Lübeck braucht ein Konzept für Sperren bei Festen

Lübeck: Nach dem Rückzug der Landespolizei aus der Mitwirkung an Sicherheitskonzepten muss Lübeck eigenständig handeln. Die Stadt nutzte unzertifizierte Big Bags und Kübel; 2025 wurden zertifizierte mobile Sperren für rund 243.000 Euro beschafft. Diese reichen jedoch für dauerhaft stark frequentierte Flächen, wie die Breite Straße, den Markt und die Travemünder Promenade nicht aus. Jetzt soll ein Ingenieurbüro helfen.

Die Verwaltung empfiehlt ein ganzheitliches Konzept. Es soll den Grundschutz für alltagsstark frequentierte Orte, einen Zusatzschutz für zentrale Veranstaltungsflächen, eine Abstimmung mit städtebaulichen Planungen sowie die Auswahl geeigneter Barrieren (Auf-/Abbau, Lagerung) umfassen. Ziel ist die objektive Sicherheit bei hoher Aufenthaltsqualität und möglichst unauffälliger, stadtbildverträglicher Gestaltung.

Dafür soll ein Ingenieurbüro beauftragt werden: Es erstellt das Konzept für die von der Stadt festgelegten Flächen (bauliche Lösungen plus Kombination aus baulichen und mobilen Sperren) und kalkuliert die Umsetzungskosten je Fläche.

Eine Projektgruppe aus Ordnungsamt, Feuerwehr, Stadtplanung, Stadtgrün, Verkehrsmanagement, Kurbetrieb Travemünde und anderen soll die Maßnahmen koordinieren. Die bauliche Umsetzung liegt beim Fachbereich Planen und Bauen; investive Mittel sind für den Haushalt 2028 vorzusehen, so die Verwaltung.

Es gibt dabei einige Hemmnisse: In der Altstadt und gewässernah erschweren Leitungen, Bodendenkmäler, Fundamentbedarf, Wasserstand und die notwendige Freihaltung für Liefer- und Rettungsverkehr stationäre Anlagen. Eine dauerhafte Vollsperrung ist nicht überall möglich.

Die Kosten für Auf- und Abbau der vorhandenen Sperren liegen 2026 bei geschätzt über 200.000 Euro (ohne internes Personal). Eine Abwälzung auf Veranstalter ist rechtlich nicht möglich. Land und Stadt streiten über die Zuständigkeit: Das Land sieht Gefahrenvorsorge bei der Kommune, Lübeck hält Terror- und Straftatenabwehr für eine Landesaufgabe.

Der vollständige Bericht ist unter luebeck.de abrufbar.
Die provisorischen Sperren zu Großveranstaltungen sollen einem ausgereiften Konzept weichen. Foto: STE/Archiv
Die provisorischen Sperren zu Großveranstaltungen sollen einem ausgereiften Konzept weichen. Foto: STE/Archiv

Text-Nummer: 182298    Autor: VG    vom 30.9.2026 17.12 Uhr

Kommentare zu diesem Text (13):

Josch

schrieb am 30.9.2026 17.30 Uhr:
Moin, ein Ingenieurbüro beauftragt. Können die eignen Ing. dies nicht. Wir haben doch eine schlaue Senatorin am Bauhof sitzen. Aber es muss ja Geld kosten was Lübeck nicht hat.

links dumm

schrieb am 30.9.2026 18.19 Uhr:
Unverständlich, bei so hochintelligenten Maßnahmen wie " Blitzer am Burgtor", da kommen doch bestimmt weitere Super Ideen.....

Uwe Zöllner

schrieb am 30.9.2026 18.48 Uhr:
Wenn die Stadt ein Büro beauftragt und dieses Stellt ein neues Sicherheitkonzept vor und die Stadt übernimmt dieses und es dann trotzdem noch zu Unfällen weil Sie nicht richtig durchdacht waren zahlt dieses Büro dann auch die Kosten die entstanden sind?
und die (...) Bausenatorin wiegt dann Ihre Hände in Unschuld armes Lübeck.

