltern es lustig und süß finden, wie ihre Kinder Vogel JAGEN - da wird freudig strahlend die Kamera drauf gehalten. Bei Hunden zwar auch zu beobachten, dort bleibt es jedoch oft bei einem Aufscheuchen und es wird nicht gejagt. Gleiches gilt bspw. für das Drachenfest, oder werden die Vögel dadurch etwa nicht aufgescheucht. Oder Gruppen von Besoffenen, die sich dort bei den angenehmen Temperaturen niederlassen und rumgrölen. Usw.... Also dann bitte ein generelles Verbot für einfach alles, was nicht Vogel ist.

@KHD: Welche Leinenpflicht? Diese ist dann ebenso aufgehoben wie das Nutzungsverbot, das gehört zusammen. Ansonsten gibt es auch keine generelle Leinenpflicht, diese ist nur für bestimmte Areale vorgegeben.

STARLIGHT

schrieb am 30.9.2026 13.58 Uhr:
@ „Kommentare“: Welch‘ eine „caniphobie“ und oberlehrerhafte Paragrafenreiterei! In den anderen Ostseebädern gilt das Bundesnaturschutzgesetz nicht? Übrigens sind die einzigen Vögel an unserem Strand die Möwen. Und die kennen sich offensichtlich mit Hunden aus!

Florian B

schrieb am 30.9.2026 14.02 Uhr:
@ Hans Hansen

Für einige Leute dreht sich alles nur um sie selbst und ihren Egoismus. Frei nach dem Motto, was ich nicht mag, hat auch kein andere zu mögen. Jedenfalls so kommen mir ihre Kommentare rüber.

@ Alex

Ja, damit haben sie zum Teil recht, meine Hunde sind Jäger, deshalb meist mit Leine unterwegs. Am Strand immer erst der Kontrollblick ob nicht irgendwo ein Schwan ist, weil dann bleiben sie an der Leine.
Ihre Aussage bezieht sich leider jedoch wieder nur gegen die Hunde...
Das Drachenfest zb. stört die dort sonst verweilenden Vögel nicht??? Nur mal als Denkanstoß nicht immer alles nur von einer Seite zu sehen.

@ KHD

Nur mal so als Auszug aus der Lübecker Hundesatzung:

Leinenpflicht und Regeln im Stadtgebiet
• Leinenpflicht gilt in: Grün- und Kleingartenanlagen, Wäldern, Naturschutzgebieten, auf der Altstadtinsel, bei Festen und Märkten, auf Campingplätzen sowie im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV).
• Hundeverbot gilt auf: Spielplätzen, Friedhöfen, Liegewiesen, Badeanstalten und den Travemünder Stränden (vom 1. April bis 31. Oktober).
• Kotentsorgung: Hundekot ist unverzüglich zu entsorgen. Im Stadtgebiet stehen dafür zahlreiche Spenderboxen bereit.

Quelle: https://www.luebeck.de/de/stadtleben/freizeit/natur-erleben/hundefreundliche-stadt/hundefreundliche-stadt

Also bitte erst schlau machen und nicht einfach mal so ne Behauptung in den Raum stellen, das dort Leinenpflicht herscht.

@ Martin S.

Ja, durchaus nicht schön, deshalb habe ich ( kann nur für mich sprechen) eigene, gekaufte Hundekotbeutel mit und entsorge die hinterlassenschaften.
Versuchen sie doch mal im Sommer drauf zu achten, wer da alles seinen Müll liegen lässt oder unter 2 cm Sand verscharrt, als Tip, sicherlich kein Hund ;-)

Das durchweg positive an der ganzen Sache ist, für mich, das ich Travemünde weiter einen Monat möglichst nicht besuche.

Es kommt mir so vor wie ein kleines Gallisches Dorf, das umbedingt seine eigen Sache durchziehen muss. Als Ausrede diente ja nun das Drachenfest.
Wie es der Name ja auch bereits sagt, Fest... siehe Hundesatzung Lübeck: Bei Festen besteht Leinenpflicht!!!

KHD

schrieb am 30.9.2026 14.55 Uhr:
@ Florian B

Hallo Florian B,

hier ein vllt hilfreicher Link:
https://www.luebeck.de/file/2026_hundefreilauf_uebersicht.pdf

Und Freilauf heißt nicht, dass die Aufsichtspflicht aufgehoben ist.

Am Ende hilft am Besten Rücksichtnahme auf andere Personen, die einfach nur spazieren gehen wollen.

Trident

schrieb am 30.9.2026 15.32 Uhr:
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Verlängerung des Hundeverbots in der Strandsatzung die Folge einer „Fehde“ zwischen dem Leiter des Kurbetriebs und der Hundelobby ist - also etwa „Kurbetriebs Rache“? Bereits im Juni hatte die Bürgerschaft entschieden den Strand bereits ab 10.10.26 wieder für Hunde frei zu geben. Dies wurde vom Kurbetrieb bis jetzt nicht umgesetzt.