Lübeck Momente

schrieb am 30.9.2026 19.38 Uhr:
Also ich wäre ja für eine richtige Lösung. 😅

Am Burgtor würde doch sogar ein Gitter irgendwie zum Namen passen. 😂 Oder eben versenkbare Poller, die automatisch runtergehen und nur bei berechtigten Fahrzeugen wie Feuerwehr oder Rettungsdienst die Zufahrt freigeben.

Denn mal ehrlich: Ein Blitzer macht zwar ein schönes Foto – aber wenn das Auto schon durchgefahren ist, ist es eben schon durch. 🤷‍♂️

Wie würdet ihr das lösen? 👇

Gregor

schrieb am 30.9.2026 22.02 Uhr:
Wir haben doch noch die Panzersperren aus dem kalten Krieg. Damit lassen sich alle Brücken zur Altstadt sperren und dann ist die komplett Autofrei.

Kay

schrieb am 30.9.2026 22.23 Uhr:
Stellt doch einfach 3-4 Bigpack´s ( Kieselsteine etc... ) mit einem Gabelstapler, oder sogar heutzutage Hubwagen mit Akku vor die Tore. Das wären dann 3-4 Tonnen. Schnell hingestellt und schnell weggeräumt. Alter !!! leider ist das Lübeck !!!

Lübecker

schrieb am 1.10.2026 8.00 Uhr:
Ich würde vorschlagen, keine Veranstaltungen mehr zulassen. Das hätte Vorteile für alle. Die Stadt benötigt kein Sicherheitskonzept, die Anwohner haben ihre Ruhe, Beitrag für Klima und Umwelt.....also ich sehe nur Vorteile und Gewinner.

Manfred Vandersee

schrieb am 1.10.2026 8.17 Uhr:
Es gibt doch eh immer weniger Veranstaltungen in Lübeck. Warum plant man das Vorhaben nicht aus eigenen Reihen mit den hochstudierten Leuten? Es wird wieder mal Geld verschwendet an Personen, die nicht einmal Ortskenntisse haben.

Andererseits wird von der Stadt jedoch vorgegeben, es wäre kein Geld für den Erhalt, geschweige denn den nötigen Ausbau von Verkehrsinfrastruktur vorhanden.

Straßenzüge verfallen, während Protz und Prunk Hochsaison hat und jedes Durchschneiden eines Bandes durch die Lokalpolitik medienwirksam dargestellt wird.

gernotM

schrieb am 1.10.2026 9.13 Uhr:
Im Mittelalter wußte man sich zu schützen... Hohe Stadtmauer, gesicherte Tore. Würde auch dem Weltkulturgut einen hübschen Rahmen geben ;-)

Flash

schrieb am 1.10.2026 11.00 Uhr:
Man könnte doch an neuralgischen Punkten einen Blitzer aufstellen, der der einfach alles blitzt, was sich schneller bewegt, als eine Schildkröte. Hat doch letztes Jahr beim Burgtor ganz hervorragend geklappt - Blitzer aufgestellt und siehe da: es gab keine Amokfahrt durch die Burgstraße.

Ostholsteiner

schrieb am 1.10.2026 11.43 Uhr:
Ich würde an jede Zufahrt eine Klappbrücke installieren. Die funktionieren nach 1-2 Jahren dann nicht mehr und müssen in 5 jähriger Kleinstarbeiten saniert werden.

Justin_Time

schrieb am 1.10.2026 13.31 Uhr:
Wenn Terroristen nicht mehr mit dem LKW dort durchkommen, suchen sie sich eine andere Lösung. Wo ein Wille ist... Versetzt euch in die Lage eines solchen. Wie sieht es mit Sprengstoff aus? Oder Drohnen mit Sprengladung sind im Trend. Man muss in jede Richtung denken.

Die schnelle Gerdi

schrieb am 2.10.2026 8.15 Uhr:
Traurig das man in Lübeck bzw in Deutschland überhaupt über solche Maßnahmen nachdenken muss..... Wie unbeschwert haben wir doch früher Feste und Veranstaltungen gefeiert, und das ganz ohne "Poller" zum Schutz der Menschen .....