J. Gerwien

schrieb am 30.9.2026 17.12 Uhr:
Tja, das große Problem in Lübeck ist die allwissende und allmächtige Bürgerschaft - Leider hat man bei der letzten Anpassung der Strandsatzung ein bisschen gepennt und die Verlängerung auf den Oktober als hundefreie Zeit "überlesen" und mit durchgewunken.

Leider hat sich aber der volksnahe Vertreter der CDU (nennen wir ihn mal Jochen M.) nicht ausreichend dafür einsetzen können, dass es eine neue Änderung der Strandsatzung rechtzeitig gibt. Vielleicht war das eine oder andere Foto für die Presse wichtiger?

Also muss man mit leben, dass die Bürgerschaft einen aus ihrer Sicht falschen Beschluss innerhalb von 12 Monaten nicht angepasst bekommt. Man muss halt Prioritäten setzen.

STARLIGHT

schrieb am 30.9.2026 21.01 Uhr:
@Trident: wenn dem so ist, wäre es legitim, dass die Hundelobby eine Beschwerde wegen Verzögerung oder Untätigkeit gegen den Leiter des Kurbetriebes einreicht - beim Bürgermeister oder sogar bei Gericht. Auch wenn die „Caniphoben“ der Verzögerung applaudieren, bleibt es ein Verwaltungsfehler, der unverzüglich berichtigt werden muss. Dabei sind mögliche emotionale Impulse des Leiters des Kurbetriebs deutlich zu rügen!

Freiwild

schrieb am 30.9.2026 21.52 Uhr:
@ Alex

"Es ist in Deutschland im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in § 44 Abs. 1 Nr. 2 verankert.
Dieses sogenannte besondere Artenschutzrecht besagt, dass es streng verboten ist, wildlebende Tiere der streng geschützten Arten (dazu gehören alle europäischen Vogelarten) während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören."

https://www.stiftung-meeresschutz.org/themen/tourismus-schifffahrt/groemitz-touristen-fangen-und-toeten-schweinswal/

"Daraufhin stürmen über 20 Kinder ins Wasser. Umarmen und streicheln den kleinen Schweinswal. Machen Selfies. Nach Zeugenaussagen ist das Tier zunächst noch agil. Doch mit der Zeit lassen seine Kräfte immer mehr nach. Dann ist der Schweinswal tot. Von deutschen Touristen zu Tode gestreichelt..

Schweinswale gehören in Deutschland zu den streng geschützten und stark gefährdeten Tierarten."

Hmm..
"Wenn Vögel durch Menschen z. B. Hunde ohne Leine wiederholt aufgescheucht werden, verbrauchen sie lebenswichtige Energie, die sie für den Weiterflug über Tausende Kilometer brauchen.
Im schlimmsten Fall verhungern sie - der Erhaltungszustand verschlechtert sich.."

https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/2012-2013/

Dort heißt es unter anderem:
"Gerade für Vögel, die sich nicht im Laubhaufen oder Mäuseseloch verstecken können und oft in großen Schlafgemeinschaften versuchen die kalte Zeit gemeinsam zu überstehen, werden durch die Knall und Lichtefekte immer wieder aufgeschreckt und orientierungslos. Dabei verlieren sie in dieser einzigen Nacht sehr viel Energie, so dass sich das für einige Vögel auf die Fitness, auf ihre Lebensdauer auswirkt. Für verirrte Vögel, die gegen Gebäude oder Glasscheiben fliegen, endet die Nacht tödlich."

Na ja, am Ende sind es meistens eh immer die gleichen Kanditaten, welche unter dem Deckmantel des Tierschutzes ihre eigene Aversion gegen etwas durchdrücken wollen.

Sie sind sicherlich für ein Böllerverbot und Menschenverbot an Stränden oder können sie mir erklären warum sie hier ein Scheinargument anführen?

Oh Mann ey, hier gibt es bestimmt auch Kanditaten, die wahrscheinlich "Rettet Timmy!" geschrien haben, während sie ihr Fischbrötchen gefressen haben. Oder noch besser, die es für richtig hielten den Wels vom Brombachsee zu erschießen.

Wasservögel sterben an Plastikmüll..

https://nationalgeographic.de/themen/tiere/2018/05/fast-jeder-meeresvogel-der-welt-frisst-plastik/

..der Deutsche regt sich über feste Flaschendeckel auf und dass man jetzt aus der Flasche nicht mehr trinken kann. Ja, Hermann Hans Otto Günther, Schimpansen schaffen das, vielleicht sollten die für euch ein TikTok Tutorial drehen.

Das "Gute" am Internet: Es macht Dummheit sichtbar.

Super , bitte ganzjährig verbieten

schrieb am 30.9.2026 23.11 Uhr:
Ich finde es klasse! Es nimmt einfach überhand, überall Hunde. (...).

Ich und Familie sitze gern am Strand, ohne dass mir ein Hund ins Gesicht hechelt und Frauchen begeistert zusieht.

Ja, es gibt noch ein paar Bürger, ohne Tier. Die echten Tierfreunde gehören dazu.